Eine starke Truppe mit talentierten Solisten

Big Band begeisterte auf der PiPaPo-Bühne

Mit einem breiten musikalischen Spektrum und erfreulich dichten Grund-Sound hat die Big Band der Geschwister-Scholl-Schule am Sonntag den Bensheimer Jazzkeller beschallt. Es war der dritte schulische Jazz-Elefant auf der kleinen Bühne des PiPaPo-Kellertheaters. Nach zurückliegenden Auftritten von Musikern des AKG und des Goethe-Gymnasiums konnte auch die GSS-Formation mit Spielfreude und talentierten Solisten punkten.

Es war nicht zu überhören, dass musikalische Förderung in der GSS eine Hauptrolle spielt. Erst in diesem Sommer hat man sich vom Hessischen Kultusministerium das Zertifikat "Schule mit Schwerpunkt Musik" geschnappt, doch schon seit Jahren sind die Musiklehrer in vielfältigen Arbeitsgemeinschaften organisiert, um das musisch-kreative Potenzial der jungen Leute auch außerhalb des regulären Unterrichts herauszukitzeln.

Junge Leute legen richtig los

Joachim Brenzel ist einer von ihnen. In seinem großen Ensemble hat der Saxofonist einige vielversprechende Talente versammelt. Im Team ist die 20-köpfige Band ein kraftvoll vibrierendes Jazz-Organ, das sich auf rockigem Parkett ("At The Hop") ebenso souverän bewegt wie bei den swingenden Nummern. Bei Benny Goodmans "Stompin' At The Savoy" war der homogene Sound der Gruppe ebenso gut vernehmbar wie bei Herbie Hancocks saftigem "Watermelon Man".

Die achtteilige Saxofon-Sektion bildet den tonangebenden Körper, der von Flöten, Trompeten und einem E-Piano sowie von Schlagzeug und Perkussion flankiert wird. Gleich im ersten Set legten die jungen Leute richtig los. Mit Bluesnummern wie dem flotten "I Can't Turn You Loose" und der klassischen Swing-Episode "Florida Stomp" spielten sich die Damen und Herren warm für den Abend.

Warmes Aroma, satte Akustik


Sehr schön auch die Interpretation von Glenn Millers
"A String Of Pearls" mit einem warmen und fülligen
Aroma, das durch die satte Akustik im PiPaPo umso
schöner in die Ohren drang.

Vor der Pause zeigten die Solisten ihr Können.
Julia Hanschke aus der Jahrgangsstufe 12 gehört zu
den musikalischen Talenten der Schule. Bei den
servierten Standards wurde die Saxofonistin von Lehrer
Dirk Apfel am Piano begleitet. Virtuos und mit
viel improvisatorischer Kreativität erntete sie einen
langen Beifall vom Publikum im gut besuchten Jazzkeller.

Florian Stock (Jahrgangsstufe 13) sowie Angela Thomas
(10. Klasse) und die junge Alina Hanschke
(Jahrgangsstufe 6) konnten im zweiten Teil in
wechselnden Saxofon-Formationen überzeugen. Die
Qualität der Darbietungen spiegelt die gute
musikalische Ausbildung in der Scholl-Schule, wo
das Gros der Schüler ihre instrumentale Ausbildung
von Grund auf beginnt. Talentierte Quereinsteiger
werden natürlich mit Kusshand begrüßt.

Schon einige Asse im Ärmel

Romantisch wurde es bei Gershwins sehnsüchtiger Musicalmelodie "Someone To Watch Over Me". Die Soli bei "Change Rhythm" gingen wiederum auf die Kappe von Julia Hanschke, die am Sonntag etliche neue Freunde gefunden hat.

Mit der Big Band ging es ins lange Finale aus Blues, Rock 'n' Roll sowie Swing und sauber arrangierten Filmmelodien - großer Applaus im PiPaPo-Keller.

Dem Jazz eine Bühne geben: Für den Förderkreis Kleinkunst und Kultur zählt nicht nur die Präsentation erfahrener Künstler. Auch die Förderung von jungen Musikern, talentierten Nachwuchsbands und hörenswerten Schulprojekten liegt den Organisatoren um Reinhold Schmitt am Herzen.

Knapp zwei Jahre nach dem Startschuss verzeichnet der Jazzkeller zahlreiche Anfragen heimischer wie überregionaler Musiker. Das PiPaPo-Kellertheater hat sich als intimes Forum der Szene in kürzester Zeit etabliert. Für die kommenden Monate hat Schmitt einige namhafte Künstler an der Hand - und ein paar echte Asse im Ärmel.

Thomas Tritsch

Bergsträßer Anzeiger
2. November 2010

Skikurs 2007 Neues aus den Fächern: Musik



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