Energiesparen lohnt sich eben doch |
Energiesparen zahlt sich aus.Für Schulen sogar doppelt, wenn sie sich an dem Prämienmodell des Kreises für das Schuljahr 2008/2009 beteiligt haben. Von den insgesamt 75 Schulen machten 43 mit. Selbst wenn man, wie Landrat Matthias Wilkes ausführte, bei den erzielten Einsparungen zurückhaltend ist und vom "unteren Limit" ausgeht, sei ein Beitrag in Höhe von 50 000 Euro eingespart worden. Davon flossen knapp 22 000 Euro an die Schulen zurück. Es war bereits der vierte Durchlauf des Prämienmodells. Der Landrat räumte ein, dass er eine höhere Beteiligung von nahezu 100 Prozent erwartet hatte. Schließlich haben sich die Energiekosten des Kreises für die Schulen (3,1 Millionen Euro) in den vergangenen vier Jahren beinahe verdoppelt. Der Anstieg sei zum einen dem Preisanstieg geschuldet, zum anderen den veränderten Öffnungszeiten der Schulen. Zunehmend werde bis in den späteren Nachmittag hinein unterrichtet. "Es ist eine astronomische Summe, die noch weiter steigen wird", befürchtet der Landrat. Ziel des Projekts sei es deshalb vor allem, Schüler und Lehrer zu einem achtsamen Umgang mit dem teuren Gut zu motivieren. Voraussetzung für die Teilnahme war die Abgabe eines Rückmeldebogen, der Auskunft gibt über entsprechende Maßnahmen, die an der Schule ergriffen wurden. Darüber hinaus musste ein Projektbericht eingereicht werden. Auf dieser Basis wurden Punkte vergeben. Im Durchschnitt brachten es die Schulen auf 85 Prozent der maximalen Punktzahl. Zwei Schulen knackten die 100-Prozent-Marke: Die Nibelungenschule Lampertheim-Hofheim und die Dietrich-Bonhöfer-Schule Rimbach. Sechs weitere schafften mehr als 90 Prozent. Der Wettbewerb wurde auch diesmal vom Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) ausgelobt. Lothar Eisenmann vom ifeu erläuterte, dass sein Institut bereits seit 15 Jahren ähnliche Modelle in Städten wie Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen begleite. Bei dem Modell komme es weniger auf den exakten, bezifferbaren Verbrauch an, sondern auf die Kosten reduzierenden Maßnahmen und die Frage: Wie lassen sich durch Änderungen bzw. Verbesserung des alltäglichen Verhaltens Einsparpotenziale erzielen? Selbst am Starkenburg-Gymnasium, an dem derzeit überwiegend in Containern unterrichtet wird, sei Sparen möglich. Beeindruckend fand der Fachmann, dass mehr als drei Viertel der von dem Institut vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt wurden. Das Prämienmodell ist laut Eisenmann in erster Linie ein pädagogisches Modell. Es soll die Arbeit der Schulen in den Bereichen Klimaschutz und Energiesparen unterstützen und das Bewusstsein der Beteiligten für diese Fragen schärfen. Tatsächliche Einsparungen spielen dagegen eine nachgeordnete Rolle. Honoriert werden deshalb konkrete Aktionen und die pädagogische Umsetzung des Themas. Die Höhe der Prämien richtet sich nach der Größe der Schule und den jeweiligen Aktivitäten: Prämien-Spitzenreiter ist das Alte Kurfürstliche Gymnasium, das mit 1500 Euro belohnt wurde. Auf den Plätzen folgten die Geschwister-Scholl-Schule (fast 1500 Euro), die Martin-Luther-Schule Rimbach (1400 Euro) und das Goethe-Gymnasium (1300 Euro).
Quelle: Monika Hälker Bergsträßer Anzeiger
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