Abschied von Elke Kindinger, Vera Rücker und Hanne Gruß
Alle drei Pädagoginnen der Geschwister-Scholl-Schule, die am Freitag in den Vorruhestand verabschiedet wurden, waren Lehrerinnen "mit Leib und Seele" und fühlten sich ihrer Schule und den Schülern stets eng verbunden.Schulleiter Dieter Zangmeister, Personalratsvorsitzender Joachim Brenzel, der pädagogische Leiter Dietrich Hinkeldey und Gaby Pfister von der Fachschaft Sport hoben die unterschiedlichen Charaktere und Aufgaben der ehemaligen Kolleginnen innerhalb der Schulgemeinschaft hervor und würdigten deren gemeinsames Engagement.Man sage "Dankeschön" und "Auf Wiedersehen" "mit leicht feuchten Augen". Elke Kindinger und Vera Rücker waren "Frauen der ersten Stunde" und "Zeitzeugen". Beide Lehrkräfte begannen ihre Tätigkeit im Jahr 1971 in der Stunde Null, als die aus dem Aufbau-Gymnasium hervorgegangene Scholl-Schule ihren Betrieb aufnahm.
Elke Kindinger unterrichtete 38 Jahre Evangelische Religion und Deutsch. In dieser Zeit war sie auf vielfältige Weise ehrenamtlich tätig. Sie war Fachleiterin für evangelische Religion und Ausbilderin am Studienseminar. 2001 wurde sie in den Gesamtkirchlichen Ausschuss für den evangelischen Religionsunterricht berufen. Mit ihrem sozial-integrativen Wesen habe sie stets versucht, Konflikte zu entschärfen, so Hinkeldey. Zwei besondere Eigenschaften von Elke Kindinger hob der Redner hervor: Ihre Verlässlichkeit und Liebenswürdigkeit. "Du bist anders. Du brauchst keine große Plattform, um Dich darzustellen", sagte der Sprecher des Personalrats und lobte das "hohe Maß an Ausgeglichenheit" seiner Ex-Kollegin.Nur wenige Monate nach dem Schulantritt von Kindinger trat auch Vera Rücker ihren Dienst an der GSS an. Ihre Unterrichtsfächer waren Mathematik und Sport. Zangmeister beschrieb Rücker als "dynamisch, aufgeschlossen, kommunikativ, konsequent und dienstbeflissen".

v.l.: Vera Rücker, Elke Kindinger, Hanne Gruß - Foto: Eban
In ihrer fast 38-jährigen Tätigkeit habe sie mehr als 4000 Schüler unterrichtet. Ein Fehltag der geschätzten Kollegin sei ihm besonders im Gedächtnis geblieben, berichtete der Schulleiter mit einem Augenzwinkern. Am 2. März 1989 streikte die Pädagogin. Anstatt vor ihrer Klasse zu stehen, nahm sie an einer Demonstration für die Arbeitszeitverkürzung von Lehrern teil. Die Konsequenz: Eine Anhörung bei der Schulleitung und ein Eintrag in der Personalakte. Vom Personalrat wurden ihre menschliche Wärme und die gute Zusammenarbeit mit dem Kollegium hervorgehoben. Gaby Pfister blickte in ihrer Laudatio zurück auf die vielen Pausengespräche und die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Vera Rücker stets gefördert habe. Sie erinnerte auch an die "Sportskanone", die Sportfeste, Volleyball-Matches und Skifreizeiten für Schüler.
Dritte im Bunde der künftigen Vorruheständlerinnen war Hanne Gruß. Die ehemalige Vorsitzende des Personalrats war seit 1993 an der GSS und unterrichtete Englisch, Deutsch und Geografie. Der Schulleiter beschrieb sie respektvoll als eine "sehr fordernde Gesprächspartnerin", die er immer sehr geschätzt habe. Ein großes Verdienst von Hanne Gruß sei die Fortführung des Schüleraustausches mit der ungarischen Partnerstadt Mohács. Dass Gruß "kein weichgespülter Mainstream-Typ" ist, zeigte sie bei der abschließenden Dankesrede. Neben vielen positiven Aspekten des Schulalltags, klang auch leise Kritik am Kollegium an, das wenig Lust zeige, an freiwilligen Schulveranstaltungen teilzunehmen.

Schulleiter Dieter Zangmeister verabschiedet Hanne Gruß Foto: Eban
Musikalisch umrahmt wurde die Verabschiedung von Joachim Brenzel und drei Schülern aus der Big-Band der GSS.
gs
Bergsträßer Anzeiger
31. Januar 2009
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