In der Ausstellung „Labyrinth Fluchtweg“ geht es um Flüchtlinge, ihre Gefühle und Ängste.

Die Ausstellung „Labyrinth Fluchtweg“ an der GSS-Bensheim ist eine neue Form der Ausstellung, die sich durch die aktive Beteiligung der Besucher auszeichnet. Am Anfang wird man mit einem Walkman (MP3-Player) ausgerüstet und mittels eines 20-minütigen Hörspiels durch die sieben Räume der Ausstellung geführt. Dabei werden die Besucher in die Rolle eines Flüchtlings versetzt und erleben verschiedene Stationen der Flucht. Die Ausstellung ist als begehbare Collage in einem Großraumtruck von 18 m Länge eingebaut und kann so an fast jedem Ort genutzt werden.

In der Enge des Track kann man selbst erleben was vielen Flüchtlingen widerfährt, die aus ihrer Heimat in eine ungewisse Zukunft flüchten. Es gibt sieben Stationen, die erste heißt „Die Flucht“ es folgen „Die Grenze, Festung Europa, Die Anhörung, Die Bedrohung, Die Abschiebung und Flucht(t)räume.“

Die Erlebnistour durch Ausstellungstrack war genau vorbereitet und verlief wie folgt:

Raum 1: Die Flucht

Im ersten Raum waren Steine auf dem Boden auf denen Taschen lagen.


Die Sinneseindrücke wurden durch ein Hörspiel per MP3-Player noch lebendiger

 "Wenn aus Flüchtlingen unerwünschte 'Asylanten', wenn aus Flucht und Vertreibung bedrohliche 'Flüchtlingswellen' werden, treten individuelle Verfolgungsschicksale hinter einer anonymen Asylproblematik zurück. Das Schicksal von Flüchtlingen - im doppelten Wortsinn - begreifbar zu machen, ist das Anliegen der Multimedia-Ausstellung 'Labyrinth Fluchtweg'. Diese außergewöhnliche Ausstellung leistet mehr als Aufklärung und Information, sie fordert auf: zur Auseinandersetzung mit der Problematik von Flucht und Asyl und zum Engagement."

Raum 2: Die Grenze

Hier saß man auf einer Rückbank eines Obstwagens.

 "Zwischen der Würdigung der Menschenrechte in feierlichen Reden und der menschenrechtlichen Realität klafft oft eine große Lücke, speziell wenn es um die Rechte von Flüchtlingen geht. Flüchtlinge sind keine Bedrohung, niemand sollte über sie wie von Naturkatastrophen reden. Niemand verlässt seine Heimat ohne Grund. Aufklärung über die Situation von Flüchtlingen ist der beste Weg Vorurteilen und Vorverurteilungen entgegenzutreten, dazu leistet die Ausstellung 'Labyrinth Fluchtwege'

Raum 3: Festung Europa

Hier waren Ketten, die einem den Weg versperrten. Man musste seine ganzen körperlichen Fähigkeiten einsetzten um diese Gefahr heil zu überstehen.


Das Gefühl in Europa nicht erwünscht zu sein wurde real

"Weltweit verlassen Millionen Menschen ihre Heimat und machen sich auf die Suche nach Orten, die ihnen bessere Überlebens- und Lebenschancen bieten. Die Geschichte Europas ist geprägt von Flucht und Migration. Heute haben wir das Glück, in einem friedlichen Europa zu leben. Wir dürfen Europa nicht als »Festung« gegen Flüchtlinge abschotten, sondern müssen einen Schutzstatus für Kriegs- und Bürgerkriegsflüchtlinge und faire Asylverfahren für alle und ohne diskriminierende Auflagen bieten.
Die Ausstellung „Labyrinth Fluchtweg“ lässt die Schicksale von Flüchtlingen und Asylsuchenden aus der Anonymität treten und bietet dem Besucher eine außergewöhnliche Chance: Selbst den Irrgarten, mit dem Flüchtlinge und Asylsuchende konfrontiert werden, zu durchwandern und zu begreifen."

Raum 4: Die Anhörung

Man musste einen Asylzettel beantragen und seinen Pass abstempeln lassen.


Hin- und hergeschickt und Formulare, Formulare...

 "Menschen müssen aus vielen verschiedenen Gründen fliehen, sie haben oft schreckliche Erlebnisse hinter sich. In ausweglosen Situationen suchen sie Schutz, auch bei uns. Doch diesen Schutz erhalten sie oft nicht. Wir erleben gegenwärtig, wie die Zufluchtmöglichkeiten von Flüchtlingen nach Europa immer weiter beschränkt werden. Von einem fairen Asylrecht und menschenwürdigen Aufnahmebedingungen sind wir weit entfernt. Wenn Politikerinnen und Politiker in Deutschland von Integration reden, scheinen Flüchtlinge damit nicht gemeint zu sein. Es ist zum Beispiel längst überfällig, dass langjährig Geduldete in Deutschland ein sicheres Aufenthaltsrecht erhalten."

 


 

 

 

 

Wenn man in Raum 5 gelangen wollte, musste man durch einen dunklen Weg, der voller Gefahren war. Dort hingen einige Tücher, die einen den Weg in Raum 6 versperrten.


Es folgten:

Raum 5: Die Bedrohung - Raum 6: Die Abschiebung und zuletzt Raum 7: Flucht(t)räume

Im letzten Raum wurde man mit zwei Bildern und einem Spiegel konfrontiert. Immer wieder betonte der Hörpsielsprecher die Furcht und die Angst, die die Flüchtlinge davor hatten, abgeschoben zu werden. Kommt es schließlich doch zur Abschiebung, sind alle Träume des Flüchtlings geplatzt.

Wir hatten in diesen sieben Stationen das Gefühl hautnah mitzuerleben wie Flüchtlinge sich in Notsituationen verhalten und wie sie behandelt werden.

Weitere Informationen und das Hörspiel zu den Stationen befinden sich auf der Webseite www.labyrinth-fluchtweg.de, die kursiven Textpassagen stammen ebenfalls von dort.

Tobias/Ioanna/Christoph + Chris/Jannik + Stefan/e.e

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GSS Bensheim