Unterricht einmal ganz anders: Schollschüler auf Exkursion!

Montag nachmittag, 12.55 Uhr. Normalerweise wäre jetzt der Unterricht zu Ende, nicht so am heutigen Tage, denn die Klasse 11d der Geschwister-Scholl-Schule befindet sich gemeinsam mit ihren  Klassenlehrern Rainer Schnell und  Andrea  Zernikow auf einer naturwissenschaftlichen Exkursion zum XLAB, einer Einrichtung der Universität Göttingen zur Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses und der Zusammenarbeit zwischen Schule und Universität. Und so werden nach fast fünfstündiger Bahnfahrt mit zwei Umsteigeaufenthalten in Kassel und Frankfurt erst einmal die Koffer im Schließfach verstaut, bevor es, getrennt in zwei Gruppen mit je einem Lehrer, an die Arbeit geht: Eine Gruppe besucht die Firma Phywe, um hier diverse Experimente zur Thermodynamik, also  der Wärmelehre, durchzuführen, während die andere Gruppe sich an der Fachhochschule Göttingen/ Hildesheim/ Holzminden mit den experimentellen Möglichkeiten beim Einsatz einer Wärmebildkamera auseinandersetzt. Dieser Gruppe werden auch neueste Entwicklungen und Einsatzmöglichkeiten von Festkörperlasern gezeigt.

Gegen 18.00 Uhr treffen sich, nach getaner Arbeit, die beiden Gruppen in der Jugendherberge wieder. Rasch werden die Zimmer belegt, das Gepäck verstaut und die Betten bezogen, denn gemeinsam will die ganze Klasse Essen gehen. Nach kurzer Suche in der Innenstadt von Göttingen landet man schließlich bei einem Italiener und lässt es sich gut schmecken. Erst spät am Abend findet die Gruppe dann zur Ruhe.

Bereits früh am nächsten morgen beginnt ein langer Tag. Gleich nach dem Frühstück um 7.30 Uhr  geht es von der Jugendherberge mit dem Stadtbus wieder zu den Forschungseinrichtungen. Die beiden Teilgruppen besuchen diejenige Einrichtung, die sie am Vortage nicht gesehen hatte. Nach einer kurzen Mittagspause macht die Klasse, nun wieder vereint, einen Stadtrundgang, der jedoch wegen der beißenden Kälte zum größten Teil in Innenräumen des alten Rathauses und der Aula der Universität stattfindet. Die Schüler erfahren viel über die Geschichte der Stadt und insbesondere der Universität, an der die meisten deutschen Nobelpreisträger gewirkt haben. Direkt im Anschluss besucht die Reisegruppe noch die historische Sternwarte Göttingens, an der neben vielen anderen berühmten Astronomen und Naturwissenschaftlern schon Karl Friedrich Gauß Forschungen betrieb. Müde geht es Richtung Herberge, obwohl Freizeit angesagt ist.

Am dritten Tag in Göttingen geht es wieder sofort nach dem Frühstück zur Norduniversität. In Anknüpfung an den Besuch der Sternwarte vom Vortag geht es um die computergestützte Bear­beitung und Auswertung von fotografischen Aufnahmen des Weltalls. Ziel ist es, aus mehreren Bildern mit hellen Punkten und diffusen Nebeln eine Supernova, also einen explodierenden Stern, herauszuarbeiten. Die Schüler und Lehrer sind mit Feuereifer bei der Sache und gegen Mittag hat es jede Gruppe geschafft, seine Daten so zu bearbeiten, dass das gesuchte Objekt identifiziert ist. Damit können alle getrost in die Mensa zum Essen gehen. Danach ein freier Nachmittag, der ein­zige einer ereignisreichen Woche.

Tag vier der Exkursion beginnt wie die beiden vorangegangenen. Doch heute stehen Experimen­talarbeiten an verschiedenen Formen von Brennstoffzellen, einer möglichen Energiequelle der Zu­kunft, auf dem Programm. Geforscht wird in einem Labor der Anorganischen Chemie, das sich eben­falls in der Norduniversität befindet. Mit Laborkitteln und Schutzbrillen geht es in Zweier­gruppen ans Werk, und so erfahren die Schüler bis kurz vor 16.00 Uhr viel über diese zwar schon lange bekannte, dann fast in Vergessenheit geratene und erst vor einigen Jahren wieder aufge­grif­fene Technologie. Der Abend dient dann dem Vergnügen, denn es ist der letzte unseres Aufent­haltes.

Freitag, der Tag der Heimreise: Nach Koffer packen, Zimmer aufräumen und dem obligatorischen Frühstück begibt sich die Klasse mit dem Stadtbus zum Bahnhof. Uns erwartet wieder eine lange Bahnfahrt, und als der Zug gegen 14.00 Uhr in Bensheim eintrifft, sind zwar alle müde und erleichtert, dass das Ziel erreicht ist, doch  eines ist jedem klar: Auch wenn es bestimmt kein Urlaub war, denn alle haben viel getan und gelernt, so war es sicherlich eine willkommene Abwechslung vom üblichen Schulalltag.

Rainer Schnell

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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