Die Q3 auf Studienfahrt in Berlin

Nach den Herbstferien war die Jahrgangsstufe Q3 mit ihrer Tutorin Frau Siede und ihren Tutoren Herrn Borchert, Herrn Lellinger, Herrn Schmöker und Herrn Ströbel auf Studienfahrt in der Bundeshauptstadt. Die sechstägige Reise bot eine gelungene Mischung aus politisch-historischer Bildung und kulturellem sowie naturwissenschaftlichem Erleben.

Nach einer weitgehend entspannten Zugfahrt erreichten die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten am frühen Sonntagnachmittag ihr Hotel am Berliner Ostbahnhof. Auf dem Programm stand zunächst ein kleiner Stadtrundgang, der unter anderem zum Alexanderplatz mit seinem imposanten Fernsehturm und vorbei am Roten Rathaus führte, sodass ein erster Eindruck vom Berliner Großstadtleben gewonnen werden konnte. Ein gemeinsames Abendessen in einem indischen Restaurant rundete den ersten Tag gelungen ab.

Der Montag stand thematisch ganz im Zeichen des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Bergstraße, Herrn Dr. Michael Meister, hatten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, den Bundestag auf der Zuschauertribüne zu besuchen. Im Anschluss nahm sich Herr Dr. Meister Zeit, um mit der Gruppe über aktuelle politische Themen und über die momentanen Herausforderungen für die Bundesregierung zu diskutieren. Von der Terrasse des Bundestags konnte dann bei strahlendem Sonnenschein das umliegende Regierungsviertel überblickt werden.

Ein besonderes Highlight wartete danach im Bundesrat: Bei einem interaktiven Planspiel zur Gesetzgebung schlüpften die Schülerinnen und Schüler selbst in die Rolle der Bundesländer und debattierten über einen Gesetzentwurf zum Thema Überprüfung der Fahrtüchtigkeit für ältere Personen. Änderungsvorschläge wurden diskutiert, Absprachen wurden getätigt und Abstimmungen wurden durchgeführt, sodass Politik hautnah und praktisch erlebbar wurde. Ein Besuch des Plenarsaals des Bundesrats setzte den Schlusspunkt des lehrreichen Politiktages.

Am Dienstag standen für die Tutorien verschiedene Highlights auf dem Programm. Der PoWi- und der Geschichts-LK besuchten gemeinsam das Stasimuseum in der ehemaligen Stasizentrale, während der Kunst-LK die Alte Nationalgalerie erkundete und der Mathe-LK das Technikmuseum besuchte.

Nachmittags besichtigten der Geschichts- und der Kunst-LK das Schloss Charlottenburg. Zeitgleich widmete sich der PoWi-LK der Parlamentshistorischen Ausstellung im Deutschen Dom und der Mathe-LK erforschte das Futurium.

Der Mittwoch führte den PoWi- und Geschichts-LK in das ehemalige Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Die Führung durch die Zellen- und Vernehmungstrakte – teilweise geleitet von Zeitzeugen – hinterließ einen tiefen und beklemmenden Eindruck über das Ausmaß der Überwachung und Repression in der DDR.

Der Kunst-LK stellte in einem Workshop im Museum für zeitgenössische Kunst im Hamburger Bahnhof seine kreativen Fähigkeiten unter Beweis und der Mathe-LK vervollständigte den am Sonntag begonnenen Stadtrundgang mit historischen Wegmarken der deutschen Geschichte. Bei einem lobbyismuskritischen Stadtrundgang von LobbyControl erhielt der PoWi-LK einen besonderen Einblick in die Methoden der Interessenartikulation im Politikbetrieb. Der Geschichts-LK begab sich währenddessen in der Berliner Unterwelt auf historische Spurensuche.

Am Mittwochabend gab es dann noch die exklusive Gelegenheit, das Bundeskanzleramt zu besuchen. Neben dem bekannten Kabinettssaal, dem Bereich für Pressestatements und der berühmten Ahnengalerie mit Porträts der bisherigen Bundeskanzler wurden die architektonischen Besonderheiten, die Kunstsammlung und die Gastgeschenke von ausländischen Staats- und Regierungschefs in den Blick genommen.

Das Jüdische Museum stand am Donnerstag bei den Tutorien auf dem Programm. Die beeindruckende Architektur von Daniel Libeskind und die Ausstellungen zur deutsch-jüdischen Geschichte regten zum Nachdenken an und boten viel Raum für Diskussionen.

Diskutiert wurde im PoWi-LK auch bei einer Führung durch die ethnologische Sammlung im Humboldtforum, die sich mit dem Umgang mit kolonialen Raubgütern beschäftigte. Der anschließende Besuch und das Niederlegen eines Blumenstraußes am Walter Lübcke Memorial direkt neben der CDU-Parteizentrale war dem PoWi-LK ein Herzensanliegen, da sich der von einem Rechtsextremisten ermordete Kasseler Regierungspräsident für Toleranz, Zivilcourage und Mitmenschlichkeit eingesetzt hatte. Der Besuch einer Galerie für zeitgenössische Kunst bot für die Schülerinnen und Schüler des Kunst-LKs einen gelungenen Tagesabschluss.

Am Freitagmorgen hieß es dann Koffer packen. Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück nutzten einige die verbleibende Zeit noch für einen Besuch des Holocaust-Mahnmals, bevor mittags der ICE zurück nach Bensheim rollte.

Fazit: Die Studienfahrt in die Bundeshauptstadt war ein voller Erfolg. Das vielfältige Programm hat das historische, politische und kulturelle Wissen der Schülerinnen und Schüler erweitert und sie zudem in das Großstadtflair dieser aufregenden Metropole eintauchen lassen. Ein großes Dankeschön geht an Herrn Dr. Meister und seiner Mitarbeiterin Frau Kopietz für ihre Unterstützung bei dem Programm dieser lehrreichen Studienfahrt.

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