Beim Abschied fließen Tränen

Partnerschaft mit Schule im italienischen Tirano offiziell anerkannt

 

Die Schulpartnerschaft zwischen der Geschwister-Scholl-Schule und dem Liceo Scientifico B. Pinchetti im italienischen Tirano gibt es bereits seit dem Jahr 2002. In beiden Schulen weiß man längst, wie erfolgreich dieser Austausch ist. Jetzt gibt es dafür auch die offizielle Bestätigung vom Schulamt Rüsselsheim, das für die internationalen Beziehungen von hessischen Schulen zuständig ist. Beim letzten Besuch der italienischen Jugendlichen an der Scholl-Schule wurde eine Urkunde für die nunmehr amtlich anerkannte Partnerschaftüberreicht.

 Tirano
  Partnerschaft amtlich anerkannt  (v.l. Ursula Perrot) Foto Funk/BA

Das schöne Städtchen Tirano liegt hoch im Norden Italiens, nur wenige Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. Die Schüler lernen dort Deutsch als zweite Fremdsprache nach Englisch. Diejenigen Schüler, die am Austausch teilnehmen, haben bereits seit vier bis sechs Jahren Deutsch als Pflichtunterricht, entsprechend gut ist ihr Deutsch. Für die Scholl-Schüler ist Italienisch kein Pflichtfach, sondern ein Wahlfach. Sie lernen Italienisch als dritte Fremdsprache.

Natürlich ist der Lernaufwand für eine zusätzliche Fremdsprache nicht gering, aber viele Scholl-Schüler finden, dass sie gerade durch den Austausch mit Tirano dafür entschädigt werden. Wenn Studienrätin Ursula Perrot, die an der GSS Italienisch unterrichtet, von diesem Austausch spricht, gerät sie ins Schwärmen: "Die italienischen Schülerinnen und Schüler sind fleißig und kultiviert, aber auch ungewöhnlich herzlich und emotional. Plötzlich fängt einer an zu singen, schon singt die ganze Gruppe."

Sogar zarte Liebesbande haben sich offenbar in diesem Jahr - wieder einmal - zwischen Mädchen und Jungen entwickelt. Bei der Abfahrt frühmorgens am Bensheimer Bahnhof flossen viele, viele Tränen. Zwei Schülerinnen ließen sich für den Rest des Tages vom Unterricht befreien, weil sie es nicht verkraften konnten, "dass der Besuch schon vorbei ist".

Im Herbst soll der Gegenbesuch in Tirano stattfinden, doch eine Handvoll Schüler hat bereits für die Sommerferien eine private Reise nach Bensheim gebucht, um ihre  neuen Freunde zu besuchen. Das prächtige Verständnis der Schüler untereinander bedeutet einen gewaltigen Motivationsschub fürs Italienisch-Lernen. Doch es geht weit
über die Sprachkenntnisse hinaus.

Mit diesem Austausch, so Lehrerin Ursula Perrot bei der Überreichung der Austausch-Urkunde, "werden Schüler zu Botschaftern der Kultur ihres Landes, sie lernen Toleranz und Vorurteile werden abgebaut."

R. Poggenhans

 



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