Besondere Frauen verlassen die Schule |
Man wäre fast geneigt zu sagen: „Same procedure as every year“. Heike Diehl aber verabschiedet regelmäßig zweimal im Jahr LIVs (Lehrer im Vorbereitungsdienst). So auch dieses Mal. In ihrer Verabschiedung hob sie hervor, dass jeder einzelne intensive Arbeit für das „Kerngeschäft“ geleistet habe, weil der Anspruch, guten Unterricht zu machen, das oberste Ziel gewesen sei. Verabschiedet wurden die LIVs aus dem gymnasialen Bereich: Verena Brinkmann, die es nach Rheinland-Pfalz zieht, und Raja Hourani, der nach Barcelona „auswandert“. Claudia Schuchmann und Marlen Rohnstock werden voraussichtlich auch weiterhin an der GSS unterrichten. Acht Monate, 216 Schultage, hat die italienische Fremdsprachenassistentin Maria Laselva mit ihrer Sprache neue Akzente in der Schulgemeinde gesetzt. Sie hat Schüler für die italienische Sprache begeistert, selbst unterrichtet und nebenbei auch noch selbst die deutsche Sprache gelernt. Ihrem Kernziel, die Begegnung und Auseinandersetzung mit den deutschen Klassikern, kam sie im Unterricht von Gerhild Hoppe-Renner und Jörn Borges näher. Ulla Perrot hob in ihrer Verabschiedung hervor, dass die Zeit mit Maria eine echte Bereichung gewesen sei. Sie dankte vor allem den Gasteltern, der Familie Gärtner aus Einhausen, für deren Fürsorge und Einsatz. Ihren „Drahtesel“ und die Frankfurter Wurst wird Maria Laselva sicherlich vermissen, aber so, versicherte Ulla Perrot, „aus Erinnerung schöpft man neue Kraft“. Am 3.7.2010 wird die junge Italienerin eine Deutschprüfung ablegen und dann zurück in ihre Heimat kehren. Ein Wiedersehen ist fest geplant. Mit Gertrud Wendberg verlässt eine feingeistige, verlässliche Größe die GSS. Seit 1983 hat sie im Gymnasium die Fächer Deutsch und Französisch mit großem Engagement und Herzblut unterrichtet. Sekundarstufenleiter Jörn Borges stellte heraus, dass sie „immer strahlte, wenn sie sich in Novellen hineinversetzte“, sie hatte ihren eigenen, sehr facettenreichen Zugang zu Literatur. Diese Besonderheit wandt sie auch in ihrer Sprache an. Französisch „hat etwas mit Leben zu tun“, was Gertrud Wendeberg nicht nur im Unterricht, sondern auch in ihrem Einsatz für den Austausch mit Compiènge leben konnte. Ihre Reiselust führte sie oft in ihrem Wohnmobil in französische Gefilde. Personalrat Joachim Brenzel zollte der Kollegin deswegen Respekt, keine könne so gut ein Wohnmobil einparken. Er schätze an ihr aber nicht nur diese Fähigkeit, sondern auch ihre Wärme, Unbekümmertheit und Wahrhaftigkeit. Sie selbst versprach zu reisen, schreiben und weiterhin „Literaturgespür zu verbreiten“, Cello zu spielen und zu leben. „Ich gehe und freue mich auf die weite Welt und wünsche Euch, dass Eure gut zusammenhält.“ Dem Anlass entsprechend umrahmt wurde die Verabschiedung durch Gesangseinlagen von Gabriele Morweiser begleitet durch Dirk Apfel am Klavier. cs
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