Zum Schuljahresende verlassen fünf Lehrer die Schule
Zum Ende des Schuljahres wurden an der Geschwister-Schule fünf
Lehrerinnen und Lehrer verabschiedet, die jahrzehntelang dem Kollegium
der Geschwister-Scholl-Schule angehörten.
19 Jahre lang war Oberstudienrat Rüdiger Pfaff
Lehrer für Sport und Biologie an der Scholl-Schule. Als eher ruhiger,
zurückhaltender Mann stand er selten im Rampenlicht, doch im Hintergrund
hat er an dieser Schule einiges bewegt. So war er mehrere Jahre
lang Vorsitzender einer Arbeitsgemeinschaft, die ein Planungskonzept
für das große Außengelände
der Schule erarbeitete. Manche Projekte dieses Gesamtplans sind bereits
verwirklicht, z.B. ein Bolzplatz, ein Streetball-Feld sowie unterschiedlich
gestaltete Treffpunkte für kleine Schülergruppen. Im letzten
Jahr kümmerte sich Rüdiger Pfaff um eine verbesserte
Berufsorientierung der Oberstufenschüler. Mit Vorträgen,
Praktika, Betriebsbesichtigungen und Ähnlichem bot er ihnen vielerlei
Informationen über interessante Berufsfelder an. Im nächsten
Schuljahr wird er eine Stelle als Leiter einer gymnasialen Oberstufe
in Reichelsheim antreten.
Verabschiedet wurden:

Ulla Heine-Marx Elfi
Ostheim
Eine ähnlich zurückhaltende Persönlichkeit
ist Ulla Heine-Marx, die 23 Jahre lang an der Scholl-Schule vornehmlich
Kunst unterrichtete. Sie hatte zunächst Grafik-Design studiert,
fand aber bald heraus, dass sie die Arbeit mit Jugendlichen viel mehr
faszinierte. „Ich
fand es toll zu erleben, wie sich ein Mensch verändert – durch
Zuwendung“, sagt sie, „ich war unheimlich gern an der Schule,
und es fällt mir schwer zu gehen.“ Zuwendung oder auch Nächstenliebe
waren auch in der Schule wichtige Begriffe für sie, die sich zum
Christentum bekennt: „Ohne
meinen Glauben könnte ich nicht existieren.“ Seit Jahren
arbeitet sie sehr aktiv in der evangelisch-freikirichlichen Gemeinde
in Hemsbach. Und diese Tätigkeit will sie jetzt, nachdem sie aus
gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzt wurde, verstärken.
Ebenfalls in den Ruhestand wurde Elfi Ostheim verabschiedet.

Detlef Römer Hennes
Rücker
Hans Rücker sagt, er gehöre zu den „Gründervätern“ der
Scholl-Schule. Im Jahr 1970 unterrichtete er an der Joseph-Heckler-Schule
zunächst eine Grundschul-, später eine Realschulklasse -
mit 44 Schülern. Da an der Heckler-Schule der Realschulzweig nicht
weitergeführt wurde, wechselte er mit seiner Klasse 1971 an die
neu gegründete Scholl-Schule. Schon ab 1973 bildete der noch junge
Lehrer nebenamtlich Referendare aus. Später arbeitete der „Rektor
als Ausbildungsleiter“ – so lautet sein offizieller Titel – hauptamtlich
am Studienseminar in Heppenheim und hielt nur noch mit wenigen Unterrichtsstunden
an der Scholl-Schule. Auch am Studienseminar wurde er im Rahmen einer
Feierstunde verabschiedet.

Rüdiger Pfaff
An der Scholl-Schule gefallen ihm die vielen Aktionen
zur Leseförderung.
Bücher faszinieren den heute 63-Jährigen schon lange. Bereits
als Student arbeitete er in einem Team, das das Standardwerk „Lexikon
der Kinder- und Jugendliteratur“ herausgab. Später gehörte
er zu einer kleinen Arbeitsgruppe, die für einen Schulbuchverlag
die erfolgreichen Deutsch-Lehrbücher „Wege zum Lesen“ für
die Klassen 5 bis 10 zusammenstellte. Zehn Jahre hat er an diesen Lesebüchern
gearbeitet, hauptsächlich an den Wochenenden, denn Schulunterricht
und Lehrerausbildung liefen weiter. „Es war mein Steckenpferd“,
sagt er. Für das Lesen zu werben war ihm immer wichtig, aber „leider
lesen die Jugendlichen heute viel weniger als früher.“
Wer
allerdings meint, Hans Rücker, den seine vielen Freunde nur „Hennes“ nennen,
sei ein trockener Bücherwurm, irrt gewaltig. Tiefe Lachfalten
haben sich in sein Gesicht gegraben, das war unvermeidlich, denn Hennes
ist fast immer gut gelaunt, optimistisch, energiegeladen und mit seinen
Parodien und im Dialekt erzählten Witzen bringt er auch andere
unfehlbar zum Lachen. So war er immer ein sehr beliebter Lehrer und
hoch angesehener Kollege. Er liebt ein gutes Buch, und als talentierter
Hobby-Koch schätzt er auch gutes Essen. Dazu ist er bekennender
Fan des 1. FC Kaiserslautern – „immer noch“, sagt
er. Neben dem Fach Deutsch unterrichtete er auch Sport. Noch heute spielt
er Tennis mit seinem „dream team“, er läuft mit den „Melibokus-Joggern“ und
nimmt immer wieder an einem Halb-Marathon teil. Für all diese
Aktivitäten wird er, der immer noch viel Vitalität und Lebensfreude
ausstrahlt, jetzt im Ruhestand mehr Zeit haben.
Ebenfalls noch sehr aktiv, ansteckend gutgelaunt und beliebt bei
Schülern
und Lehrern ist der Musiklehrer und Chorleiter Detlef Römer, der
vor wenigen Monaten sein 40jähriges Dienstjubiläum feierte.
Auch er war vom ersten Tage ihrer Gründung im Jahr 1971 in der
Geschwister-Scholl-Schule als Lehrer dabei. Nach dem Studium in Frankfurt
hatte er ab 1966 zunächst als außerplanmäßiger
Lehrer an der Joseph-Heckler-Schule gearbeitet.
An der Scholl-Schule war er im Realschulzweig regelmäßig
Klassenlehrer. Als „Klassen-Papa“ hatte er immer ein besonders
persönliches Verhältnis zu seinen Schülern. Er suchte
die Gespräche mit den Eltern und besuchte sie oft zu Hause, um
sich ein möglichst umfassendes Bild von seinen Schülern machen
zu können. Seine letzte Abschlussfahrt mit einer 7. Klasse führte
in nach Grävenwiesbach, wo das erlebnispädagogische Projekt „Hochseilgarten“ durchgeführt
wurde. Dabei verbesserten die Schüler unter Anleitung von professionellen
Trainern ihre Teamfähigkeit und ihr Selbstvertrauen.
Seine ganze Liebe gehörte stets der Musik. „Ich
möchte
helfen, die Jugend wieder zum Singen zu bringen“, und dazu hat
er als Leiter vieler Chöre innerhalb und außerhalb der Schule
einiges beigetragen. Vor drei Jahren begründete er das Musikprojekt „Coole
Flöter“ in der Geschwister-Scholl-Schule. Alle seine Schüler
in den 6. Realschulklassen lernten, auf der Blockflöte zu spielen,
und bei den regelmäßigen Schulkonzerten zeigten sie stolz
ihr Können. Mit 63 Jahren wird er nun in den vorzeitigen Ruhestand
verabschiedet und hängt damit nach seinen eigenen Worten „die
Schultasche an den Nagel“.
R. Poggenhans
Fotos e.e
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