In Energiefragen zwingend umdenken |
Deutscher Bundestag: Schüler der GSS besuchten MdB Christine Lambrecht in BerlinSpannend und engagiert diskutierten Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Schule Bensheim mit der Bergsträßer Bundestagsabgeordneten und rechtspolitischen Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Christine Lambrecht in den Räumen des Deutschen Bundestags in Berlin. Geleitet wurde die Gruppe von Lehrer Dieter Martin, wie es in einem Pressebericht heißt. Zur Einführung verband Lambrecht die Beschreibung des Abgeordnetenalltags mit aktuellen politischen Themen, wie der Verlängerung der Atomlaufzeiten. Scharf kritisierte die Bundestagsabgeordnete das Vorhaben der Bundesregierung, die Laufzeiten von Atomkraftwerken zu verlängern und die Art und Weise, wie mit dem Parlament umgegangen wurde. Dafür gab es Zustimmung, aber auch kritische Nachfragen. Schließlich plane man doch in Italien und Frankreich sogar den Neubau von Atomkraftwerken, hieß es. Lambrecht widersprach und machte deutlich, dass zwar Berlusconi angekündigt habe, ein neues Atomkraftwerk bauen zu lassen und damit wieder in die Kernenergienutzung einzusteigen, bisher sei aber noch nichts geschehen. In Frankreich sei das genauso. "Wer ein Atomkraftwerk bauen will, der muss sagen, wo er es hinstellen will - und er wird keinen Ort finden, an dem ohne Widerstand der Bevölkerung und ohne massiven Einbruch der Wählerstimmen ein AKW gebaut werden kann", so Lambrecht. "Außerdem können AKW's nur mit enormen staatlichen Subventionen gebaut werden, weil Atomenergie einfach unwirtschaftlich ist. Auch angesichts solcher Belastungen der Staatshaushalte werde es bei Ankündigungen bleiben." Wichtiger sei heute ein Umdenken: "Investitionen in erneuerbare Energien anstatt in technische Steinzeittechnologien wie die Kernkraft." Nach ihrem "Lieblingsfach" in der Politik gefragt verwies Lambrecht auf ihre langjährige Mitgliedschaft im Rechtsausschuss, jetzt als rechtspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. "Zurzeit zum Beispiel mit der Neuregelung der Sicherungsverwahrung. Ein sehr sensibles Thema", so Lambrecht. "Wir haben die nicht einfache Aufgabe, den Rechten der Opfer und ihren Angehörigen, aber auch denen der Täter gerecht zu werden. Grundsätzlich unterstützen wir die mit dem Entwurf der Bundesjustizministerin vorgesehene Beschränkung der Möglichkeiten der Anordnung der Sicherungsverwahrung auf schwere Gewalt und Sexualstraftäter. Dies muss jedoch sowohl europa- als auch verfassungskonform umgesetzt werden. Hierbei wird die SPD konstruktiv mitarbeiten". Nach einer Stunde spannendem Gespräch betonte Christine Lambrecht, wie sehr ihr die Aktivität und die Diskussionsfreude der Schülerinnen und Schüler gefallen hat. Für die Gruppe ging es dann auf die Besuchertribüne des Plenarsaals. zg Bergsträßer Anzeiger
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