Gedenktag zu Ehren von Hans und Sophie Scholl – Besuch der neuen Synagoge in Mainz

Im Rahmen des Geschwister-Scholl-Gedenktages machten sich zwei 8. Hauptschulklassen unserer Schule auf den Weg in die Synagoge nach Mainz. Ganz im Sinne unserer Namensgeber Hans und Sophie Scholl, die als Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ mutig für Menschlichkeit, Gewissen und Zivilcourage eintraten, stand dieser besondere Tag im Zeichen von Erinnerung, Offenheit und dem respektvollen Miteinander der Religionen und Kulturen.

Während einer eindrucksvollen Führung erhielten die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in das Judentum. Sie lernten, wie jüdische Gläubige ihre Religion im Alltag leben, welche Traditionen und Rituale eine wichtige Rolle spielen und welche Bedeutung der Glaube für das jüdische Leben hat. Besonders wertvoll war dabei die Möglichkeit, Fragen zu stellen und ins Gespräch zu kommen.

Im Laufe des Besuchs konnten zahlreiche Parallelen zwischen den Weltreligionen entdeckt werden. Gemeinsam stellten wir fest, dass es viele verbindende Elemente zwischen Judentum, Christentum und Islam gibt – etwa bei Speisevorschriften oder religiösen Fastenzeiten. So beginnt aktuell im Islam der Ramadan, während im Christentum seit Aschermittwoch die Fastenzeit läuft. Auch im Judentum steht ein Fastentag an, wodurch sichtbar wurde, wie eng die drei monotheistischen Religionen in vielen Traditionen miteinander verbunden sind.

Unsere Schülerschaft brachte dabei ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven ein, was den Austausch besonders lebendig machte. Unterstützt wurden wir zudem von einem zufällig anwesenden Bibelwissenschaftler, der interessante historische Einblicke gab und unter anderem erklärte, dass es auch im frühen Christentum Speisevorschriften gab.

Ein besonderer Höhepunkt und zugleich krönender Abschluss unseres Besuchs war die Besichtigung des berühmten Thoraschranks. Dort durften wir vier Thorarollen bestaunen. Die kunstvolle Gestaltung dieser sowie der respektvolle Umgang mit den heiligen Schriftrollen machten sichtbar, welch zentrale Bedeutung die Thora im jüdischen Glauben einnimmt.

Mit vielen neuen Eindrücken, angeregten Gesprächen und einem erweiterten Verständnis füreinander kehrten wir zurück. Der Tag hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Begegnungen, Fragen und gemeinsames Lernen sind, um Vorurteile abzubauen und ein respektvolles Miteinander zu stärken – ganz im Sinne der Werte, für die auch Hans und Sophie Scholl standen.

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