Drei Meter - das ist für leidenschaftliche Steilwandartisten etwas wenig. Studiendirektor Dietrich Hinkeldey, pädagogischer Leiter der Scholl-Schule und selbst begeisterter Bergsteiger, erläutert: "Wenn die Kletterwand höher wäre, müsste jeder Kletterer angeseilt und aufwändig gesichert werden. Bei uns können die Schüler ganz spontan hochklettern, sie brauchen nicht angeseilt zu sein, und die normale Pausenaufsicht oder die Aufsicht des Sportlehrers genügt." Damit sich niemand verletzt, ist unterhalb der Kletterwand ein Kiesbett aufgeschüttet worden. Wer oben angekommen ist oder wer an den kleinen Kletterhilfen abrutscht, springt ab und landet weich auf den Kieseln. Dennoch: Ganz ungefährlich ist die Kletterei an der Wand der Sporthalle nicht: Ein Kletterer kann einem anderen auf die Finger treten, und wenn jemand von oben abspringt und auf dem Fuß eines dort herumstehenden Schülers landet, kann er umknicken und sich den Fuß verletzen.
Deshalb schärfte Studiendirektor Hinkeldey den Schülern die Sicherheitsregeln ein: Jeder muss einen ausreichenden Abstand zum nächsten Kletterer wahren, und nur diejenigen, die gerade klettern, dürfen sich auf dem Kiesbett unterhalb der Wand aufhalten. Mit diesen Sicherheitsauflagen wurde die Kletterwand vom Schulträger genehmigt. Bis zur fertigen Kletterwand war jedoch manche Arbeitsstunde abzuleisten. Schüler, Lehrer und Hausmeister schwangen den Pinsel, um die Betonwand wie eine Felswand aussehen zu lassen, bohrten Löcher, verankerten die farbigen Klettergriffe und legten das Kiesbett an. Der Förderverein der Scholl-Schule stellte etwa 1000 Euro für die Finanzierung der Materialien bereit. Jetzt, da alles fertig ist, finden es die Scholl-Schüler "super, echt cool". Dass ihnen nun so etwas jederzeit auf dem Schulgelände kostenlos zur Verfügung steht, das konnte mancher Jugendliche erst gar nicht glauben. In den ersten Pausen nach der Freigabe der Kletterwand bildeten sich große Trauben von Schülern vor der neuen Attraktion. Selbst einen liebevollen Spitznamen hat die neue Kraxel-Vorrichtung an der Nordseite der Sporthalle. "Jetzt haben wir unsere eigene Eigernordwand", sagte ein Schüler der Jahrgangsstufe 12 stolz. pog |