Scholl-Schule bringt Schüler auf Trab |
Gütesiegel: Prüfungen für Gesundheits-Zertifikat laufen / Nur noch eine Hürde muss genommen werdenZu einem gesunden Geist gehört auch ein gesunder Körper, das wussten schon die alten Römer. Wer aber heutzutage sieht, wie verkrampft viele Jugendliche mit gekrümmtem Rücken und stierem Blick stundenlang vor dem Computer-Monitor hocken, macht sich heftige Sorgen über die körperliche – und damit auch über die geistige – Entwicklung der jungen Mediensüchtigen. Und diese Kids sitzen dann auch noch vormittags sechs Stunden in der Schule, tragen schwere Schulranzen nach Hause dort brüten dort nachmittags über ihren Hausaufgaben. Und dazu läuft dann oft noch Musik. Neben den verbreiteten Bewegungs-Defiziten der Heranwachsenden gibt es weitere alarmierende Anzeichen: ungesunde Ernährung, Übergewicht, gestörte Feinmotorik, Konzentrationsschwächen, Rückenprobleme bereits in der Jugend ... – die Liste ist leider nicht vollständig. Einer Schule, der die ganzheitliche Entwicklung ihrer Schüler am Herzen liegt, kann das alles nicht gleichgültig sein. Deshalb ist bereits seit einigen Jahren die Gesundheitsförderung ein besonderer Schwerpunkt an der Geschwister-Scholl-Schule. Die Schule startete eine Anti-Raucher-Kampagne, in der „bewegten Pause“ in der Mittagszeit können sich die Schüler motivierende Sportgeräte ausleihen, im Nachmittagsprogramm gibt es vielerlei Sportangebote, zudem ist die Scholl-Schule eine Schwerpunktschule für Fußball. Doch seit fast zwei Jahren strebt die Scholl-Schule nach Höherem. Sie möchte das Zertifikat als „gesundheitsfördernde Schule“ erhalten. Das ist ein ehrgeiziges Ziel. Denn im Zertifizierungs-Antrag müssen die betreffenden Schulen nachweisen, dass sie in Dutzenden von Unterpunkten Vorbildliches leisten. Weil die Anforderungen so umfangreich sind, ist der Zertifizierungs-Prozess in vier Teilbereiche unterteilt. Im Jahr 2007 erlangte die Scholl-Schule zwei Teil-Zertifikate: „Sucht- und Gewaltprävention“ sowie „Umwelterziehung und ökologische Bildung“. Jetzt erhielt die Schule das Gütesiegel für das dritte Teil-Zertifikat „Bewegung und Wahrnehmung“. Für diesen Teil wurde die Schule nach 15 Kriterien untersucht (z.B. „Werden Angebote zum Ausgleich von Haltungs- und Bewegungsschwächen extern vermittelt?“). Im Jahr 2010 möchte sich die Schule für das letzte Teil-Zertifikat („Ernährung und Verbraucherbildung“) qualifizieren. Dass die Scholl-Schule auch die letzte Hürde nehmen wird, dafür wird sich die engagierte Studienrätin Angela Engelter einsetzen, die von Anfang an die Gesundheitsförderung an der Schule koordiniert hat.
Dabei geht es ihr natürlich nicht vorrangig um das Zertifikat. Seit Jahren schon finden an der Geschwister-Scholl-Schule regelmäßig Projekte zur Gesundheitsförderung statt, so auch in der diesjährigen Projektwoche. Außerdem können Lehrer an der Scholl-Schule für ihre Klassen jederzeit so genannte „Projekte auf Abruf“ buchen: Klettern an der professionellen Kletterwand in Weinheim, gruppendynamische Übungen oder das „Spinnennetz“, bei dem die Schüler sich durch viele gespannte Seile hindurch winden. Die Geschwister-Scholl-Schule hat erkannt: Wenn die Schüler sich nicht bewegen, muss sich die Schule bewegen. Schließlich sollte eine verantwortungsbewusste Schule mehr vermitteln als Vokabeln oder mathematische Formeln. Denn der Mensch besteht nicht nur aus Gehirnmasse.
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