Lernen und Sport ergänzen sich

Interview: Hauke Lerchl von Active Learning e. V. im Gespräch mit der BAnane-Jugendredaktion

Info: Hauke Lerchl ist der Initiator von Active Learning und zugleich der erste Vorsitzende und Pädagogische Leiter des Vereins. Der 28-jährige Lehrer unterrichtet an der GSS die Fächer Deutsch, Kunst und Ethik. Er ist DFB-B-Lizenz-Fußballtrainer und verfügt bereits über eine zehnjährige Motivations- und Nachhilfe-Erfahrung.

Yves Lerchl (26) ist der zweite Vorsitzende und Sportliche Leiter von Active Leaning. Der angehende Referendar studierte Sport, Geschichte und Pädagogik an der Universität Frankfurt.

Henrik Lerchl, Oberstufenschüler am Alten Kurfürstlichen Gymnasium in Bensheim, engagiert sich ebenfalls für den Verein. Der 17-Jährige ist für die Öffentlichkeitsarbeit und Redaktion zuständig. Weiterhin arbeiten für Active Learning e.V. insgesamt 20 Betreuer, darunter Lehrer, Pädagogikstudenten und Oberstufenschüler.

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Active Learning ist ein relativ junges Projekt, das mit der Verbindung aus Hausaufgaben, gezielter Nachhilfe und sportlicher Betätigung Schülern aller Schulformen von der fünften bis zur zehnten Klasse eine neue Art des Lernens und Arbeitens anbieten möchte.

Grundidee und Zielsetzung des Vereins ist es, Kindern und Jugendlichen bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu helfen und neben der schulischen Unterstützung eine Orientierungshilfe zu bieten. Motivation wird dabei groß geschrieben. Außerdem soll besonderes Augenmerk auf die Chancengleichheit und Lebensperspektiven von Kindern und Jugendlichen gelegt werden. Ein eingerichteter Hilfsfonds soll hierbei speziell sozial benachteiligten Familien zu Gute kommen.

Die Kinder und Jugendlichen schätzen an Active Learning vor allem das gute Verhältnis zu den Lehrkräften und den Betreuern. Die Namen aller Teilnehmer sind Hauke Lerchl und seinem Active-Team bekannt, aber auch deren Stärken und Schwächen in Schule und Sport und die soziale Situation der Schüler. Die Teilnehmer finden das Klima in den Kleingruppen sehr angenehm, ebenso wie der gemeinsame Sport, in dem sich auch Schüler verschiedener Altersklassen und Schulen kennenlernen können.

 

BAnane: Wie sieht ein Nachmittag mit Active Learning aus?
Hauke Lerchl: Nach der sechsten Stunde treffen sich alle Teilnehmer von Active Learning zu einem gemeinsamen Mittagessen in der Schulmensa der Geschwister-Scholl-Schule (GSS). Um 14 Uhr beginnt die Lernphase in differenzierten Lerngruppen von fünf bis sechs Schülern. Um 15 Uhr findet die Sportphase in der Schollhalle oder in der Weststadthalle statt. Hier wird in einem dreiwöchigen Rhythmus die Sportart gewechselt, so dass die Schüler neben Fußball, Handball, Basketball auch in ungewöhnliche Sportarten wie Hap-Kido und Flagfootball hineinschnuppern können. Begabten Schülern legen wir dann auch nahe, sich in einem Verein weiter zu engagieren.

BAnane: Gibt es auch nicht-sportliche Angebote?
Lerchl: Die Kinder und Jugendlichen haben die Möglichkeit, an sogenannten Kreativ-Kursen teilzunehmen, in denen Malen, Zeichnen, Fotografieren und Schreiben angeboten wird. Auch in den neuen Lern-Sport-Camps während der Herbst- und Osterferien, werden diese kreativen Bereiche angeboten.

BAnane: Wie funktioniert die Lernphase?
Lerchl: Zuerst einmal ist die Lernphase eine Hausaufgabenbetreuung. Braucht ein Schüler gezielte Nachhilfe, bekommt er diese von unseren Fachkräften.

BAnane: Für wen ist Active Learning konzipiert?
Lerchl: Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche der fünften bis zehnten Klasse. Die meisten jetzigen Teilnehmer gehen auf die GSS, aber auch an anderen Schulen findet das Angebot Zuspruch. Der Schulzweig spielt bei Active Learning keine Rolle: Haupt-, Realschüler und Gymnasiasten sind sowohl bei der Lern- als auch bei der Sportphase gemeinsam aktiv.

BAnane: Welche Kosten kommen auf die Teilnehmer zu?
Lerchl: Schüler haben die Möglichkeit, bis zu vier Mal in der Woche an Active Learning teilzunehmen. Ein Termin pro Woche kostet monatliche 48 Euro. Da wir aber vor allem auch Kinder aus erschwerten Lebensverhältnissen unterstützen wollen, haben wir weitere Möglichkeiten zur Finanzierung von Active Learning eingerichtet. Sozial benachteiligtere Familien können durch einen Sozialfonds einen Beitragsnachlass erhalten; außerdem übernehmen engagierte Bürger auch Patenschaften für einzelne Schüler. Zudem hat die Schulleitung der GSS sich bereit erklärt, einigen Schülern Lern-Stipendien für Active Learning zur Verfügung zu stellen. Lehrer können Schüler aus ihren Klassen für das Projekt empfehlen, denen dann ein Platz bezahlt wird. Nach amerikanischem Vorbild sind diese Stipendien an Leistung und Bereitschaft gebunden. Wer im Unterricht keine Fortschritte macht oder negativ auffällt, muss den Verein wieder verlassen. Das motiviert. Wir wollen dieses tolle Projekt möglichst vielen Kindern und Jugendlichen zugänglich machen, besonders denjenigen, die es dringend benötigen.

BAnane: Wie viele Schüler nutzen das Angebot von Active Learning bereits?Lerchl: Im neuen Schuljahr haben wir 150 Teilnehmer pro Woche. Active Learning wird von den Schülerinnen und Schülern, aber auch von der Öffentlichkeit immer stärker aufgenommen. Wer sich für Active Learning interessiert, kann sich auf unserer neuen Homepage über den Verein informieren. Um Active Learning weiterhin anbieten und das Angebot sogar vergrößern zu können, sind wir allerdings auch auf Unterstützung angewiesen. Wir wollen es unbedingt vermeiden, die Beiträge für die Schüler zu erhöhen, die sich meist keine teure Nachhilfe leisten können. Besonders für das derzeit noch kostenlose Mittagessen, einem wichtigen Element im Active-Learning-Nachmittag, fehlt es im Moment an Geldern. Wir sind jedem sehr dankbar, der uns beispielsweise durch Spenden unterstützt.

Vanessa Vogel und Benita Schader

BAnane/Bergsträßer Anzeiger
01. September 2010


Geschwister-Scholl-Schule

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