Als wir nach der Pause hereinkamen stand ein fremder Mann am Pult. Ich dachte: „Wer iss´n das?“. Dann fiel mir ein, dass wir Besuch von einem Schriftsteller bekommen sollten. Das war er also. Auf dem Pult neben Herrn Isau – wie er sich vorstellte – stand ein Buch und darauf ein kleiner Eisbär. Ich dachte: „Was kommt denn jetz´?“. Was das Buch betraf - ein halbes Gesicht von einem Eskimo – war es auf den ersten Blick nicht sehr eindrucksvoll! Nach der Begrüßung fing er an sein Buch „Minik, an den Quellen der Nacht“ vorzustellen.

Ralf Isau und seine Zuhörerschaft
Als erstes hat er davon erzählt, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht.Ein Eskimojunge kommt um die Jahrhundertwende mit seinen Eltern zu Forschungszwecken nach New York. Dann begann er vorzulesen. Es war angenehm ihm zuzuhören. Er gestaltete es spannend und interessant. Als wir gerade in die Geschichte vertieft waren – plötzlich ein Schrei!!! Wir schreckten auf und waren endgültig aus unserem Unterrichtsschlaf aufgewacht. Der mittlerweile 16-Jährige Minik stand vor einem Glasschaukasten, in dem das Skelett seines toten Vaters ausgestellt wurde. Der Übergang vom Vorlesen zum Erzählen war so fließend, dass man manchmal gar nicht gemerkt hat, wo das Buch gelesen wurde und wo das Erzählte begann.
Auf unsere Frage „Wie kommen Sie auf all die Ideen für Ihre Geschichten?“, antwortete Herr Isau, dass ihm die Ideen meistens in seiner Freizeit kommen. Bei einem Museumsbesuch zum Beispiel stand er vor einer Statue und überlegte sich, was wäre, wenn diese vergessen im Museumskeller stehen würde. In seiner Fantasie wurde sie lebendig, sah an sich herunter und bemerkte, dass ihr ein Fuß fehlte. Dann ging sie weg. Wohin? In ein Land, in dem alle vergessenen Dinge weiterleben. So kann die Idee zu einem neuen Buch entstehen. An Fantasie fehlte es Herrn Isau schon in der Grundschule nicht. Das merkt man, denn ich hätte mir das vorgestellte Buch am liebsten gleich mit nach Hause genommen und dort weiter gelesen.
Helena Gebhardt
8Ga Geschwister-Scholl-Schule
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