Was ist uns biologische Vielfalt wert? |
Umwelttag der 11. Klassen regte zum Nachdenken an"Wie groß ist dein ökologischer Fußabdruck? - oder: Biodiversität - Was ist uns die biologische Vielfalt wert?" Unter diesem Motto stand der Umwelttag der 11. Klassen der Bensheimer Geschwister-Scholl-Schule (GSS), an dem verschiedene Workshops zu Themen der Ökologie aber auch Ökonomie angeboten wurden. Zwei Referentinnen vom Netzwerk BioFrankfurt erarbeiteten mit den Schülern an vielen praktischen Beispielen, warum die Biodiversität die Basis unseres (Über-)Lebens ist, und inwiefern es sich lohnt, sich für eine Artenvielfalt auf unserer Erde einzusetzen. So wurden Gründe aufgezeigt, warum die Korallenriffe durch die Verschmutzung der Meere vom Aussterben bedroht sind. Neben einer schädlichen Anreicherung der Schadstoffe in den Nahrungsketten ist ebenso der wachsende Anteil an Plastikmüll in den Meeren problematisch für die Erhaltung dieser Biotope. Beim Thema Heilkräuter und Medikamente ging es um die Problematik der Biopiraterie, des Patentrechts und der damit häufig verbundenen Benachteiligung armer Länder oder Kontinente wie Afrika. Solche und ähnliche Themen zeigten den Schülern den globalen Bezug ihres Verhaltens auf und in wieweit jeder persönlich auch Verantwortung für sein Handeln übernehmen kann. Praktischer und noch viel anschaulicher wurde es im Naturschutzzentrum Bergstraße: Hier konnte eine Gruppe das Ökosystem Tümpel untersuchen. Die Schüler waren vom Artenreichtum der einheimischen Molche sehr beeindruckt. Die zweite Gruppe konnte - in Schutzanzügen verpackt - live ein Bienenvolk beobachten und erkunden. Wie ein Bienenstaat funktioniert, aber auch, wie ein Imker für den Verbraucher den Honig erntet ohne selbst gestochen zu werden, weckte bei den Schülern besonders großes Interesse. Aber auch hier wurden brisante ökologische Fragen wie die globale Bedeutung der bestäubenden Insekten sowie mögliche Ursachen des Bienensterbens diskutiert. Im Technoseum Mannheim setzte sich außerdem eine Klasse in Begleitung von Dieter Martin mit der Geschichte der Mobilität vom Laufrad bis zu unseren modernen Fortbewegungsmöglichkeiten mit allen Begleiterscheinungen wie Energieaufwand und CO2-Verbrauch auseinander. Die Frage, ob durch den Forschungszweig der Bionik die Problematik des Klimawandels für den Bereich der Mobilität in den Griff zu bekommen sei, blieb natürlich offen. Den Abschluss des Tages bildete der persönliche ökologische Fußabdruck, den jeder Teilnehmer mittels eines Fragebogens für sich selbst erstellte. Die Erkenntnis, dass bereits jeder Urlaub mit dem Flugzeug die Energie einer Familie während eines ganzen Jahres verbraucht oder dass konsequentes Abschalten aller Stand-by-Einrichtungen in ganz Deutschland die Erzeugung des Stroms von einem Atomkraftwerk überflüssig machen würde, stimmte die Schüler nachdenklich. Auch die Frage, wie viel und welchen Müll man durch das Konsumieren von Fast Food produziert, gehörte eher zu den unbequemen Denkanstößen. So war der Umwelttag ein sehr erlebnisreicher Tag für die Schüler der GSS, resümierte die Fachbereichsleiterin Ulrike Zotz. Denn nicht zuletzt tragen gerade auch die außerschulischen Lernorte zu nachhaltigen Erinnerungen und Verarbeitungsprozessen bei, die in positive Verhaltensänderungen münden können. zg Bergsträßer Anzeiger
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