GSS wird Ganztagsschule !   

 
Nachmittagsangebote für Schüler
Freiwillige für Ganztagsangebot in der GSS gesucht

Damit das Projekt "Ganztagsangebote für den Jahrgang 5" der GSS zum Schuljahresbeginn 2003/2004 gestartet werden kann, suchen die Mitglieder der Koordinationsgruppe jetzt Honorarkräfte für unterschiedliche Aufgaben und Angebote am Nachmittag. Diese erstrecken sich auf einen Zeitraum von 13 bis etwa 16 Uhr und den Interessenten sollte klar sein, dass sich dies nur auf die Schultage bezieht und die Ferientage ausschließt.

Benötigt werden qualifizierte Helfer, die zum Beispiel ein- bis viermal in der Woche von 14 bis 16 Uhr die Aufsicht im Hausaufgabenraum übernehmen oder die als Aufsicht beim Mittagessen an den fünf Werktagen fungieren.

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Interessenten für diese Nachmittagsangebote wenden sich bitte an die Schulleitung der Geschwister-Scholl-Schule, Tel. 06251/10820, 
Fax 06251/10822.

Neben den genannten Aufsichten werden aber vor allem Honorarkräfte für das freiwillige Nachmittagsangebot für die Bereiche Förderkurse und Neigungsangebote gesucht. Nach einer an der Schule gemachten Umfrage bei den Eltern der zukünftigen Fünftklässler sind besonders die Bereiche Ballspiele, Tanz, PC, Kunst/Werken, Musik, Theater, Biologie im Neigungsbereich gefragt, Förderungsangebote sollten sich auf Deutsch, Englisch und Mathematik beziehen.

Als Kursleiter - männlich oder weiblich - wird gedacht an Personen mit Lehrerfahrung mit Jugendlichen, z.B. Lehramtsstudenten, Referendare, ehemalige Lehrkräfte, Vereinsmitglieder und sonstige Personen, denen die Ausbildung der Jugend am Herzen liegt. Honorarkräfte werden je gehaltener Schulstunde entlohnt. Genaueres regelt ein spezieller Honorarvertrag.

 
Schule stärker als Lebensraum begreifen
Geschwister-Scholl-Schule wird Ganztagsschule - Konzept und Angebote

Bensheim. Schulleiter Dieter Zangmeister hat eine Vision, die er - gemeinsam mit dem Kollegium an der Geschwister-Scholl-Schule - zurzeit beginnt, in ersten Ansätzen zu realisieren. Seine Vision basiert auf der Überlegung, die Schule stärker als Lebensraum zu begreifen und die klassische Zeitstruktur aufzubrechen. Ein erster Schritt hin in diese Richtung ist die Einführung der Ganztagsschule zum Beginn des neuen Schuljahres. Verschiedene Arbeitsgruppen haben bereits ein interessantes und perspektivreiches Konzept entwickelt.

Landesweit werden 50 Schulen zum Schuljahr 2003/2004 neu in das Programm aufgenommen, weitere 15 können ihr Ganztagsprogramm erweitern.

Zu den ausgewählten Schulen gehört auch die Geschwister-Scholl-Schule, die die fünften Klassen aller Schulformen in das Programm einbindet. Das sind immerhin acht Klassen mit über 200 Schülern.

Bei der Erarbeitung des Konzeptes spielte eine Überlegung eine besonders große Rolle: Die Schüler sollen nicht nur am Nachmittag "verwahrt" und "betreut" werden, weil beispielsweise beide Elternteile berufstätig sind, sondern zielgerichtet gefördert werden. Diese Förderung soll sich jedoch keineswegs auf Hausaufgabenhilfe beschränken, sondern möglichst in verschiedenen Kursen breit gefächert erfolgen.

Eine weitere Maßgabe: "Wir wollen den Kernfachunterricht verstärken und an einem Nachmittag pro Woche für jede fünfte Klasse Pflichtunterricht halten", erläutert Dietrich Hinkeldey, der pädagogische Leiter der Schule. Ziel ist es, dass sich nachmittags nicht nur Schüler in der Schule aufhalten, die auf Grund von Defiziten oder weil die Eltern nicht zu Hause sind, Kurse besuchen.

Fördermaßnahmen sind unter anderem in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch geplant, allerdings wiederum nicht nur für lernschwache Schüler, sondern auch für besonders begabte Kinder, "ein Förderangebot auf mehreren Niveaustufen", wie Dietrich Hinkeldey betont. "Wir wollen die Qualität des Unterrichts in die Nachmittagskurse einbringen".

Auch den Neigungen der Schüler will die Schule gerecht werden mit Kursen in den Bereichen Sport, Theater, Tanz oder neue Medien, in Fächern also, "die in den Lehrplänen zurückgefahren wurden", bemerkt Hinkeldey.

Viele Eltern wünschten sich eine Hausaufgabenbetreuung, erklärt Schulleiter Zangmeister, doch diese Aufgabe wird nur insofern wahrgenommen, als den Kindern eine Art Bibliotheksraum zur Verfügung steht, in dem sie in Ruhe ihre Hausaufgaben unter Aufsicht erledigen können.

Viel wichtiger ist den Verantwortlichen der Geschwister-Scholl-Schule, den Schülern das "Lernen lernen" zu vermitteln, um sie zum selbstständigen Arbeiten zu befähigen und ihnen Methodenkompetenz anzueignen. Über 20 Lehrer der Scholl-Schule haben sich speziell dafür an einem Fortbildungsseminar beteiligt.

Finanziert wird das Ganztagsschulangebot vom Land Hessen. Über die bereitgestellten finanziellen Mittel kann die Scholl-Schule frei verfügen. Mit einem Teil des Geldes sollen kompetente Honorarkräfte finanziert werden, die bestimmte Kurse leiten. (Siehe nebenstehenden Bericht). Geld ist überdies für Ausstattung und Material nötig. Personell aufgestockt wird die Schule aller Wahrscheinlichkeit nach mit einer halben Stelle.

Geklärt ist auch schon die Versorgung der Schüler. Ein hiesiger Catering-Service wird täglich zwischen 50 und 70 Essen liefern. Interessenten müssen sich bis 9 Uhr melden; eine langfristige Bindung ist nicht erforderlich. Serviert wird in einem Speiseraum eine Hauptmahlzeit mit einem Dessert in der Mittagspause von 13 bis 14 Uhr. Der Preis pro Mahlzeit: Etwa 3 Euro. Die Ganztagsschule endet übrigens um 16 Uhr.

Und wie reagierten die Lehrer auf die Veränderungen an ihrer Schule? "Die große Mehrheit des Kollegiums war für eine Bewerbung als Ganztagsschule und ebenso positiv war das Urteil über das Konzept", betont Schulleiter Zangmeister. Dietrich Hinkeldey ergänzend: "Alle Kollegen ziehen mit. Viele haben sich in den Arbeitsgruppen engagiert."

Zangmeister und Hinkeldey ist bewusst, dass durch die Umstrukturierungen die Schule auch immer stärker ein Arbeitsraum für die Lehrer wird, respektive die Rahmenbedingungen verbessert werden müssen. Es kann nicht sein, dass beispielsweise nur ein Computer im Lehrerzimmer zur Verfügung steht. Auch in diesem Bereich sind Investitionen unumgänglich, ebenso wie in eine Erweiterung der Schule.

Keine Frage: An der Geschwister-Scholl-Schule ist eine Aufbruchstimmung spürbar. Die Verantwortlichen, aber auch das Kollegium haben die Chance der Ganztagsschule und die damit einhergehende Steigerung der Attraktivität erkannt.

Das interessante Konzept öffnet die Tür hin zu einer zukunftsorientierten und auf die gesellschaftlichen Strukturen ausgerichteten Schule, die verstärkt den Erziehungsauftrag im Blick hat, ohne die Qualität des Unterrichts zu vernachlässigen. gl

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