Erst büffeln, dann bewegen |
Active Learning: Integration des SchuB-ProjektsSport als Motivation zum Lernen: Die Bedeutung von Bewegung für eine gesunde geistige Entwicklung ist nichts Neues. Körperliche Aktivität fördert die Konzentration, verbessert nachweislich das Speichern von Informationen und macht das Oberstübchen leistungsfähiger. Die Idee von "Active Learning" setzt genau hier an. "Erfolgreiches Lernen braucht tägliche Bewegung", sagt Hauke Lerchl, Trainer der TSV Auerbach und Lehrer an der Geschwister-Scholl-Schule. Gemeinsam mit seinem Bruder Yves bietet er Lernen und Sport als integriertes pädagogisches Betreuungskonzept. Anfang vergangenen Jahres fiel der Startschuss, jetzt ist das Projekt für alle Bensheimer Schulen geöffnet. Dynamisches "Nachsitzen""Active Learning" richtet sich an Schüler aus den fünften bis zehnten Klassen aller Schulformen. Es kombiniert eine kompetent begleitete Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe mit einem vielfältigen Sportangebot. Nach einer Stunde Büffeln steht eine Stunde Bewegung auf dem Plan. Der Anspruch der Macher ist es, den Jugendlichen ein wesentliches Stück Orientierungshilfe im Rahmen einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung zu bieten. Insbesondere Schülern aus benachteiligten Familien wollen die Brüder helfen, soziale Kompetenzen zu stärken und sich für den eigenen Lebensweg zu motivieren. In diesem Jahr ist aus der Initiative ein gemeinnütziger Verein geworden. Mit der GSS wurde ein neuer Kooperationspartner und Standort gefunden. In der Mensa findet an jedem Projekttag ein gemeinsames Mittagessen statt. Danach beginnt das Lern- und Bewegungsprogramm in zwei aufeinanderfolgenden Phasen. Im nächsten Jahr soll das dynamische "Nachsitzen" fest ins Ganztagsangebot der Scholl-Schule eingeklinkt werden. Aber auch anderen Schülern stehen die Türen offen. Derzeit ist neben der Schillerschule auch die Liebfrauenschule mit einigen Teilnehmern vertreten. Für den sportlichen Leiter Yves Lerchl, der wie sein Bruder sowohl als Lehrer wie Trainer aktiv ist, stellt das Konzept eine besondere Art von Erlebnispädagogik dar. Hier haben Jugendliche die Möglichkeit, auch außerhalb von Vereinen und dem reduzierten Schulsportunterricht sportlich aktiv zu sein und etwas für ihre allgemeine Fitness zu tun. Der Anspruch lautet: Chancengleichheit in Bildung und Sport. Koreanische KampfkunstSeit Dienstag gehört auch Hapkido zum sportlichen Angebot. In der Weststadthalle trafen sich 20 Schüler unterschiedlicher Jahrgangsstufen und Schulformen, um einen Einblick in die Welt der koreanischen Kampf- und Verteidigungskunst zu erhalten. Markus Jäger, Übungsleiter bei der TSV Auerbach, erläuterte die einfachen Grundzüge der fernöstlichen Abwehrstrategie, die aus verschiedenen Hebel-, Schlag- und Tritttechniken besteht. Für Hauke Lerchl ist Hapkido eine ideale Ergänzung des Angebots hinsichtlich ihres präventiven Charakters. "Es ist immer besser, Auseinandersetzungen rechtzeitig zu vermeiden." Der Verein kann durch Spenden und Patenschaften unterstützt werden. Talentierte Jugendliche, die sich eine Teilnahme nicht leisten können, haben die Chance, finanzielle Unterstützung aus einem Sozialfonds zu erhalten. Durch die Integration des SchuB-Projekts (Schule und Beruf) werden demnächst weitere Bildungsformen ins Boot geholt. Ziel des Vereins ist die hessenweite Einführung des "Active-Learning"-Modells. Die Unterstützung des Kultusministeriums wäre ein Riesenerfolg. Die Lerchl-Brüder arbeiten daran. tr Bergsträßer Anzeiger
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