Lehrpläne oft nicht an verkürztes Abitur angepasst

Landtagsabgeordnete Dorothea Henzler informierte sich an der GSS über Auswirkungen von G 8

Schule ist im Umbruch. Das zeigt sich nicht nur äußerlich durch umfassende Sanierungsarbeiten, sondern auch inhaltlich. Am Donnerstag war dies Thema beim Besuch der Landtagsabgeordneten und schulpolitischen Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Dorothea Henzler, in der Geschwister-Scholl-Schule. An dem kurzen Pressegespräch nahmen neben Schulleiter Dieter Zangmeister, der Vorsitzenden des Schulelternbeirates Elisabeth Schuhmann auch Schülervertreter teil.

Die liberale Landespolitikerin besuchte am Donnerstag insgesamt drei Schulen in Babenhausen, Bensheim und Dieburg, um sich insbesondere auch über die Auswirkungen des verkürzten Abiturs (G 8) auf kooperative Gesamtschulen zu informieren, da G 8 nicht unbedingt für alle Schüler geeignet sei.

Der Bensheimer Geschwister-Scholl-Schule konnte Dorothea Henzler allerdings eine "ganz breite Realschulklassen-Aufstellung" attestieren. Wie auch im Wahlprogramm der FDP sprach sich die Landespolitikerin für mehr Selbständigkeit und Eigenverantwortung der Schulen aus. Vor allem große Einrichtungen wie die GSS mit 1600 Schülern und 133 Lehrkräften benötigten finanzielle Autonomie, um ein auf den jeweiligen Standort angepasstes Bildungsangebot bieten zu können.

Zu größerer Selbstständigkeit gehöre allerdings auch mehr Platz. Hier wollte Schulleiter Dieter Zangmeister zwar nicht meckern, denn durch die laufenden Sanierungsarbeiten erhält die GSS auch zehn neue Klassenräume, aber dennoch "wird auch die letzte Besenkammer genutzt".

Die räumlichen Rahmenbedingungen bereiteten den anwesenden Schülervertretern allerdings nicht solche Probleme wie die Stundenpläne. An einem Tag Unterricht von 8 bis 18 Uhr und am nächsten Tag gerade mal zwei Stunden - das sei nicht so toll. Vor allem dann, wenn man erst abends nach Hause komme und dann noch viel Zeit in Hausaufgaben investieren müsse.

Durch den verstärkten Nachmittagsunterricht seien auch andere Angebote, wie etwa die Probe mit der Schulband nicht mehr möglich. So gesehen wäre eine Ganztagsschule bis 16 Uhr und danach Feierabend "ein Traum".

Dorothea Henzler war diese Problematik nicht unbekannt. Auch ihr ist das Manko bekannt, dass die Lehrpläne an den Schulen noch nicht an das verkürzte Abitur angepasst sind. Bezüglich der Umwandlung zur Ganztagsschule stellte die FDP-Politikerin fest, dass die 96Landesregierung bei der Einführung der pädagogischen Mittagsbetreuung vom Bedarf "überrannt" worden sei.

Auch seien die Schulen mit Eigeninitiativen wesentlich weiter gegangen und hätten mehr als das ursprünglich geplante Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung angeboten. Seitdem werde jedes Jahr mehr Geld in den Ausbau der flächendeckenden pädagogischen Mittagsbetreuung investiert. Für 2008 seien beispielsweise 50 Millionen Euro mehr im Landeshaushalt vorgesehen. js
Bergsträßer Anzeiger
27. Oktober 2007



Geschwister-Scholl-Schule

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Bensheim 2007/08