Von Zickenkrieg bis Zeitungslektüre |
"Welttag des Buches" im Blickpunkt / Lesescouts stellen interessante Titel vor"Ich bin ein Bücherwurm", sagte Gülar. Sie besucht die neunte Klasse der Geschwister-Scholl-Schule und hat sich vor drei Jahren zum sogenannten Lesescout ausbilden lassen. Sie hofft über ihr Engagement, über interessante Veranstaltungen und Angebote auch bei jüngeren Jahrgängen das Lesefieber zu wecken. Unter der Regie der Lehrerin Andrea Eberhardt setzte ihre Arbeitsgruppe im Vorfeld zum Welttag des Buches ein weiteres Mal Akzente. Gestern wie auch heute besuchten die Fünftklässler die Bibliothek. Sie hatten eine Stunde Zeit, um sich mit der Stofffülle auseinanderzusetzen. Die Scouts hatten vier Stationen aufgebaut, die alle Schüler durchliefen. Sichtlich wohl fühlten sich die Gruppen bei der Buchvorstellung. "Das ist ja spannend, das muss ich unbedingt lesen", so ein Schülerkommentar. Es handelte sich um "Die Zuckerschwestern" von Barbara Wendelken. Zwei SpürnasenDie zwei Hauptfiguren leisten kriminologische Meisterarbeit. Auch wenn die beiden Mädels Luzie und Patricia ihren "Zickenkrieg" nebenbei austragen, bringt sie ihre detektivische Spürnase auf denselben Weg. In der Pension der Tante erschreckte ein Riesenkäfer die Gäste. Die beiden recherchierten und stellten fest: Der Käfer kommt in der Lüneburger Heide eigentlich gar nicht vor. Wer hat ihn aus der Karibik eingeschleppt? Die Antwort hätten die Fünftklässlerinnen gern gewusst. Doch die verriet man ihnen nicht. In einer weiteren Station lag ein Stapel "Bergsträßer Anzeiger". Die Schüler hatten die BAnane-Seite zu studieren und Quizfragen zu beantworten. Das kostete Mühe und Anstrengung. Leichte Nervosität machte sich breit. Die Suche nach den richtigen Informationen wurde zu einem Wettlauf gegen die Zeit. An jeder Station konnten sie nur zehn Minuten verweilen. Wer das Medium zum ersten Mal in der Hand hielt, hatte Orientierungsprobleme. Einige erreichten tatsächlich die volle Punktzahl. Als größte Hürde entpuppte sich für die meisten Fünftklässler die Station 3. Die Quizfragen zu den Büchern in der Bibliothek setzten gute Kenntnisse über Aufbau und Struktur voraus. Es galt Fragen zu Verlagen, zu Klappentexten, zu Hörbüchern und Brockhaus zu beantworten. Einige standen vor einem großen Rätsel. Wo sollten sie die Bücher suchen? Andere kannten das System und liefen zielstrebig zum richtigen Fundort. Die Ergebnisse aus dem Quiz werden die Lesescouts noch auswerten. Die Besten können sich über einen kleinen Gewinn freuen. Die zwei Lesepower-Tage gingen bereits in die vierte Auflage. Kushtrim, Güla, Esra, Hatice, Hendrik, Ela, Kristin, Tarseehan, Katharina, Sarah und Florian hatten alle Hände voll zu tun, die fünften Klassen aus allen Zweigen im Schulstundenrhythmus durch den Parcours zu dirigieren. Lesescouts gibt es seit fünf Jahren an der Geschwister-Scholl-Schule. Die Idee kam von der Initiative Stiftung Lesen, die den ersten Jahrgang für die neue Aufgabe schulte. Wie vielfältig ihr Engagement im Laufe eines Schuljahres ist, machte Hendrik deutlich. Neben der Aktion Lesepower, die allein mit der Ausarbeitung von zwei Quiz viel Zeit kostet, besuchen sie Klassen im Unterricht und stellen interessante Bücher vor. Auch geben sie zu einigen Werken aus der Kinder- und Jugendliteratur Kritiken ab, die sie an die Buchdeckel heften. Besonders stolz war die Gruppe auf ihren Besuch im Altersheim. Zur Adventszeit packten sie Weihnachtsgeschichten ein, um sie den Senioren vorzulesen. "Wir haben im Vorfeld lange eine laute Stimme trainiert", erklärte Hatice. Die Überraschung für die älteren Menschen war ihnen gelungen. moni Bergsträßer Anzeiger
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