Ein Streifzug durch die jüngere „Deutsche Geschichte“ – von der Weimarer Klassik bis in die heutige Zeit

Bericht über die Exkursion eines Geschichtsgrundkurses nach Jena und Weimar.
Am 04. Mai 2018 traten wir Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Schule Bensheim des Geschichtsgrundkurses von Herrn Sonntag eine Reise nach Thüringen an. Wir trafen uns am Freitagmorgen am Bahnhof in Bensheim und fuhren mit dem Zug zu unserem ersten Ziel: Die Stadt Jena im Herzen Thüringens. Die „kleinste“ Großstadt Deutschlands mit etwas mehr als 100.000 Einwohnern liegt innerhalb eines Bergkessels in einem idyllischen Tal, welches wir bei schönstem Wetter am frühen Nachmittag erreichten. Zuerst ging es in unser Hotel, was „paradiesisch“ gelegen war, d.h. zentrumsnah und in einem Park, der auch als „Paradiespark“ bezeichnet wird. Nach einer kurzen Erfrischungspause machten wir uns auf den Weg, denn unser Programm war vollgepackt. Als erstes erwartete uns ein Besuch im Stadtmuseum und ein Stadtrundgang durch Jena. Unser Guide berichtet uns im Museum von den sieben Wundern Jenas wie zum Beispiel von dem Berg „Jenzig“, der alten „Camsdorfer Brücke“, dem „siebenköpfige Drachen“ und der „Altarunterführung“ in der Stadtkirche. Auf unserem Rundgang kamen wir an vielen Stationen vorbei und erfuhren mehr über das Leben in Jena in der Vergangenheit. Dabei hörten wir viel Interessantes über die Zeit von der Stadtgründung, die Reformation, das Wirken von Goethe und Schiller, Napoleon und die Schlacht bei Jena/Auerstedt, die Gründung der Urburschenschaft „Germania“ bis hin zur Teilung Deutschlands und der Wiedervereinigung. Spuren dieser historischen Ereignisse konnten wir überall in der Stadt entdecken und so besuchten wir dabei auch das ehrwürdige Hauptgebäude der Friedrich-Schiller-Universität, in welcher übrigens unser Lehrer einst studiert hat.

„Am Johannistor in Jena“

Nach der informativen Stadtführung ließen wir den Abend bei einem gemütlichen Essen ausklingen und besuchten anschließend noch das „Frühlingsfest“ auf dem Marktplatz.
Am nächsten Morgen starteten wir nach dem gemeinsamen Frühstück mit der Bahn Richtung Weimar. Es stand dort die Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus auf unserem Programm. Deshalb besichtigten wir auf dem Ettersberg die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald, eines der größten Lager des NS-Regimes auf deutschem Boden. Dort nahmen wir an einem Rundgang des „Fördervereins Buchenwald e.V.“ teil, der durch den erhalten gebliebenen Teil des ehemaligen Konzentrationslagers führte. Wir standen vor den Gebäuden der Lagerkommandantur und der SS-Wohneinheiten, die wie Mahnmäler der Täterschaft wirkten. Dann betraten wir das eigentliche Lager, was eine ungeahnte Größe hatte und dadurch sehr bedrückend wirkte. Auch ging unser Weg durch das ehemalige Krematorium und andere Räumlichkeiten, in denen unser Guide sehr ausführlich schilderte, was in jedem einzelnen dieser Räume geschehen war. Ins Konzentrationslager Buchenwald waren Kinder und Jugendliche, die keinen Platz in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft hatten, deportiert worden. Außerdem wurden politische Gegner des Naziregimes wie Kommunisten und Gewerkschafter, aber auch sogenannte Asoziale und Kriminelle, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Juden sowie Sinti und Roma gefangen gehalten und ermordet. In der Zeit von 1937 bis 1945 waren fast 280.000 Menschen aus über 50 Nationen in Buchenwald inhaftiert, die Zahl der Todesopfer wird auf etwa 56.000 geschätzt. Nach der Führung hatten wir nun Zeit, uns frei auf dem Gelände zu bewegen und konnten uns die verschiedenen Ausstellungen oder auch einen Film über das Lager ansehen.

Inschrift am Eingangstor des KZ Buchenwald: „Jedem das Seine“

Zahlen und Daten aus der Dauerausstellung

Nach etwa 3,5 Stunden verließen wir den eindringlichen Ort wieder und traten unsere Heimreise nach Bensheim an, wo wir gegen Abend erschöpft, aber voller intensiver Eindrücke wieder ankamen.
Fazit: Die Exkursion war ein gelungener Abschluss unseres zweijährigen Geschichtsunterrichts in der Oberstufe, weil nicht nur die „Zeitreise“ durch die letzten Jahrhunderte so passend erschien, sondern auch der Ort, nämlich ein Besuch in den neuen Bundesländern, den Ausflug zu einem besonderen Erlebnis machte.
Text von Rebecca Weber, Q4

Zahlen und Daten aus der Dauerausstellung



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