Scholl-Climate Project kurz vor Fertigstellung

„Das ist ja eine unglaublich wunderschöne PV-Anlage – so groß – so elegant und plötzlich auch so real.“ Die Schülerinnen und Schüler des Oberstufenkurses konnten Ihre Begeisterung zunächst schwer in Worte fassen, so überwältigt waren sie vom Anblick „ihrer PV-Anlage“. Nachdem man monatelang für das Projekt recherchiert, gerechnet und Informationen ausgewertet hatte, war nun der Zeitpunkt gekommen, dass die Schülerinnen und Schüler den Bau der Anlage inspizieren und sich vom Projektfortschritt überzeugen konnten: „Jetzt wird endlich wahr, was zunächst nur in unseren Köpfen und auf dem Papier existierte. Manchmal erschien uns das Projekt nur ein Wunschtraum zu sein, doch mit dem heutigen Tag schmilzt jeder Zweifel, wie Butter in der Sonne dahin“, versuchen Julia Rzadkowski und Juliana Liebe ihre Eindrücke auf dem Dach ihrer Schule in Worte zu fassen.

Ein Meer aus Sonnenkollektoren

Die Schüler Emilio Rangel und Nituseehan Yogendiran beschreiben die Anlage aus einer rationalen Perspektive: „Also uns macht das mächtig stolz, den Arbeitern zuzusehen, wie sie mit großer Professionalität Modul um Modul auf den Aluminiumschienen befestigen und mit ihren Händen ein Meer aus Sonnenkollektoren entstehen lassen. Und das alles ist möglich , weil wir in der Schule die Theorie des Lehrplanes mit der Praxis verknüpft haben – und dazu auch die passenden seriösen Leute als Unterstützer unseres Projekts gefunden haben. Unsere Berechnungen der Dachfläche und der daraus ableitbaren Kollektorenanzahl hat gepasst, die Anlage schmiegt sich optimal in die Gegebenheiten der Dachfläche ein. Alles wirkt, als hätte es ein Architekt berechnet, doch es ist und bleibt unser Schülerprojekt!“

Anlage mittels Bürgerbeteiligung dreifach durchfinanziert

Auch die finanzielle Seite des Projekts macht den Schülern mächtig gute Laune. Laura Hartnagel erinnert: „Durch unseren Kooperationspartner, die Energiegenossenschaft Starkenburg, konnten wir ja die gesamte Anlage aus Bürgerhand finanzieren. Nach dem Zwiebelschalenprinzip bekommen die direkt betroffenen Personen den Vorzug bei der ethisch vorbildlichen Geldanlage. Bis jetzt haben sich Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Nachbarn zum Anteilskauf beworben.“ Auf Nachfrage bei der Energiegenossenschaft Starkenburg, wieviel Geld denn bis jetzt zur Einlage angemeldet wurde, konnten die Schüler zunächst ihren Augen und Ohren kaum trauen: „Es sind bis heute schon mehr als 230.000 Euro zusammengeflossen. Das heißt, dass unsere Anlage schon jetzt mehr als dreimal durchfinanziert ist, wie man im Banker-Deutsch sagt“, rechnet Madlena Hairapetowa vor.

Mehr Dachfläche benötigt

Zuvor hatten die Schülerinnen und Schüler des Politik und Wirtschaft-Kurses von Lehrer Frank Maus  bei einer gemeinsamen öffentlichen Informationsveranstaltung mit Micha Jost und Georg Schumacher von der Energiegenossenschaft Starkenburg vor interessierten Eltern, Schülern, Lehrkräften und Bürgern die Funktionsweise der Photovoltaik und das Finanzierungsmodell vorgestellt. Aktuell brüten die Schüler daher über einer sehr angenehmen Aufgabe: Was stellt man jetzt mit der Situation der finanziell überzeichneten PV-Anlage an ? „Wir werden wohl unseren Schirmherren, Herrn Landrat Christian Engelhardt, nochmal um Unterstützung bitten müssen“ fassen Adriano Gozdz und Danielle Aurin ihre Prognosen zusammen. „Es erscheint uns nicht angebracht, die einlagewilligen Menschen jetzt vor den Kopf zu stoßen und ihnen die Anteile zu verweigern. Wir brauchen schlicht mehr Dachfläche für einen angemessenen Ausbau unserer Anlage. Gut, dass sich noch jede Menge ungenutzter Dachflächen auf unserem GSS-Schulgebäude befinden. Das wäre das Beste für das Klima, die hier lebenden Menschen und den Landkreis Bergstraße, der unser Vorhaben ebenfalls von Anfang an unterstützte.“

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