Für etliche Schüler war es ein "harter Kampf" |
Hauptschüler feierten ihren AbschlussDie 87 Schüler der Geschwister-Scholl-Schule feierten in der festlich geschmückten Mensa ihren Abschluss und nahmen ihre Zeugnisse entgegen. Für sie war es ein großer Tag. Vorausgegangen waren Abschluss- und Projektprüfungen und "ein harter Kampf", wie die Sprecher der Schüler, Ali Murat Göymen und Tim Wassong betonten, um sich dann bei ihren Lehrern für die persönliche Hilfe zu bedanken. Schulleiter Dieter Zangmeister richtete in seiner Begrüßungsrede den Blick nach vorn, als er bei aller Freude auch die Unsicherheiten und Ängste ansprach, die mit dem neuen Lebensabschnitt auf die Schüler zukommen können: "Hilft das, was in der Schule gelernt wurde, auch im Leben?" Er zeigte sich zuversichtlich dass diejenigen, die gelernt haben, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, ihren Weg machen werden. "Jeder ist einmalig und jeder ist wichtig", versicherte er und forderte die Schüler auf, sich selbst zu akzeptieren. Die Elternbeirätin der 10H, Tatjana Kammerer, erinnerte an den Tag vor vielen Jahren, als man diese Schultüte auf zwei Beinen den Lehrern überließ und inständig hoffte, dass das gutginge. Nun sprächen sie eine Sprache, die man oft nicht verstehe, und hielten einen Abschluss in der Hand. Sie dankte den Lehrern für ihr persönliches Engagement, aber auch der Schulleitung, in deren Verantwortung es steht, eine zukunftsorientierte Idee von Schule zu verwirklichen. Ganz besonders dankte sie der Leiterin des Hauptschulsekretariats, Ruth Künz, die nicht nur Auskunftei, Telefonzentrale und Poststelle ist, sondern mit Herzlichkeit und Geduld für nahezu jedes Problem eine Lösung findet. Für die Elternvertretung sprach Martina Mutzbacher und stellte einen Spruch ihres Großvaters in den Fokus: "Lerne, leiste, spare was, dann hast du, bist du, kannst du was." Sie riet den Schülern, nie mit dem Lernen aufzuhören. Gabriele Thiele, Lehrerin der Klasse 10H, rückte in ihrer Rede dieses Jahr nicht die Schüler, sondern die "Macher", die Lehrer, in den Mittelpunkt und sprach die vielen Dinge an, die neben dem Unterricht anfallen wie: Protokollieren von Fehlzeiten, Zuspruch bei familiären Problemen, Liebeskummer, Zickenalarm, Organisation von Ausflügen, Geldeinsammeln und nicht zuletzt ihr häufig gefragter medizinischer Rat. Die Anspielung auf den Schein, der bei Krankheit von Unterricht befreit, griff auch Hauptschulleiter Fritz Eberhardt auf mit der Bemerkung: "Die Schüler kommen gerne in unsere Schule, sie gehen nur nicht gerne in den Unterricht". Er beklagte den bundesweiten Trend, dass Schüler es vorziehen, weiter zur Schule zu gehen, anstatt sich um eine Ausbildungsstelle zu bemühen. In der Geschwister-Scholl-Schule konnte der Anteil der Schüler mit einem Ausbildungsplatz immerhin von 9 (2007) auf 18 Prozent gesteigert werden, doch auch dies sei nicht befriedigend. In den SchuB-Klassen, die mit Dauerpraktika auf den Beruf vorbereiten, sei die Quote deutlich höher (52 Prozent). Eberhardt gab sich zuversichtlich, was die Schülerzahlen an der Hauptschule betrifft: Diese sind bundesweit um 37 Prozent zurückgegangen, an der Scholl-Schule jedoch um 10 Prozent gestiegen, nicht zuletzt dank des guten "Klimas" an der Schule. Bei der Überreichung der Zeugnisse wurden die Jahrgangsbesten geehrt: Dominik Kochendörfer erreichte einen Notendurchschnitt von 1,3, Vanessa Fasano und Robin Falkenstein schnitten mit 1,4 ab. Musikalisch umrahmte der GSS-Schulchor die Veranstaltung. zg Bergsträßer Anzeiger
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