Zwei "Urgesteine" sagen Adieu

Gerhard Löffler und Henry Felber verabschiedet / "Ruhender Pol" und Organisationstalent

"Beide Pädagogen haben sich keine halb-akademischen Reden zur ihrer Verabschiedung gewünscht", stellte der Schulleiter der Geschwister-Scholl-Schule, Dieter Zangmeister, klar. Deshalb, so fuhr er fort, habe er bewusst darauf verzichtet, einen Blick in die Personalakten von Henry Felber und Gerhard Löffler zu werfen. Stattdessen rückte er die Persönlichkeit der beiden "Urgesteine" ins rechte Licht und lenkte den Fokus auf deren ehrenamtliches Engagement, von dem die Schulgemeinde maßgeblich profitierte. Löffler und Felber beginnen mit dem neuen Schuljahr ihre Altersteilzeit. Mit einer kleinen Feier verabschiedeten sie sich von ihren Kollegen.
Gerhard Löffler kam 1976 an die Geschwister-Scholl-Schule und unterrichtete in der Sekundarstufe II Biologie und Chemie. Henry Felber war der Schule sogar zwei Jahre länger verbunden. Der gebürtige Pfälzer, FCK-Anhänger und Italienkenner war Realschullehrer "mit Begeisterung". Seine Fächer waren unter anderem Erdkunde, Geschichte, Sozialkunde, Biologie und Arbeitslehre.

Gerhard Löffler

Zangmeister nannte Felber den "ruhenden Pol in einer wogenden Menge" und erinnerte sich an viele Gemeinsamkeiten, wie beispielsweise die Vorliebe für die italienische Küche. Seine Klasse war sein ein und alles, beschrieb der Schulleiter das Verhältnis des zu verabschiedenden Pädagogen zu seinen Schülern. Und "er kann gut zuhören und versteht auch die Argumente der anderen".
"Es ist Zeit zu gehen", sagte Felber zu seinem Abschied. Viele Jahre lang hat er quasi mehrere Jobs gleichzeitig gemacht: Er war in der Gewerkschaft tätig, in mehreren Personalräten und für die SPD im Kreistag. Für die nun beginnende Altersteilzeit habe er sich bewusst nichts vorgenommen: "Es ist einfach wie verlängerte Sommerferien. Und die gab es schließlich jedes Jahr".

Henry Felber
Für Gerhard Löffler stand neben der Wissensvermittlung immer im Vordergrund, seine Schüler " auf das Leben vorzubereiten". Er selbst habe versucht, das vorzuleben, was er den jungen Menschen mitgeben wollte. Löffler hat als Jungpädagoge eines der ersten Biologieabiture der reformierten Oberstufe in Hessen abgenommen. Er war später im Personalrat und als Ausbilder für Referendare tätig.
Dieter Zangmeister rückte das Organisationstalent des langjährigen Kollegen und dessen Reiselust in den Mittelpunkt seiner Abschiedsrede. Er bezeichnete den Naturwissenschaftler als eine Art von "Zeremonienmeister", auf dessen Konto die perfekt ausgeklügelte Vorbereitung und Durchführung der Betriebsausflüge und der Ehemaligentreffen an der GSS gingen. Und weiter gehen. Denn Löffler hat es sich nicht nehmen lassen, auch den kommenden Lehrerausflug im Herbst 2008 mit zu gestalten. Die Koordination für das Treffen der Ehemaligen am ersten Winzerfestsamstag, dem 6. September, ab 16 Uhr, liegt ebenfalls in seinen Händen.
Die jeweiligen Vertreter der Fachschaften und die Personalräte, Gerhild Hoppe-Renne und Joachim Breusel verabschiedeten sich ebenfalls von Felber und Löffler. Gleichzeitig mit den beiden Pädagogen verlässt Oberstufenleiterin Cornelia Kohl die Scholl-Schule. Sie wird Schulleiterin in Ober-Ramstadt.

gs
Bergsträßer Anzeiger
21. Juni 2008
Fotos: e.e

Geschwister-Scholl-Schule

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