Mitten im belebten Frankfurter Gallusviertel erhebt sich ein riesiger Industriekomplex aus Backsteinen – die ehemaligen Adlerwerke Frankfurt. Hier befinden sich heute auch die Räumlichkeiten des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-1945, wo in einer kleinen Dauerausstellung die Erinnerung an den „Geschichtsort Adlerwerke“ in Frankfurt lebendig gehalten wird. Die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte konnten sich hier über den Ort und seine Geschichte informieren und erarbeiteten mithilfe von historischen Dokumenten einzelne Biografien, die das Lagerleben anschaulich machten und das Schicksal der rund 1600 Zwangsarbeiter in der Endphase des Zweiten Weltkrieges exemplarisch beleuchteten.

Zum historischen Hintergrund:
Ursprünglich wurden hier Fahrräder und Schreibmaschinen hergestellt, doch mit dem Ersten und Zweiten Weltkrieg stiegen die Adlerwerke in Frankfurt zu einem der größten Rüstungsbetriebe Hessens auf. Ihr „Erfolgsrezept“: die kostengünstige Rekrutierung von Kriegsgefangenen, zivilen Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen. Als das Werk 1944 bei einem Luftangriff der Alliierten auf Frankfurt schwer zerstört wurde, errichtete die SS hier ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof (Deckname „Katzbach“) und ließ sich etwa 1600 Zwangsarbeiter – überwiegend verschleppte polnische Gefangene des Warschauer Aufstandes – aus den KZs Buchenwald und Dachau kommen. Die Häftlinge mussten hier in dem eisigen Winter 1944/45 in den ungeheizten und teilweise zerstörten Hallen 84 Stunden in der Woche in zerlumpter Sommerkleidung arbeiten, mindestens 528 Häftlinge starben an den unmenschlichen Haft- und Arbeitsbedingungen, viele weitere überlebten den sog. „Todesmarsch“ nicht, die Evakuierung der Häftlinge in die Konzentrationslager Bergen- Belsen und Buchenwald bei Auflösung des Lagers.
Wir bedanken uns sehr herzlich bei unserer Workshop-Leiterin Clara Neisel für die engagierte und kompetente Betreuung.