SCHOLL-SCHULE:
Auswahlteam spielte gegen "Schlappis" Weltauswahl / Junge
Kicker sollen optimal gefördert werden
Die Bergsträßer Schiedsrichterlegende Alfons Diry hatte
am Donnerstag leichtes Spiel mit den beiden Teams: Die Freundschaftsbegegnung
zwischen der Jugend-Weltauswahl von Klaus "Schlappi" Schlappner
gegen eine Mannschaft der Geschwister-Scholl-Schule verlief äußerst
fair und reibungslos. Nach einem 0:0-Halbzeitstand hatte am Ende doch
die von Franceso Salotti betreute Elf mit Spielern aus elf verschiedenen
Nationen mit 4:0 die Nase klar vorn.
Aber letztendlich war das Ergebnis nur Nebensache. Das Spiel auf dem
Rasenplatz der FSG Bensheim war vielmehr nur "Aufhänger" für
eine besondere Aktion, für die es galt die Werbetrommel zu rühren:
Ab sofort kann sich die Geschwister-Scholl-Schule (GSS) rühmen,
die erste Fußballschule im Kreis Bergstraße zu sein. Landrat
Matthias Wilkes, Kreisfußballwart Willy Hartmann und Schulleiter
Dieter Zangmeister erklärten: "Die Scholl-Schule als Gesamtschule
mit einer Tendenz zur Ganztagsschule ist dafür genau dir richtige
Einrichtung."
Und die Vorsitzende des Elternbeirates, Elisabeth Schuhmann, ergänzte: "Wir
könnten gleich mehrere Weltauswahlteams bilden, schließlich
kommen unsere Schüler aus annähernd 50 verschiedenen Nationen." Bereits
in der Vergangenheit hat sich die GSS als Talentschmiede für Dribbelkünstler,
Kopfballakrobaten und Torschützen hervorgetan.
Jetzt soll das neue Profil mit Schwerpunkt Fußball weiter geschärft
werden. Inzwischen tut man nämlich noch viel mehr und bietet ab
der 5. Klasse spezielle Kurse zur Förderung junger Ballkünstler
und künstlerinnen an. Trainiert werden Mädchen und Jungs
zusätzlich zum Sportunterricht während zwei Nachmittagsstunden.
Markus Stephan, Heinz Schmidt, Martin Enenkel und Christoph Breitwieser
betreuen die Fußball-AGs.
Um die Kicker möglichst optimal fördern zu können,
strebt die Fußballschule außerdem eine enge Partnerschaft
mit den Sportvereinen an. Dass die größte Schule im Kreis
Bergstraße die Chance ergriffen hat und sich fortan Fußballschule
nennen darf, freute besonders Kreisfußballwart Hartmann. Er versprach
sich dafür einzusetzen, dass die Nachwuchstalente einmal in die
Sportschule des Hessischen Fußballverbandes in Grünberg
hineinschnuppern dürfen. Und Hartmann will noch mehr tun: Er legt
seine fußballerische Autorität beim Deutschen Fußball
Bund ins Gewicht, um einen von bundesweit 1000 neuen Bolzplätzen
für Bensheim zu reservieren.
Trainerlegende in China
Dass der Motor und Vater der Jugend-Weltauswahl, Trainer Klaus Schlappner,
beim Anstoß zwischen seinen Buben und den GSS-Schülern nicht
persönlich dabei sein konnte, mag ihn selbst am meisten gefuchst
haben. Schließlich hatte er Order erteilt, das Spiel und die
anschließende Pressekonferenz per Videokamera aufzunehmen. Und
ab ging es mit dem Filmmaterial noch gestern nach Peking. Dorthin war
Schlappi nämlich vom olympischen Komitee und der FIFA zwecks Vorbereitung
für Olympia 2008 berufen worden.
Und da sich das Trainer-Original gerade zur Weltmeisterschaft der
Frauen in Shanghai aufhielt, nahm er die Einladung in die chinesische
Hauptstadt gerne an. Was zu Folge hatte, dass sich der Schirmherr der
ersten Fußballschule im Kreis durch seinen Sohn Volker in Bensheim
vertreten ließ. Volker Schlappner führt mittlerweile den
väterlichen Elektro- und Installationsbetrieb in Biblis.
Und er springt immer dann für seinen Vater ein, wenn dieser wie
so häufig in Sachen Fußball in der ganzen Welt unterwegs
ist. Dass der Botschafter der Bergstraße in China mittlerweile
der bekannteste Deutsche überhaupt und dazu ein unbezahlbarer
Sympathieträger für seinen Sport und seine Heimat ist, glaubt
man Volker Schlappner aufs Wort. Und ganz bestimmt hätte sich
der quirlige Herr mit dem Pepitahut mächtig gefreut, wenn er hätte
dabei sein können, als sein Enkel Fritz in der zweiten Halbzeit
eingewechselt wurde. gs
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