Geschichtswerkstatt bittet Bevölkerung um Mithilfe

Schüler untersuchen die ehemalige Futter- und Mehlhandlung der jüdischen Familie Hannchen und Moses Wolf, Hauptstraße 58 (neben Kaufhaus GANZ)

Schülerinnen und Schüler der Geschichtswerkstatt Geschwister Scholl untersuchen die Geschichte eines weiteren Bensheimer Traditionsgeschäftes. Direkt neben dem Kaufhaus GANZ befand sich über Jahrzehnte eine Futter- und Mehlhandlung. Die ursprüngliche Betreiberfamilie war Hannchen und Moses Wolf. Später führte Familie Eberle das Geschäft viele Jahre fort. Die Geschichtswerkstatt sucht nun Bürgerinnen und Bürger, die etwas über das Geschäft und/oder seine jüdischen Inhaber sagen können. Fotos, Dokumente, aber auch alle anderen Formen von Beiträgen, wie auch mündliche Berichte, sind willkommen.

„Die Bensheimer Bevölkerung sowie Menschen aus der Nahregion haben den Projekten der Geschichtswerkstatt Geschwister Scholl in den vergangenen Jahren immer wieder viele wertvolle Hinweise gegeben. In diesem Sinne sind wir guter Dinge, dass uns auch dieses Mal interessante Beiträge aus der Bürgerschaft erreichen werden“, führen die beiden Leiter der Geschichtswerkstatt, Peter Ströbel und Frank Mau,  zum aktuellen Suchaufruf aus.

Die Erfahrung zeige, so die beiden Lehrer, dass viele Menschen den Wert ihrer möglichen Beiträge unterschätzen: „Viele Menschen denken, ihre selbst erlebten oder übernommenen Erinnerungen seien unbedeutend. Dem ist aber nicht so. Jeder noch so ,unscheinbare Brief‘ oder jedes ,kleine und vergilbte Foto‘ kann Details enthalten, die wichtige Erkenntnislücken schließen und unser Bild von der Vergangenheit vervollständigen.“

Auch die Schülerinnen und Schüler der beiden an der wissenschaftlichen Untersuchung beteiligten Oberstufenkurse von Ströbel und Maus brennen auf Neuigkeiten. Melissa Kroker, Anna Petermann und Leandra Plonka aus dem Leistungskurs Geschichte führen aus: „Seitdem wir vor kurzem auf dem jüdischen Friedhof von Alsbach die vermutlich in der Pogromnacht 1938 zerstörte Grabplatte von Moses Wolf wiederentdeckt haben, beschäftigt uns die Leidensgeschichte der Familie Wolf auch ganz persönlich. Wir wollen mehr über die Familie herausfinden und hoffen, dass uns die Bevölkerung dabei hilft.“

Wer Hinweise geben möchte, kann sich direkt an die beiden Lehrkräfte der Geschichtswerkstatt wenden. Sie sind unter den folgenden Kontaktoptionen schnell und unbürokratisch zu erreichen:
Peter Ströbel:                   peter.stroebel@gss.kbs.schule        
Frank Maus:                      frank.maus@gss.kbs.schule                                 0152 33971596

Wer sich lieber an die Schule wenden möchte, kann dies unter dem Kürzel „Geschichtswerkstatt Projekt Wolf“ durch Nutzung folgender Optionen bewerkstelligen:
geschwister-scholl-schule@kreis-bergstrasse.de                                 06251 1082-0

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