| Schüler sind um gute Argumente nicht verlegen |
| JUGEND DEBATTIERT:
Spannende Wortgefechte an Scholl-Schule
Spannende Wortgefechte in der Aula der Bensheimer Geschwister Scholl Schule. Vor rund 300 Zuschauern debattierten Jugendliche aus drei Schulen im Kreis Bergstraße zu aktuellen Themen. "Sollen in der Schule regelmäßig unangemeldete Drogenkontrollen stattfinden?", lautete das Thema für die Schüler der Klassen 9 und 10. Die Oberstufenschüler setzten sich mit der schwierigen Frage auseinander "Soll die Erbschaftssteuer erhöht werden?". Es waren spannende, aber faire Auseinandersetzungen im Rahmen des Bundeswettbewerbes "Jugend debattiert". Seit zwei Jahren besteht dafür ein Schulverbund. Lehrer der Klassenstufen 8 bis 13 wurden von professionellen Trainern im Debattieren geschult. Mit speziellen Arbeitsmaterialien ausgestattet, trainieren die Lehrkräfte anschließend ihre Schüler, und zwar im regulären Unterricht. Nach Wettbewerben in der Klasse wurden nun die besten Debattanten auf Schulverbundsebene ermittelt. Ramon Kadel, 10. Klasse, von der Alexander-von-Humboldt-Schule Viernheim und Nico Bernschneider, 9. Klasse, von der Geschwister-Scholl-Schule in Bensheim gingen als Sieger der Sekundarstufe 1 hervor und bereiten sich nun auf den Vorentscheid des Landeswettbewerbes Hessen am 24. März in Bensheim vor. Alexander Volk und Ralph Schirling, beide 11. Klasse in der Geschwister-Scholl-Schule, von einer kompetenten Jury als die Besten der Sekundarstufe II beurteilt. "Alle Debattanten hatten sich sehr intensiv mit den Themen auseinander gesetzt und brachten ihr Argumente auf hohem Niveau in die Debatten ein", resümiert die Schulverbundkoordinatorin Regine Jochmann-Munder. Auch der neue Landesbeauftragte von Jugend debattiert, Dieter Martin, der an der Scholl-Schule lehrt, war von den rhetorischen Künsten der Schüler begeistert. "Ich möchte dazu beitragen, dass ein weiterer Ausbau des Wettbewerbes in der Schule möglich ist. Wettbewerb und Training sind wesentlicher Beitrag zur Mitarbeit in einem demokratischen Staatswesen".
Diesem Ziel hat sich der Bundeswettbewerb gestellt. Er will zum qualifizierten Mitreden und Mitgestalten in der Demokratie ausbilden. Gewollter Nebeneffekt: Das Debattieren fördert die Bildung der Persönlichkeit. Durch das Trainieren von Rede und Gegenrede gewinnen die Jugendlichen Selbstbewusstsein. Dieter Zangmeister, Schulleiter der Geschwister-Scholl-Schule, sieht in seiner Schule bereits die ersten Früchte der Arbeit: "Auf unserem Schulhof und auch im Lehrerzimmer hat sich die Streitkultur zunehmend verbessert. Auseinandersetzungen werden anders geführt. Die Regeln des fairen Debattierens haben viele verinnerlicht." Debattiert wird jeweils zu viert über aktuelle Fragen der Gesellschaft. Jeder hat zu Beginn zwei Minuten ungestörte Redezeit. Anschließend folgen zwölf Minuten freie Aussprache. Für das Schlusswort steht jedem Teilnehmer eine Minute zur Verfügung. Das Läuten einer Glocke begrenzt die Redezeit. Jeder, der mit debattiert, darf seine Meinung ändern. Eine Jury bewertet dann Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Bundesweit beteiligen sich inzwischen etwa 50 000 Schülerinnen und Schüler in mehr als 400 Schulen. Sie debattieren regelmäßig zu aktuellen politischen und schulischen Streitfragen und verbessern mit dem fairen und geregelten Wettstreit in und außerhalb des Unterrichts nicht nur ihre Sachkenntnis, sondern auch ihre Ausdrucksfähigkeit und freie Rede. Nach dem Schulverbundfinale kämpfen die Sieger im Schulverbund Bergstraße nun um den der Einzug in den Landeswettbewerb Hessen und schließlich die Teilnahme am Bundesentscheid, der im Juni im Beisein von Bundespräsident Horst Köhler in Berlin ausgetragen wird. Neben der Bensheimer Geschwister-Scholl-Schule, beteiligen sich die Alexander-von-Humboldt-Schule in Viernheim, die Konrad-Adenauer-Schule in Heppenheim, die Martin-Luther-Schule in Rimbach sowie Alfred-Delp-Schule und Lessing-Gymnasium Lampertheim am Projekt. Weitere informationen: TXT-Quelle: Bergsträßer Anzeiger - 11.03.2006 mb Bild/GSS |
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