Als Elternbeiratsvorsitzende hat die ausscheidende Elisabeth Schuhmann für unsere Schule viel erreicht
In unserer Zeit des Egoismus und der ausgefahrenen Ellenbogen gehört sie zu einer bedrohten, aussterbenden Spezies: Elisabeth Schuhmann setzt sich mit enormer Energie nicht für sich, sondern für andere ein. Rechnet man ihre Arbeit als Familien-Managerin dazu, kommt sie damit oft auf einen 12-Stunden-Arbeitstag, wie sie sagt. Ihre Tätigkeitsbereiche sind alle ehrenamtlich, sie bekommt keinen Cent dafür. Seit ca. 16 Jahren ist sie im Kirchenvorstand der Michaelsgemeinde. Und sie war 7 ½ Jahre Mitglied im Schulelternbeirat der Scholl-Schule – davon 5 ½ Jahre als Vorsitzende. Ebenfalls arbeitet sie seit Jahren im Kreiselternbeirat mit - 1 ½ Jahre davon war sie im Vorstand. Ihre Ämter als Elternvertreterin laufen nun aus, da ihr jüngster Sohn volljährig geworden ist.
Ihr Einsatz für die Scholl-Schule war echte Herzenssache. Dort – so sagte sie in ihrer Abschiedsrede – habe sie immer das Gefühl gehabt, dass die Kinder im Mittelpunkt stehen; Und zwar auch die Kinder, denen das Lernen aus welchen Gründen auch immer schwerer fällt und deren Elternhaus sie nicht zu den Privilegierten machen konnte. Deshalb müsse gerade die Geschwister-Scholl-Schule – so fand sie – der Konzeption folgen, die in der berühmten Wiesbadener Helene-Lange-Schule entwickelt worden ist. Danach sollte die Schule „ein Lern- und Lebensraum für unsere Kinder, ein Entwicklungsraum sein, in dem der Mensch ganzheitlich wahrgenommen wird.“
Diese Vorstellung deckt sich haargenau mit den Zielen von Schulleiter Dieter Zangmeister und gemeinsam erreichten die beiden in wenigen Jahren beeindruckende Entwicklungssprünge für die Geschwister-Scholl-Schule. Mittlerweile ist die Scholl-Schule eine Ganztagsschule. Ein Erweiterungsbau mit Mensa, Bibliothek und neuen Klassenräumen wurde fertiggestellt. Der naturwissenschaftliche Trakt und weitere Klassenräume werden momentan aufwändig umgebaut und das Außengelände wurde neu gestaltet.
Zu all dem hat Elisabeth Schuhmann einen erheblichen Teil beigetragen. Als sie anfing – so erinnerte sie sich in ihrer Abschiedsrede, – habe die Sanierung der Schule und der Bau einer Mensa „auf Platz 17 oder 18 im Schulentwicklungsplan des Kreises gestanden. Nun sind wir meines Wissens die ersten im Kreis, die eine fertige Mensa und Bibliothek haben. Denn die Vertreter des Kreises und Landes haben gesehen, dass wir an der Geschwister-Scholl-Schule für die bildungs- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit ein fertiges und in sich schlüssiges Konzept haben, hinter dem wir alle – Schulleitung, Eltern, Lehrer – gemeinsam stehen.“
Und in den Gremien – z.B. in der Kreis-Schulkommission – saß Elisabeth Schuhmann jahrelang auch. Sie ist in keiner Partei, aber sie kennt viele Leute, versuchte immer wieder das Schulamt, führende Leute aus der Wirtschaft und Politiker – bis hin zur Kultusministerin – zu überzeugen und kämpfte so für die Vision einer noch lebenswerteren Scholl-Schule, die somit für die Schüler zu einer Oase des Sich-Wohlfühlens werden konnte.
„Elisabeth Schuhmann war an vielen Stellen unsere Türöffnerin“, sagt Schulleiter Dieter Zangmeister, „sie hat einen Großteil dazu beigetragen, dass die Scholl-Schule in letzter Zeit überall viel Ansehen hinzugewonnen hat.“ Viele Informationsabende hat sie organisiert, Elternbriefe verfasst, eng mit den Eltern und Lehrern zusammengearbeitet. Immer wenn Hilfe gebraucht wurde, war sie da. Das gemeinsame zielorientierte Handeln aller Beteiligten in und um Schule war und ist ihr sehr wichtig und sie ist dankbar, immer darin sowohl von Eltern, Schulleitung, Lehrern und Schülern, aber auch politisch Verantwortlichen vorbildlich unterstützt worden zu sein.
Wenn Elisabeth Schuhmann von einer Sache überzeugt ist, ist sie sehr beharrlich, durchsetzungsfähig und resolut. Dabei ist sie stets freundlich, fröhlich und auch manchmal selbstironisch im Ton. Sie verströmt so viel Herzenswärme wie ein aufgeheizter Kachelofen. Jeder spürt: Sie kämpft mit Herz und Verstand für andere. Das alles macht sie so erfolgreich, zu einem Glücksfall für die Geschwister-Scholl-Schule.
Dabei hat sie es persönlich nicht leicht gehabt. Sie hatte einige schwere Schicksalsschläge zu verkraften, die manchen anderen sicherlich verbittert und zynisch gemacht hätten. Aber ihre christliche Überzeugung gibt ihr enorm viel Kraft. In ihrem Glauben liegt wohl auch der Grund für ihre Demut, ihre Uneigennützigkeit, ihr Einsatz für „Schwächere, die wie wir Geschöpfe Gottes sind“. Sie hat sogar aus ihrem rastlosen Einsatz für die Scholl-Schüler Kraft gewonnen. Ihre Erfahrung ist: „Die Liebe, die man gibt, kehrt ins eigne Herz zurück.“
R. Poggenhans
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