Bildung für nachhaltige Entwicklung an der GSS

– Der Umwelttag 2018 –
Auch in diesem Jahr fand an der Geschwister-Scholl-Schule der Umwelttag statt. Alle Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase beschäftigten sich im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung mit verschiedenen Aspekten rund um das Thema Umwelt und Gesellschaft. Die Jugendlichen wurden innerhalb dieses Tages für verschiedene Umweltthemen sensibilisiert und haben die Auswirkungen des eigenen Handelns auf Umwelt und Gesellschaft reflektiert, sodass sie eigenständig zu verantwortungsvollen Entscheidungen gelangen können. In diesem Jahr beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit Themen wie der Energiewende, der CO2-Problematik, dem Thema Biodiversität und den Seltenen Erden.

Schülerpräsentation zum Thema Artenvielfalt im Regenwald beim Umwelttag 2018

Beim Thema Biodiversität wurde die Artenvielfalt auf der Erde unter verschiedenen Aspekten beleuchtet. Durch die exemplarische Betrachtung artenreicher Regionen wie beispielsweise dem Regenwald, die dortige Biodiversität und die Lebensgeschichten vor Ort konnten konkrete Vorstellungen davon erzeugt werden, was es für die Zukunft der Menschen bedeutet, wenn zunehmend Regenwaldflächen zerstört werden. Dabei wurde auch der große Nutzen der Artenvielfalt unter den Heilpflanzen sowie Einflüsse durch Klima, invasive Arten, Brandrodung oder die Pharmaindustrie und deren Auswirkungen betrachtet. In diesem Zusammenhang wurde den Schülerinnen und Schülern das enorme Ausmaß des Artensterbens und der damit bedrohten Artenvielfalt bewusst. Durch die Betrachtung vieler verschiedener Aspekte wurde die Bedeutung des Begriffs der Biodiversität deutlich sowie die Notwendigkeit des Erhalts sogenannter „Hot spots“ (d.h. Regionen mit besonders hoher Artenvielfalt auf der Erde) greifbar. Letztendlich konnten die Erkenntnisse in Bezug zum persönlichen Lebensstil und dessen Auswirkung auf die Bedrohung der Artenvielfalt gesetzt werden. Dabei reflektierten die Schülerinnen und Schüler gesellschaftliche und persönliche Verhaltensmuster, um schließlich Handlungsalternativen zu entwickeln. (Projektleiterinnen: Bäumchen, Zotz)
Beim Projekttag Energiewende wurden die Schülerinnen und Schüler zunächst mit dem Energiebegriff vertraut gemacht. In Gruppen erarbeiteten sie zunächst Vor- und Nachteile fossiler Energieträger und der Atomenergie. Hier wurden Problematiken wie der CO2-Ausstoß, der Treibhauseffekt, die Ressourcenknappheit, die Sicherheit von Atomkraftwerken und die Atommüllproblematik von verschiedenen Gruppen erarbeitet und anschließend in Vorträgen in die Klasse getragen. Anschließend beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Energiegewinnung aus Sonne, Wind, Biomasse, Erdwärme und Wasser und traten hier in eine vergleichende und kritische Diskussion der Energiewende. Nach der Bestimmung des eigenen ökologischen Fußabdrucks diskutierten die Schülerinnen und Schüler die eigene Rolle und Bedeutung im Bezug zu Ressourcenverbrauch und Klimawandel. Letztendlich wurden in der Klasse Handlungsalternativen, Energie einzusparen und nachhaltig zu handeln entwickelt und diskutiert. (Projektleiterin: Bähr)
Auch beim Projekt CO2-Ausstoß wurde der eigene Konsum reflektiert und Handlungsalternativen entwickelt. Die Schülerinnen und Schüler wurden zunächst über den Treibhauseffekt informiert und die politische Forderung des Zwei-Grad-Ziels diskutiert. Eine Analyse des eigenen Konsumverhaltens mittels des persönlichen CO2-Fußabdrucks wurde in Bezug zum Zwei-Grad-Ziel kritisch reflektiert. Dabei wurde deutlich, dass zurzeit alle Schülerinnen und Schüler der Klasse, genauso wie der Durchschnittsbürger, die zur Erreichung des Klimaziels theoretisch nötigen Grenzwerte überschreiten. In diesem Zuge konnten das eigene und das gesellschaftliche Konsumverhalten diskutiert und Alternativen wie die Erhöhung der Nutzungsdauer elektrischer Geräte oder die gemeinschaftliche Nutzung von beispielsweise Autos erarbeitet werden. (Projektleiter: Lay)
Das Projekt der Seltenen Erden gab ebenfalls Anlass zur Diskussion über Erneuerbare Energien. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich im Laufe des Tages mit Metallen, ihren Eigenschaften und der Metallischen Bindung. Sie lernten, in welchen alltäglichen Gegenständen wie Handys, Lautsprechern, Bildschirmen sowie starken Magneten in Elektroautos und Windkraftanlagen Seltenerdmetalle ihre Anwendung finden und unter welchen verheerenden Bedingungen für Mensch und Umwelt diese abgebaut werden. Dies warf den Widerspruch des umweltbelastenden Abbaus zur Herstellung umweltschonender Energien wie Windkraftanlagen oder Elektroautos auf. Auch das Konfliktmetall Coltan, das im Kongo unter gesundheits- und lebensgefährdenden Bedingungen, auch in Kinderarbeit, abgebaut wird, wurde thematisiert und führte zu der Frage der individuellen Verantwortung. Unter dieser Fragestellung wurden die gesellschaftliche Verantwortung der Konsumenten und der Unternehmen diskutiert und Handlungsoptionen für Unternehmen, Politik und die Schülerinnen und Schüler für einen nachhaltigen Konsum entwickelt. Die Schülerinnen und Schüler kamen zum Schluss, dass die Politik in einer Handlungspflicht für nachfolgende Generationen im Bereich der Umwelt steht und beschrieben Handlungsoptionen im Bereich Entwicklungshilfe, Arbeitsschutz, Umwelt, Recycling sowie Mindestlohn. Die Schülerinnen und Schüler kamen zudem zum Schluss, dass ein nachhaltiger Konsum von Handys, Smartphones und Computern unter anderem bedeutet auf das neuste Modell zu verzichten, das kaputte Gerät zunächst in Reparatur zu geben und vor allem durch eine angemessene Entsorgung elektronische Geräte dem Recycling zuzuführen, um seiner Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt nachzukommen. (ProjektleiterIn: Kessler, Späth)
Der Umwelttag der GSS setzt damit einen besonderen Akzent zur nachhaltigen Entwicklung im Bildungsauftrag der Schulen, der seit 2017 im Hessischen Schulgesetz verankert wurde.
(Text: Nora Kessler, Foto: Ulrike Zotz)



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