Erdgaspokal der Schülerköche

Scholl Neulinge schlugen sich achtbar beim Kochwettbewerb in Heppenheim.

Das war denkbar knapp! Zwischen den Koch-Teams der Geschwister - Scholl - Schule und dem Team aus Reichelsheim ging es am Ende um einen Punkt Unterschied. Am Schluss errangen unsere beiden Teams mit 92 bzw. 93 Punkten einen Achtungserfolg hinter dem Reichelsheimer Team, das mit 94 Punkten die Nase vorne behielt. Das Heppenheimer Team (KAS) war schließlich Gewinner des Turniers (103. Pkt.) ee

Gastgeber siegen mit dem Menü Amore

"Um genau 16.05 Uhr ist angerichtet. Arbeitet sauber, konzentriert und ordentlich." Mit diesen Worten schickte Armin Treusch, Gastronom aus Reichelsheim, Juryvorsitzender, Vorsitzender des Prüfungsausschusses und zuständig für die Aus- und Weiterbildung des südhessischen Kochnachwuchses, 16 Schülerköche an die Herde.

Exakt zwei Stunden hatten die vier Teams Zeit, jeweils ein Drei-Gänge-Menü für vier Personen zu zuzubereiten und zu präsentieren - mit allem Drumherum und passend zum Motto der Speisen: Tischdecke, Geschirr, Besteck, Gläser und Servietten gehörten zwangsläufig dazu, ebenso wie Speisekarten und eine ansprechende Dekoration. Immerhin vergibt die Jury für eine ebenso kreative wie fantasiereiche Anordnung im besten Fall 15 Punkte, warnte Treusch die Jugendlichen davor, diese Aufgabe zu vernachlässigen.

Auch Heppenheimer Team dabei

Zwei Schulteams aus den Hauptschulzweigen der Geschwister-Scholl-Schule in Bensheim und je eine Mannschaft der Konrad-Adenauer-Schule in Heppenheim und der Georg-August-Zinn-Schule in Reichelsheim hatten sich für den Kochwettbewerb im Regierungsbezirk Darmstadt um den "14. Erdgaspokal der Schülerköche" gemeldet. Austragungsort der Kochveranstaltung war die Küche der Konrad-Adenauer-Schule.

Bevor sich die hoch motivierten Neuntklässler an die Arbeit machten, schnippelten, rührten, quirlten, abschmeckten und brutzelten, setzten sie sich - ganz wie die Profis - zunächst die Kochmützen auf, schlüpften in ihre Küchenkittel und wuschen sich die Hände. Schließlich achteten die Juroren - neben Treusch waren das Moritz Hoffmann und Daniel Rebel von den Patenunternehmen Entega und GGEW - ganz genau darauf, wie sauber die Teilnehmer hantierten.

Maximal 120 Punkte konnte die Jury, die ein genaues Auge auf Arbeitsweise und Verarbeitung der Lebensmittel hatte und großen Wert auf Gesamteindruck, Geschmack und Konsistenz der Gerichte sowie Kreativität und Tischgestaltung legte, vergeben. Welche Schülerköche aus welcher Schule im nächsten Jahr beim Regionalentscheid kochen dürfen, steht erst dann fest, wenn die Ergebnisse aller 15 südhessischen Teilnehmerteams aus den unterschiedlichen Bezirken ausgewertet sind. Die vier Besten kommen weiter.

Für die beiden Kochmannschaften der Geschwister-Scholl-Schule, die von ihrer Lehrerin Sevin Dirim betreut wurden, war die Teilnahme am Wettbewerb um den Erdgaspokal eine Premiere. Trotzdem war bei den Hobbyköchinnen und -köchen kein Lampenfieber zu spüren. Gezielt und konzentriert machten sich die Teams an die Arbeit, packten die Lebensmittel aus und begannen mit den Vorbereitungen.

Knapp drei Wochen hatten die Jugendlichen zuvor Zeit, intensiv für den Wettbewerb zu trainieren - und immer und immer wieder die ausgesuchten Mahlzeiten zu kochen und so lange zu verfeinern, bis sie den allerletzten Schliff hatten. Mit den Drei-Gänge-Menüs "Tricouleur" (grün-rot-weiß) und "Türkische Küche" hatten die Bensheimer Hauptschüler, die Kochen als Wahlpflichtunterricht haben, eine gute Wahl getroffen. Es roch nicht nur verführerisch rund um die Arbeitsplätze und Herdplatten, die Gerichte sahen auch lecker und schmackhaft aus. Italienisch angehaucht war Menü Nummer eins: Es wurden Champignon-Rucolasalat, Bandnudeln mit Basilikumpesto und Hähnchenbruststreifen und als Dessert Vanilleflammen auf Brombeerspiegel serviert. Menü Nummer zwei konzentrierte sich ganz auf die türkische Tradition. Es gab Hirtensalat, ein vegetarisches Nudelgericht und als Nachtisch eine Puddingcreme mit Quitten. Geschmackvoll und an das Motto der angerichteten Speisen angelehnt waren die Tischdekorationen. So reichten beispielsweise die Jugendlichen aus Bensheim der Jury zum türkischen Menü süßen, heißen Tee aus kleinen Silbertassen.

Knackig-frische Versuchung

Für den Hauptschulzweig der Konrad-Adenauer-Schule war es quasi das Abschiedsessen. Ab dem kommenden Schuljahr bleibt nur noch die Grundschule bestehen. Vier Schülerinnen und Schüler der letzten Hauptschulklasse zauberten ein Menü unter den Namen "Amore" - und holten damit am Schluss auch die meisten Punkte. Das Menü bot eine "knackig-frische Versuchung" - eine bunte Salatvariation mit fruchtigem Dressing -, den Hauptgang "Feurige Liebe" - Chilinudeln in feuriger Spinat-Champignonsoße und Putenstreifen - und "Herz in Flammen", das sich als zarte Vanillecreme im roten Früchtetraum entpuppte, der auf der Zunge zerschmolz.

Die Reichelsheimer Teilnehmer hatten ebenfalls ihre Fantasie spielen lassen und ein Menü nach "kulinarischen Sagen und Märchen aus dem Odenwald" zubereitet.

Quelle: Bergsträßer Anzeiger gs


Fotos AE



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