Was für ein Zufall: Wir sind ja verheiratet!

Buntes Schülerkonzert der Geschwister-Scholl-Schule begeisterte die Besucher

In der Konzertreihe „Musik lädt ein“ zeigt die Geschwister-Scholl-Schule die ganze Vielfalt ihrer musikalischen Aktivitäten. So war es auch diesmal. Neben einigen Ensembles, die schon lange gemeinsam musizieren und die ein entsprechend hohes Niveau erreicht haben, standen wieder Gruppen wie der „Streicherkurs A“ auf dem Programm, deren Mitglieder erst vor einem Jahr mit dem Geigenspiel begonnen hatten. Klar, dass da noch nicht jeder Ton stimmt und dass das Zusammenspiel noch nicht perfekt klappt.
Doch das machte nichts, und gerade die Vielzahl der verschiedenen Gruppen zeiget, wie gut die Lehrer der Scholl-Schule ihre Schüler für die Musik begeistern können – allen voran die Gymnasiallehrer Joachim Brenzel und Gabriele Morweiser. Auch der Förderverein hilft. Immer wieder finanziert er neue Instrumente, die dann für 8 Euro pro Monat an Schüler ausgeliehen werden. Nachmittags gibt es an der Schule kostengünstigen Anfänger-Unterricht. Ohne dass sie gleich ein teures Instrument kaufen müssen, können die Schüler dann zu Hause ausprobieren, ob ihnen das Musizieren Spaß macht und ob sie wirklich das nötige Durchhaltevermögen besitzen.
Es gibt auch ganze Klassen, die seit einem oder zwei Jahren im Musikunterricht gemeinsam Blockflöte spielen. Die „Coolen Flöter“ von der 6 Ra demonstrierten eindrucksvoll, wie viel dabei auch Schüler lernen können, die ursprünglich nicht so musikalisch waren.
Aus der großen Gruppe der Neuanfänger stoßen immer mehr Schüler in die anspruchsvolleren Ensembles vor. So heißt die Bläsergruppe „FlöSaxTro“ (Flöten, Saxophone, Trompeten) mittlerweile „FlöSaxTroPo“, weil inzwischen auch Posaunen dabei sind. Und in der Big Band der Scholl-Schule spielen nun 27 Schüler mit.
Der Lehrerchor, ursprünglich ein Sextett, nennt sich seit einiger Zeit „X-tett“, weil es insbesondere durch den Wechsel der Referendare immer wieder Fluktuationen gibt. Diesmal waren es acht Musiklehrerinnen und –lehrer. Sie trugen solche Klassiker wie „New York, New York“ vor, bei denen der Funke sofort auf das Publikum übersprang.
Auch die anderen Interpreten kamen beim Publikum gut an. Das lag an der gelungenen Mischung der ausgewählten Musikstücke und an dem schnellen Wechsel der Vortragenden, die keine Langeweile aufkommen ließ. Abwechslung boten auch fünf Schülergruppen aus dem Fremdsprachen-Unterricht von Studienrätin Ursula Perrot, die witzige Szenen in Italienisch und Französisch vorführten. Herausragend war dabei das schauspielerische Können von Kristina Roth, die in einer Szene aus Ionescos absurdem Stück „Die kahle Sängerin“ mit großer Spielfreude den Ehemann spielte. Dieser trifft eine – wie er meint – wildfremde Frau, und nachdem sie in einem ausgedehnten Gespräch viele überraschende Gemeinsamkeiten entdeckt haben, fällt beiden erst sehr spät auf, dass sie schon lange miteinander verheiratet sind.
Einen Höhepunkt unter den Interpreten bildeten zweifelsohne auch die Brüder Jan und Stefan Adrian, die als „Skypipers“ überall in der Region erfolgreich auftreten. Mit Trommel und Dudelsack machten sie Musik vom Feinsten. „Mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ verabschiedete sie Musiklehrer Brenzel, denn nachdem Jan in diesem Jahr sein Abitur an der Scholl-Schule abgelegt hat, haben beide der Schule den Rücken gekehrt und werden allenfalls als Gäste noch gelegentlich bei „Musik lädt ein“ dabei sein.
R. Poggenhans

 


Geschwister-Scholl-Schule

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Bensheim 2007/08