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Detlef Römer feiert 40jähriges Dienstjubiläum an der Scholl-Schule
Wenn aus einem jungen Lehrer ein „gestandener“, erfahrener Lehrer wird, ändert sich so mancher im Laufe der Jahre deutlich. Idealistische Pädagogen enden oft als Zyniker, und feurige Junglehrer, die alles besser als ihre eigenen Lehrer machen wollten, sind irgendwann ausgebrannt und lustlos - nachdem schlecht erzogene „Früchtchen“ jahrelang auf ihren Nerven herumtrampelten. Aber es gibt sie doch noch: die seltene, vom Aussterben bedrohte Spezies von Lehrern, die ihre Ideale bis zum Ende ihrer Berufstätigkeit bewahren.
Einer von ihnen ist offenbar Detlef Römer, 63 Jahre alt und doch noch erfrischend jung geblieben, der gerade in der Geschwister-Scholl-Schule sein 40-jähriges Dienstjubiläum feierte. Jedem, der es wissen will, verkündet er, dass sein Lebensmotto– immer noch - so lautet: „Liebe deine Schüler wie dich selbst!“ Daran hat er sich offenbar immer gehalten, denn zu der kleinen Feier, die hauptsächlich für seine Kollegen an der Scholl-Schule gedacht war, hatte er auch die Klassensprecher seiner ersten und seiner jetzigen Klasse eingeladen. Beide waren gern gekommen, hatten sogar darum gebeten, noch ein paar Klassenkameraden mitbringen zu dürfen, die auch gratulieren wollten.
Seine erste Klasse, die er 1967 als Klassenlehrer übernahm, war eine 6. Klasse mit 51 Kindern (!) an der Joseph-Heckler-Schule. Bis 1983 lang unterrichtete er Hauptschulklassen. „Man muss den Schwächeren helfen, und da war oft Hilfe angebracht“, sagt er. Dazu habe er stets eng mit den Eltern zusammengearbeitet und viele Hausbesuche bei den Eltern gemacht. 1982 legte Detlef Römer eine „große Erweiterungsprüfung“ ab und ist seit 1983 Realschullehrer an der – so charakterisiert er sie - „sehr schülerfreundlichen“ Geschwister-Scholl-Schule. Dort gefällt ihm das vorzügliche Arbeitsklima: „Wir haben ein besonders engagiertes, freundliches Kollegium.“ Das Schulklima ist ihm extrem wichtig. „Auch in der Klasse muss das Klima stimmen. Ich selbst will mich auch wohlfühlen, denn Schüler und Lehrer sollten ihre Arbeit mit Freude verrichten können.“ Kein Zweifel - für eine gute Stimmung, für ein prima Klima ist Lehrer Römer der allseits anerkannte Experte. Stets gut gelaunt, immer einen fröhlichen Scherz auf den Lippen, ständig im Einsatz für seine Schüler. Das spüren seine Schüler und Kollegen, fast jeder mag ihn. Was ihm dazu noch im Umgang mit Menschen enorm hilft, ist sein Lieblings-Unterrichtsfach. Er ist ausgebildet in Musik, Deutsch und Biologie. Aber seine Leidenschaft gehört der Musik, insbesondere dem Singen. Er singt oft und gut, und er animiert gern andere zum Mitsingen. „Ich möchte helfen, die Jugend wieder zum Singen zu bringen“, sagt er. Seit 1971 baute er den Chor des Haupt- und Realschulzweiges an der Scholl-Schule auf, und von 1975 bis 1991 dirigierte er den Kinder- und Jugendchor Bensheim. Auch manches Zusammensein im Kollegium lockerte Detlef Römer erst richtig auf, indem er in die Tasten seines elektrischen Klaviers griff und alle Anwesenden zum Mitsingen brachte.
In einem halben Jahr geht er in Pension. Man glaubt es kaum, dazu wirkt er noch zu jung, zu frisch, zu präsent, zu begeisterungsfähig. Wenn er dann – wie angekündigt - seine „Schultasche an den Nagel hängt“, werden das viele seiner Kollegen und Schüler bedauern. Und das ist nicht bei allen pensionsreifen Lehrern so. R. Poggenhans
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