Berufspraxis in der Schule: Was macht ein Elektroniker? |
Hessischer „Azubi des Jahres“ gibt Scholl-Schülern Tipps aus der PraxisSpätestens dann, wenn das Ende der Schulzeit in Sichtweite rückt, muss sich jeder Schüler fragen, wie es nach dem Schulabschluss weitergehen soll: Ausbildung, weiterführende Schule, Fachschule, Universität? Auch wenn sie von Lehrern, Eltern und Berufsberatern vielerlei Ratschläge und Hilfen bekommen, fühlen sich viele Schüler bei diesen entscheidenden Fragen oft unsicher und hilflos. Sehr dankbar waren daher die Schüler und Schülerinnen einer 9. Realschulklasse an der Scholl-Schule, als ihnen Fabian Ruchniak einen spannenden Einblick in die Berufswelt anbot. Fabian Ruchniak ist vor drei Jahren von der Geschwister-Scholl-Schule mit der Mittleren Reife abgegangen. Danach begann er eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik. Sein Arbeitsgebiet machte ihm mächtig Spaß. Mit den neu gewonnenen Kenntnissen installierte er daheim in seinem Partykeller eine Lightshow vom Feinsten. Auf einem Wettbewerb wurde er letztes Jahr in seinem Bereich als „Auszubildender des Jahres in Hessen“ ausgezeichnet. Auf verschiedenen Berufsmessen präsentierte Fabian Ruchniak die Ausbildung und die Arbeitspraxis eines Elektronikers für Betriebstechnik. Und so machte er auch der Scholl-Schule das Angebot, den Schülern eine solche Einführung zu geben. Lehrer Gerald Platz, der in der Klasse 9 Rc Mathematik und Chemie unterrichtet, griff begeistert zu: „Die Schüler kennen oft nur ein Dutzend Ausbildungsberufe, aber es gibt weit über hundert. Da ist es natürlich toll, wenn sie einen neuen, zukunftsträchtigen Bereich kennen lernen.“ So kamen Fabian Ruchniak und sein Ausbildungs-Kollegen Sven Hemmer in die Scholl-Schule. Sie erläuterten zunächst, wie der Ausbildungsgang in der Elektronik aussieht und was man als Schüler tun muss, um einen Ausbildungsplatz zum Elektroniker zu ergattern. Sie gaben auch Tipps für eine gute Bewerbung und für das Verhalten beim Vorstellungsgespräch. Danach konnten die Schüler Original-Fragebögen eines Einstellungstests ausfüllen. So konnten die Schüler auch erkennen, welche Anforderungen an einen Bewerber gestellt werden, welche Qualifikationen wichtig sind – und in welchen Fächern sie vielleicht schon in der Schulzeit ihre Ohren spitzen sollten. Dann ging’s an die praktische Arbeit. Sven Hemmer und Fabian Ruchniak packten ihre drei großen Kisten aus, in den sich Lötkolben, Lötstationen, Platinen und Bestückungselementen befanden - alles gesponsert von ihrer Firma EWR Netz GmbH in Worms. Nach einigen Vorführungen und Sicherheits-Einweisungen durften die Schülerinnen und Schüler selbst ran. Jeder durfte selbst etwas löten, selbst etwas ausprobieren. Am Ende konnte jeder Schüler anhand eines Bauplans eine Elektronik-Platine mit Bauelemente so bestücken, dass daraus ein funktionsfähiger Zufallsgenerator in Form eines Roulettespiels entstand. Nachdem die letzten Lötungen abgekühlt waren, wurde das Elektronik-Roulette auf seine Funktion überprüft. Voller Stolz nahm jeder Schüler seinen eigenen Zufallsgenerator mit nach Hause. „Den Schüler hat’s Spaß gemacht – und uns auch“, resümierten die „Ausbildungsleiter“ Sven Hemmer und Fabian Ruchniak. Und immerhin drei Schüler der Klasse 9 Rc überlegen jetzt ernsthaft, ob die Ausbildung zum Elektroniker vielleicht nicht genau das Richtige für sie ist. R. Poggenhans |
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