Schulstraße erstrahlt im neuen Glanz

Einweihungsfeier für letzten Sanierungsabschnitt

"Die Möglichkeiten, erfolgreich zu lernen, sind eng verknüpft mit der äußeren Hülle". Landrat Matthias Wilkes konnte gestern in der Geschwister-Scholl-Schule den letzten Trakt auf der Sanierungsliste einweihen. Jetzt stehen den Schülern und Lehrern ansprechende Arbeitsplätze und ein herausgeputztes Forum zur Verfügung, das als Treffpunkt und Veranstaltungsort gleichermaßen genutzt wird.

Passend zur Einweihungsfeier präsentierte es sich in einem netten Ambiente. Dort begrüßte Schulleiter Dieter Zangmeister zur Feier des Tages die Gäste. "Wir sehen Licht am Ende des Tunnels", atmete der Schulleiter durch. Denn in wenigen Wochen wird nach eineinhalbjähriger Bauzeit das Projekt ad acta gelegt werden können. Großes Lob zollte er dem Landrat: "Ohne Ihre Initiative würden wir hier heute nicht sitzen und feiern."

Dieter Zangmeister bedankte sich bei den Architekten und Konstrukteuren für die zügige Umsetzung des Projektes, für das man sich laut Plan bis Weihnachten hätte Zeit lassen können.

"Ich habe großen Respekt vor der Leistung der Fachingenieure", so Zangmeister, der die kooperative Zusammenarbeit mit dem Eigenbetrieb Gebäudemanagement und vor allem Helmut Mohr hervorhob. Die Geschwister-Scholl-Schule zählt in ihren Reihen die meisten Schüler aus Bensheim. Das Refugium für die Oberstufe, das in den letzten Zügen der Sanierung liege, werde man zukünftig auch außerschulisch und in Zusammenarbeit mit der Stadt als Jugendtreff nutzen.

Zangmeister nahm die Besucher zu einem virtuellen Rundgang durch die neuen Räume mit. Fotos zeigten, in welch neuem Glanz die ehemalige Schulstraße erscheint, die früher eher die Atmosphäre einer Bahnhofshalle aufwies. Durch eine bessere Ausnutzung von Fluren konnten zusätzliche Räumlichkeiten geschaffen werden. Neben den neuen Musiksälen finden sich ein Film-Raum und Übungsräume für Kleingruppen. Man funktionierte eine Abstellecke in ein Tonstudio um und richtete einen Regieraum ein. Im ersten Stock befinden sich die Computer-Räume sowie die Verwaltung. "Unser Lehrerzimmer ist ein Schmuckstück geworden", freute sich Zangmeister und zeigte einen hellen, lichtdurchfluteten Raum.

Dass nun Schüler wie Lehrer gute Arbeitsplätze vorfinden, davon konnte sich der Landrat in einem Rundgang überzeugen. "Das Raumprogramm lässt jetzt eine Ganztagsschule zu".

6,75 Millionen Euro kostete die Sanierung des letzten Bauabschnitts. Insgesamt flossen damit 20,25 Millionen Euro allein in die Geschwister-Scholl-Schule. "Es war ein Gebäude von der Stange, in Beton gesetzt", erklärte Wilkes und verwies auf einen Sanierungsstau. Großes Lob erteilte er seinen Mitarbeitern: "Sie haben mit ihrem Engagement dem öffentlichen Dienst alle Ehre gemacht". Angesichts der heutigen Finanzlage sei wohl ein solches Projekt nicht mehr zu stemmen gewesen, verwies der Chef der Kreisverwaltung auf die Haushaltslage. Dennoch ist er überzeugt, dass die Weichenstellung richtig gewesen sei. "Schule und Bildung werden uns noch mit Zinsen beglücken." Auch die Stadt profitiert. Für Bensheim heißt die Aufwertung der Einrichtungen nicht zuletzt eine bessere Qualität als Wirtschaftsstandort.

Musikalischer Schwerpunkt

85 Prozent von den Geldern, die in den Bauabschnitt flossen, bleiben in der Region. Damit konnte man Arbeitsplätze und Unternehmen für die Zukunft sichern, in denen dann die Schüler von heute ihre Ausbildung antreten. "Es macht Spaß, in diesem Ambiente zu sein", freute sich Architekt Klinger. Die schwierige Aufgabe, bei laufendem Schulbetrieb zu sanieren, habe man in Teamarbeit mit Fachingenieuren bestens lösen können. Mit Stolz verwies er auf eine neue Generation in der Haustechnik. Bürgermeister Thorsten Herrmann unterstrich, dass Bildung stets gute Rahmenbedingungen benötige. Er betonte, dass mit den schönen Räumen auch eine Kultur der Wertschätzung für Lehrer wie für Schüler Einzug gehalten habe.

Das Forum präsentierte sich nicht nur im schmucken Ambiente und mit einer vortrefflichen Akustik. Die Besucher konnten sich auch von einer technischen Ausrüstung überzeugen, die Zangmeister zufolge "vom Feinsten ist". Beeindruckende musikalische Akzente setzten der Chor und die Schulband. Dass sie erfolgreiche Arbeit leisten, bewies der Schulleiter mit einem Zertifikat vom Hessischen Bildungsministerium: Seit Samstag ist die GSS offiziell eine "Schule mit musikalischem Schwerpunkt". moni

Bergsträßer Anzeiger
05. November 2010


 



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