Ernährung und körperliche Bewegung im Mittelpunkt des
Elternforums
Wer das Richtige isst und richtig sitzt - ohne ein
Stubenhocker zu sein -, der lernt leichter und powert seine"Festplatte" im Gehirn auf Hochgeschwindigkeit. Eine ausgewogene,
abwechslungsreiche Ernährung, Sport, viel Bewegung machen Kinder
gesünder und klüger. Über das Wie und Weshalb sprachen im Elternforum der
Geschwister-Scholl-Schule Ernährungsberaterin Dr. Ulrike Vogt-Saggau
und Physiotherapeutin Claudia Arnold vor Eltern, Lehrern und Schülern. Die beiden Expertinnen gaben eine Menge Tipps, wie man mit relativ
geringem Aufwand - und einem guten Vorbild - Kindern auf die Sprünge
helfen kann.
Eine gesunde und vernünftige Ernährung muss nicht zwangsläufig
Genussverzicht bedeuten. Im Gegenteil: "Kinder können getrost auch
Schokolade essen. Sie sollten es aber nicht tun, um satt zu werden,
sondern als Nachtisch, oder als kleine Belohnung", riet die
Ernährungsexpertin.
Zwei Themen standen im Mittelpunkt des Elternforums: "Iss Dich schlau",
hieß das eine, "Wie bleibt der Rücken unserer Kinder gesund?", das
andere. Essen ist wichtig für Körper und Seele, machte die
Ernährungsberaterin und Heilpraktikerin den Eltern klar. Zwang und
Krampf sind allerdings völlig fehl am Platz.
Dr. Ulrike Vogt-Saggau erklärte anhand eines Beispiels, dass
Gehirnzellen, die optimal arbeiten sollen, verschiedene Nährstoffe
brauchen: Wasser, Sauerstoff, Glucose, ungesättigte Fette, Eiweiß sowie
Vitamine und Mineralstoffe.
Bekommt das Gehirn genügend und das richtige "Futter", ist es in der
Lage, auf Hochtouren zu arbeiten: Das Lernen von Vokabeln fällt
leichter, die Konzentration bei den Hausaufgaben hält an - und die gute
Laune steigt. Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Reis und Nudeln, Fisch
und Geflügel, Milchprodukte und Eier, aber auch Nüsse
(Studentenfutter), ein Stück Traubenzucker vor der Klausur, Pilze und
ab und an eine Praline sind die Fitmacher für unsere Kinder.
Fünf Ernährungsregeln für das Gehirn legte die Referentin den Zuhörern
ans Herz: Abwechslungsreiches Essen, viel trinken, ein gutes Frühstück,
möglichst mit Kohlehydraten, viel Sauerstoff und Essen für Körper und
Seele. Neben einer klugen Ernährung und einer ausreichenden
Flüssigkeitszufuhr ist es demnach genau so wichtig, frische Luft in den
Raum zu lassen und sich drinnen wie draußen viel zu bewegen.
Physiotherapeutin Claudia Arnold brach in ihrem Vortrag eine Lanze für
eine ausreichende körperliche Bewegung der Schüler. Nur wenn Kinder
nicht den ganzen Tag herumhocken, sich richtig ernähren und genügend
Sport treiben, bleibt der Rücken gesund - und Schmerzen als Spätfolgen
wie Rundrücken, Verspannungen, schlaffe Bauchmuskulatur, aus.
Damit Belastung und Belastbarkeit ins Gleichgewicht kommen, sollten vor
allem Grundschüler und die Älteren bis zur 7. Klasse, möglichst auf
höhenverstellbaren, in sich beweglichen Stühlen sitzen. Nicht alle Lehrer, die dem Elternforum beiwohnten, waren davon
begeistert, dass die Therapeutin eine aktuelle Studie zitierte, wonach
das "Kippeln" auf dem Stuhl der Muskulatur förderlich ist und diese
aktiviert. Auf mehr Zustimmung stieß die Aufforderung, auch während des
Unterrichts kurze Bewegungspausen einzulegen.
"Viel zu wenig", kommentierte Claudia Arnold Untersuchungen, wonach
sich Kinder täglich nur eine Stunde bewegen. Als Vorbild, wie man
Klassenzimmer nach und nach mit beweglichen Sitzmöbeln ausstattet und
Schülern viel Gutes tut, wurde die Lorscher Wingertsbergschule benannt.
An der GSS wird es ab kommendem Schuljahr für Fünfklässler Einweisungen
zum Maximalgewicht des Ranzens geben. gs
Quelle BA 7.5.2009
http://www.morgenweb.de/service/archiv/artikel/681722830.html
|