Für die Seele darf es ruhig mal Cola sein

Elternforum: Vorträge zu den Themen Ernährung und Bewegung in der Geschwister-Scholl-Schule / Genug trinken und den Ranzen richtig packen

Die Schule des 21. Jahrhunderts stellt an ihre Schüler neue Anforderungen. Durch G 8 und Ganztagsschulen halten sich Kinder heute länger dort auf als früher. Das bedeutet einerseits einen schwereren Ranzen, weil für mehr Unterricht auch mehr Bücher mitgenommen werden müssen. Andererseits verlangt dieser Umstand nach einer vernünftigen Ernährung, um über einen längeren Zeitraum leistungsfähig zu bleiben.

Im Rahmen des Elternforums "Gesunde Schule" wurde an der Geschwister-Scholl-Schule mit mehreren Vorträgen über diese Themen informiert. Schüler der fünften Klassen präsentierten Ergebnisse ihrer Unterrichtseinheit "Gesundheit". Dabei demonstrierten sie neben der Funktionsweise der menschlichen Wirbelsäule auch das richtige Packen und Tragen ihres Schulranzens.

Es gilt, schwere Gegenstände zum Körper hin zu verstauen und den Rucksack am Rücken anliegend zu tragen. Biologielehrerin Antje Heuing entlarvte den Mythos, wonach ein Schulranzen maximal zehn Prozent des Körpergewichts eines Schülers auf die Waage bringen dürfe. Dieser entstammt tatsächlich einem Versuch mit Rekruten vor dem Ersten Weltkrieg und war auf deren Kampfkraft ausgelegt.

Eine Studie der Universität Saarbrücken wies nun nach, dass es bei Schülern erst dann zu langfristigen Schäden am Bewegungsapparat kommen kann, wenn das Gewicht des Schulranzens mehr als 30 Prozent des Körpergewichts beträgt.

Physiotherapeutin Claudia Arnold plädierte in ihrem Vortrag für mehr Bewegung und die richtigen Sitzmöbel. "Wenn sich die Belastung für unseren Körper immer weiter erhöht, können wir entweder die Belastung senken oder aber die Belastbarkeit erhöhen", fasste sie zusammen. Erforderlich seien dafür genügend Pausen sowie ein vernünftiger Sportunterricht.

Ebenso wichtig seien sowohl an der Schule als auch zu Hause die richtigen Sitzmöbel, um den Rücken auch bei längerem Sitzen zu schonen. Hierbei sind höhenverstellbare, dynamische Sitzmöbel besonders zu empfehlen, weil auf diesen Möbeln Muskeln besser durchblutet werden.

Der Abschluss der Vortragsreihe blieb Ernährungsberaterin Dr. Ulrike Vogt-Saggau überlassen. Sie erläuterte Parameter einer vernünftigen Ernährung, speziell im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit und Bedürfnisse des Gehirns. "Das Gehirn macht zwar nur etwa zwei Prozent unseres Gewichts aus, verbraucht aber etwa 20 Prozent unserer Energie", machte sie dessen exponierte Stellung deutlich. Zu einer guten Ernährung gehört es, unbedingt morgens zu frühstücken, um so den Stoffwechsel in Gang zu setzen. Ebenso wichtig sei es, genug zu trinken. Zwar seien hier Wasser und Apfelschorle besonders empfehlenswert, für die Seele dürfe es aber ruhig auch einmal eine Cola sein.

Weil das Gehirn auf eine Vielzahl verschiedener Stoffe angewiesen ist, ist eine ausgewogene Ernährung unabdingbar. Dr. Vogt-Saggau erklärte die verschiedenen Aufgaben von Wasser, Fetten, Kohlenhydraten, Eiweiß, Vitaminen sowie Mineralstoffen und zeigte, in welchen Nahrungsmitteln diese enthalten sind.

Nach dem Abend in der Geschwister-Scholl-Schule können Eltern mit ihrem neu erworbenen Wissen nicht nur besser auf die Ernährung, Bewegung und Arbeitsumstände ihrer Kinder achten, sondern auch den eigenen Lebenswandel hinterfragen. pb

Bergsträßer Anzeiger
08. Mai 2010

 



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