Gute Orientierung für Schulabgänger

Berufsinformation mittels Info-Mobil der Metall- und Elektroindustrie für Realschüler / Es gibt Lehrstellen

Wie geht es nach der Schule weiter? Die Jugendlichen sollten mit ihren Bemühungen um einen Ausbildungsplatz nicht erst loslegen, wenn sie das Abschlusszeugnis in Händen halten. "Spätestens nach den Sommerferien solltet Ihr Euch kümmern", gab Matthias Schmidt den Neuntklässlern aus dem Realschulzweig an der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) mit auf den Weg.

Der Rheinländer fuhr im Auftrag des Arbeitgeberverbandes der Metall- und der Elektroindustrie gestern mit einem Gelenkbus vor. Im Innern standen diverse Computer, eine Fräse wie auch ein Modell einer Produktionsanlage. Die Pennäler hatten freien Zugang zu den Geräten und konnten sich damit einen ersten Einblick in die Berufsbilder rund um Metall und Elektronik verschaffen.

Einkerbung in Zahlenwürfel

"Es hat geklappt", freute sich die sechsköpfige Gruppe, die - über Computer gesteuert - die Einkerbungen in den Zahlenwürfel aus Metall gefräst hatte. Dabei war sie sehr um Präzision bemüht. Sie rechnete die Koordinaten aus, die sie in das Software-Programm eingaben. Die Sechs hatten bereits eine Vorstellung, wohin die berufliche Reise nach Abschluss der Realschule gehen soll: Einige streben eine Ausbildung als Mechatroniker, andere als Elektroniker an. Sie fanden es sehr interessant, die Maschine auszuprobieren, mit der sie es späterhin zu tun haben könnten.

Die Berufsinformation kommt über das Info-Mobil zu den Schülern. Jedes Jahr macht es an der GSS halt. Es wird gern von denjenigen in Anspruch genommen, deren Ausbildungswunsch in diese Richtung geht. Hier verschaffen sie sich einen Überblick über die diversen Berufe, die es mittlerweile im Metall- und Elektrobereich gibt. Um an detailliertere Informationen zu gelangen, schlagen sie gleich im Info-Mobil im Computer nach. Neun Busse schicken die Arbeitgeberverbände auf diese Weise seit 1988 bundesweit auf die Reise zu den Schulen.

"Wir ordern es jedes Jahr; mit den interessierten Schülern bereiten wir den Besuch ausgiebig vor und auch nach", erklärte Fritz Eberhardt, Leiter des GSS-Hauptschulzweiges. Zudem ist erstmals die Arbeitsagentur mit im Boot. Christine Schäfer und Cornelia Dörsam geben Kurzinformationen zu den differenzierten Berufsbildern. "Ihr habt gute Möglichkeiten auf einen Ausbildungsplatz in dieser Region", machten sie den Jugendlichen Mut. Allein in 16 Metall- und in 15 Elektroberufen stehen in der südhessischen Region Lehrstellen zur Verfügung.

90 Schüler nutzten gestern Vormittag das Angebot. "Mechaniker ist ein vielseitiger Beruf, bei dem ich praktisch etwas tun kann, aber auch konstruieren muss", erklärte einer der Schüler, der sich schon bald um eine Bewerbung kümmern wolle.

Reinhold Stämmler von der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände, Geschäftsstelle Darmstadt und Südhessen, sieht dringenden Handlungsbedarf. Im Vorfeld müsse der Schüler seine Eignung für sein Berufsziel auf den Prüfstand stellen können. 2008 brachen 9000 Jugendliche in Hessen ihre Ausbildung ab.

Die hohe Quote signalisiere, dass die Schulabgänger ein besseres Angebot zur Orientierung brauchen. Unter diesem Aspekt komme dem Einsatz des Info-Mobils eine große Bedeutung zu. In diesem Jahr werde es mit einer zusätzlichen Beratung durch die Agentur für Arbeit flankiert.

Bei weiterhin großem Interesse sollte der Jugendliche als dritte Säule ein Praktikum in einem Betrieb anschließen. Nur auf diese Weise verschaffe er sich vor Antritt einer Ausbildung Klarheit darüber, ob sich seine Vorstellungen mit der Realität decken, ob die kognitive und soziale Kompetenz - und vor allem die Motivation - ausreichen.
moni

Bergsträßer Anzeiger
24. März 2010

 

 



Geschwister-Scholl-Schule

zurück

Bensheim