Bewerbungstraining: Workshop der Paten für Ausbildung (PfAu)
Tests brachten Schüler ins Schwitzen
Rote Wangen, rauchende Köpfe, angestrengtes Nachdenken und manchmal ein leises Stöhnen - 13 Hauptschülerinnen und Hauptschüler aus den 9. Klassen von Schillerschule und Geschwister-Scholl-Schule probten im städtischen Hort an der Wilhelmstraße den Ernstfall.
Auf Einladung der städtischen Ausbildungsinitiative PfAu unterzogen sie
sich zwei Tage lang mit Einstellungstest und simulierten
Vorstellungsgesprächen einem intensiven Bewerbertraining. Der Workshop startete freitags mit einem gemeinsamen Mittagessen der
Jugendlichen mit ihren Paten. Danach informierte der stellvertretende
Kreishandwerksmeister Heinz Krauß über die Erwartungen und
Anforderungen der Betriebe an die Auszubildenden. In der anschließenden Diskussion, bei der auch die Jugendlichen ihre
Erwartungen äußerten, stellte sich schnell heraus, dass die jeweiligen
Vorstellungen fast identisch waren. Wichtig für beide Seiten waren der
gegenseitige respektvolle Umgang sowie eine gute Arbeitsatmosphäre.
Ernüchterndes Ergebnis
Das Ergebnis des folgenden Einstellungstests war dagegen mehr als
ernüchternd. Bei dem von Melanie Schmidt, Lehrerin der
Geschwister-Scholl-Schule, durchgeführten und ausgewerteten Test waren
Allgemeinwissen sowie räumliches und logisches Denken abgefragt worden.
Für so manchen der Prüflinge waren die dabei aufgedeckten Wissenslücken eine schockierende Erkenntnis des vorhandenen Defizits.
Der Samstag stand ganz im Zeichen der Praxis und begann bereits um 9
Uhr mit Vorstellungstests. Unter der Federführung des Paten Dr.
Droescher wurden die in fünf Gruppen aufgeteilten Jugendlichen zur
ihrer vorab verschickten "Dummy"-Bewerbung befragt.
Dafür standen als erfahrene Interviewer Albert Lewandowski, Volker
Thudium und Georg Vieten von der Vereinigung junger Unternehmer, "Round
Table", sowie Hannelore Nowakowsky, eine Patin mit Erfahrung im
Personal-Management, zur Verfügung. Die Gespräche erfolgten mit
Zuschauern, die durch Beobachtungsbogen den Beteiligten nicht nur
schriftlich, sondern später in der kleinen Runde auch mündlich ihr
jeweiliges Statement zur persönlichen Vorstellung geben konnten.
Kleine Anerkennung
Am Ende waren sich alle Beteiligten über den Erfolg des Workshops
einig, der vor allem den künftigen Berufsanfängern ein erstes Gefühl
für Bewerbungssituationen vermittelte. Ein Teilnahmezertifikat, das Dr.
Droescher im Namen der PfAu-Initiative den Teilnehmern überreichte, war
kleine Anerkennung für den freiwilligen Wochenendeinsatz der
Jugendlichen. Aber auch für die Verantwortlichen und Paten der
Initiative PfAu war diese praxisnahe Veranstaltung eine Bestätigung
ihres Engagements. Um auch weiterhin die Chancen der Jugendlichen für
einen erfolgreichen Start ins Berufsleben verbessern zu können, ist
PfAu auf das ehrenamtliche Engagement berufserfahrener Menschen
angewiesen.
Interessenten, die sich im Interesse optimaler Zukunftsperspektiven für
Jugendliche engagieren möchten, wenden sich bitte an Helmut Hörtler
(Telefonnummer 06251/967335) oder Stephanie Gescheidle (Telefonnummer
06251/1057240) von der Ausbildungsinitiative PfAu. psp
|