25 Mädchen und Jungen der Geschwister-Scholl-Schule im Chemielabor
Samstagmorgen 8.00 Uhr. Eine Gruppe Jugendlicher der 8. Klassen steht schlotternd bei Minusgraden am Bahnhof in Bensheim. Sie warten auf den Zug nach Frankfurt, der sie zu der Ausbildungsfirma Provadis bringen soll, wo sie nach Herzenslust experimentieren dürfen. Was sie da genau erwartet? Das wissen sie nicht.
Dort angekommen, bekommen alle erst einmal einen Laborkittel und eine Laborbrille verpasst. Lustig sehen sie aus in ihren übergroßen blauen Kitteln, wie Schlümpfe. Das sorgt für manches alberne Gekicher. Und weiter geht es, in die Labors. Dort warten schon Ausbilder und Azubis aus dem ersten Lehrjahr, um mit den Jugendlichen erstaunliche Dinge auszuprobieren. Da gibt es zum Beispiel eine Flüssigkeit, die alle paar Minuten die Farbe wechselt. Drei verschiedene hat diese im Programm. Daneben kann eine Pampe aus Stärke und Wasser gemischt werden, die sich beim Kneten verfestigt, aber wehe man hört auf zu kneten, schon beginnt es von der Hand zu tropfen. Und in der hinteren Ecke, was ist denn das? Ein fliegender Teebeutel!? Das glauben Sie nicht? Dürfen sie ruhig! Mittlerweile wissen auch die SchülerInnen wie man das macht.
Neben diesen ungewöhnlichen Spielereien lernen die angehenden Chemiker auch handfeste Sachen, die ihnen für das Verständnis im Chemieunterricht hilfreich sind. Aus welchen Farben besteht ein schwarzer oder brauner Filzstift? Hätten Sie gedacht, dass sich darin rot, blau, gelb, violett und rosa verstecken, ja nach Marke und Hersteller in verschiedener Kombination. Was passiert, wenn man ein Stück Natrium auf Wasser gibt? Es flitzt auf der Wasseroberfläche hin und her, bis es verschwunden ist. Was ist hier passiert?
Nach
drei Stunden fahren 25 zufrieden SchülerInnen wieder nach Hause. Das ist wahre
Begeisterung, wenn man freiwillig seinen Samstagmorgen opfert. Bleibt nur zu
hoffen, dass das so bleibt.
Andrea Zernikow