GSS-Abiturfeier: Von schätzenswerten Schüler-persönlichkeiten und der Integration von "Neuen"

Kurven und Umwege auf dem Lebensweg

Im Forum der Geschwister-Scholl-Schule erhielten 62 festlich gekleidete und "gereifte" junge Persönlichkeiten ihre Abitur- oder Reifezeugnisse. Allerdings war der Weg zur schriftlich bescheinigten Reife nicht immer geradlinig, da habe es "die eine oder andere Kurve, Schleife oder Ecke" gegeben, erinnerte sich Studienrat Tim Schmöker als Sprecher der Tutoren.
Viele Abiturienten hätten nicht durchgängig die Gymnasialklassen 5 bis 13 an der Geschwister-Scholl-Schule besucht, sondern seien von anderen Schulen und Schulzweigen herübergewechselt. Die Integration der "Neuen" sei gut gelungen, und am Ende habe es ein tolles Gemeinschaftsgefühl unter den Schülern gegeben, sagte Schülersprecherin Vanessa Senn - vor allem dank vieler gemeinschaftlicher Erlebnisse auf Ausflügen, Reflektionstagen und Kursfahrte
An diese Fahrten konnte sich auch Lehrer Schmöker lebhaft erinnern: "Ich habe erlebt, dass ihr solidarisch zueinander steht, dass ihr engagiert seid und den notwendigen Fleiß aufbringen könnt, dass ihr kreativ seid und vielfältige Ideen einbringen oder dass ihr zuverlässig Aufgaben erledigen könnt. Ich glaube, dass ihr dabei geradezu typisch für einen Abitur-Jahrgang an der Geschwister-Scholl-Schule seid."
An dieser Schule ist man es offenbar gewohnt, wenn das Leben eines Schülers nicht ganz stromlinienförmig verläuft. Tim Schmöker resümierte: "Es gibt eben nicht nur den einen geradlinigen Weg. Ein Schülerleben bringt einfach viel zu viele Wendungen mit sich. Diese Wendungen gehen wir an der Geschwister-Scholl-Schule gerne mit. Ich bin der Meinung, dass gerade das ein Markenzeichen unserer Schule ist und bleiben muss."
"Umwege erhöhen die Ortskenntnis", stimmte Schulleiter Dieter Zangmeister zu. Manche Extratouren kosten freilich Kraft und Nerven, das gilt nicht nur für Lehrer. "Wir Eltern fiebern und leiden oft mehr mit, als uns lieb ist. Wir bibbern vor Klausuren", seufzte Elternsprecherin Ingrid Fahrner.
Doch die Schüler sehen offenbar wenig Anlass, lieb gewordene schlechte Gewohnheiten abzulegen. Mit den Überlegungen für ihre Abi-Rede habe sie erst vor wenigen Tagen begonnen, gestand Vanessa Senn als Sprecherin der Abiturienten in ihrer witzigen und offenherzigen Rede: "Ich habe das so gehandhabt, wie man das auch in unserer Stufe vor den Klausuren handhabte: immer schön alles kurz vor knapp, sonst vergisst man ja alles wieder!"
Doch am Ende langte es doch oft zu beachtlichen Abiturzeugnissen. "Jeder Einzelne, der hier sitzt, kann stolz auf sich sein", befand Vanessa Senn. Schulleiter Zangmeister meinte, dieser Stolz sei auch schon vorher berechtigt gewesen: "Man ist nicht erst 'etwas', wenn andere meinen, dass man einen ehrbaren, wichtigen oder 'richtigen' Beruf erworben hat - oder gar erst dann, wenn man darin eine wichtige Funktion ausübt. Wir Kolleginnen und Kollegen an der Geschwister-Scholl-Schule denken, dass ihr schon immer 'wer wart'. Und deshalb haben wir versucht, euch hier aufzunehmen und zu begleiten, manchmal auch zu lenken, manchmal auch zu konfrontieren."
Aber, so der Schulleiter weiter, "ihr seid jetzt überzeugt, ihr hättet euer Ziel erreicht, und ich möchte ganz deutlich darauf hinweisen, dass das zum Glück nicht so ist. Ihr betretet nur eine neue Stufe in eurem Leben." Auf ihrem künftigen Weg sollten die Jugendlichen nicht nur an ihre eigene Entwicklung denken. Das Ziel müsse sein: "Man selbst sein und bleiben und werden - und auch für die anderen und die Welt handeln."
Ganz so hoch wollte Abiturientin Vanessa Senn die Ziele für die nächste Zeit dann doch nicht hängen. Das zielstrebige und geradlinige Leben muss ja nicht unbedingt gleich morgen beginnen. Schließlich kann ja auch so mancher Umweg durchaus lustvoll sein, denn: "Reife bedeutet nichts anderes, als alt genug zu sein, um zu wissen, was man nicht tun sollte - und noch jung genug, um es trotzdem zu tun."
pog
 

Die Absolventen

Jan Adrian, Bensheim; Lisa-Maria Berg, Kolmbach; Verena Bernstein, Bensheim; Kevin Billau, Biblis-Nordheim; Ulrike Brecht, Biblis; Manuela Büchler, Andreas Büttner, beide Bensheim; Denis Darmstädter, Lampertheim; Dominik Demtröder, Beatrice Dick, beide Bensheim; Lukas Drawitsch, Heppenheim; Kathrin Eichhorn, Bensheim; Simone Fieser, Groß-Rohrheim; Tobias Fischer, Bensheim; Sandra Flick, Zwingenberg; Thora Gölles, Lorsch; Martin Groß, Mirjam Barbara Groß, beide Bensheim; Dominik Grub, Lampertheim; Sven Günster, Biblis; Carsten Hannewald, Schannenbach; Bastian Heer, Johannes Henrich, beide Bensheim; Philipp Hensel, Lampertheim; Sascha Hiller, Reichenbach; Christian Hink, Malte Hölzel, Barbara Jasmin Hoock, Larissa Jahr, alle Bensheim; Astrid Kirschner, Heppenheim; Lisa-Katharina Klier, Bensheim; Jonas Kunert, Claudia Kurz, beide Heppenheim; Marcel Laue, Natalia Litke, Markus Mai, alle Bensheim; Janis Marx, Laudenbach; Astrid Mößinger, Bensheim; Philipp Och, Hambach; Eva Ramershoven, Lindenfels; Stephanie Rettig, Lorsch; Juliane Ritsert, Auerbach; Peter Rodorff, Bensheim; Sophie Roß, Lorsch; Marcelo Schäffer, Bensheim; Sven Scheffler, Hochstädten; Benedict Schicht, Gadernheim; Larissa Schmitt, Viernheim; Marcel Schwanebeck, Marina Seib, beide Bensheim; Maria Anna Vanessa Senn, Hofheim; Pascal Michael Simon, Lampertheim; Matias Stagno, Elmshausen; Florian Steinmann, Schwanheim; Eva Tremmel, Bürstadt; Anna Marina Vacante, Fabian Velten, beide Bensheim; Alexander Volk, Heppenheim; Caroline Vollrath, Sven Wabera, Robin Weiss, alle Bensheim; Stephanie Wolf, Lindenfels.

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