Fußballstar überreicht Gütesiegel

Gegen Rassismus: Scholl-Schule erhält gestern begehrte Auszeichnung / Eintracht-Stürmer Amanatidis umjubelt

Die Geschwister-Scholl-Schule kann sich seit gestern rühmen, eine "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" zu sein. Der Stürmerstar und Spielführer des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt, Ioannis Amanatidis, enthüllte unter dem Jubel seiner Fans ein Schild mit entsprechendem Gütesiegel am Haupteingang der Schule.

Der Fußball-Promi, der sich als "Botschafter des Landespräventionsrates" für Gleichberechtigung und Gleichbehandlung engagiert, verlas die Ernennungsurkunde und bezeichnete die Bensheimer Schule als Vorbild für andere. "Ihr müsst ein Zeichen gegen Diskriminierung und Rassismus setzen" und "Macht weiter so", rief er den Jugendlichen zu. 75,7 Prozent aller Scholl-Schüler und Lehrer haben sich bei einer Umfrage im vergangenen Jahr dafür ausgesprochen, aktiv gegen Rassismus vorgehen zu wollen.


Die Geschwister-Scholl-Schule ist jetzt offiziell eine „Schule mit Courage, eine Schule gegen Rassismus“. Eintracht-Stürmer Ioannis Amanatidis überreichte gestern den Vertretern der Schüler-SV (von links) Florian Stock, Sebastian Marquardt und Rouven Lorey die Urkunde und ein Schild.

Damit sieht es die Schule ab sofort als ihre zentrale Aufgabe und Verpflichtung an, sich "nachhaltig und langfristig" gegen Rassismus und gegen Gewalt einzusetzen und einmal pro Jahr ein entsprechendes Projekt zu starten. Florian Stock, Sebastian Marquardt und Rouven Lorey von der Schülervertretung bekannten sich im Namen ihrer Mitschüler öffentlich zu diesen Zielen. Angesichts der Begeisterung der Schüler für den prominenten Ballkünstler, gelang es den Rednern des offiziellen Teils teilweise nur schwer, sich über das Mikrofon verständlich zu machen.

Ihren Stolz über das besondere Zertifikat äußerten neben Bürgermeister Thorsten Herrmann und Stadtrat Matthias Schimpf auch Schulleiter Dieter Zangmeister und Manfred Forell.

Griechin begrüßt Grieche

 Danae Amanatidou begrüßt Torjäger
der Eintracht Frankfurt

Er habe seit Jahren auf diesen Tag hingearbeitet, erklärte Forell, der eigentliche Initiator des Schülerprojekts. Forell ist Schulseelsorger, Mediator und Leiter der Streitschlicher an der GSS und außerdem Migrationsbeauftragter der Stadt Bensheim. Zu der kleinen Feierstunde anlässlich der Titelverleihung trug er das Eintracht-Fan-T-Shirt mit dem Aufdruck "Eintracht-Fans - offen für alle Farben".

Die 15 Jahre alte Schülerin Danae Amanatidou hieß den Fußballprofi an der Geschwister-Scholl-Schule in seiner Heimatsprache willkommen und ergatterte als Dankeschön das erste Autogramm. Seinen Namen musste der gebürtige Grieche Ioannis Amanatidis an diesem Vormittag noch mehrere hundert Male unter sein Konterfei schreiben.

Die Schlange der Autogrammjäger wollte so schnell kein Ende nehmen. Dafür, dass sich die Drängelei trotzdem einigermaßen in Grenzen hielt, sorgten die sehr umsichtigen Schulschlichter an der Bensheimer Scholl-Schule. gs

Bergsträßer Anzeiger
   27. Mai 2009



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