| Ins Finale vorgekämpft |
Fußballer der Geschwister-Scholl-Schule werden hessische Vizemeister – Keine Chance gegen die „Galaktischen“ Die 15- bis 16-jährigen Fußballer der Geschwister-Scholl-Schule wussten, dass die Chancen, ihr Traumziel zu erreichen, äußerst gering waren. Aber sie waren wild entschlossen, es doch zu versuchen. Am Ende erwies sich dann doch ein Hindernis als unüberwindbar. Doch der Reihe nach. Vor einigen Wochen hatten die jungen Scholl-Fußballer den Regional-Entscheid im Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ gewonnen (wir berichteten), nun trafen sie im Landesentscheid auf die übrigen fünf Regionalsieger unter den Schulmannschaften. Und alle Regionalsieger kannten nur ein Ziel: den Landesentscheid gewinnen, denn damit waren sie für das Bundesfinale in Berlin qualifiziert. Auf
den Anlagen der malerisch gelegenen Fußball-Sportschule von Grünberg
begannen die wieder einmal hoch motivierten Scholl-Schüler bei
strahlendem Fußballwetter ohne Startschwierigkeiten. Gegen
den ersten Gruppen-Gegner, die Gesamtschule Geistal aus Bad Hersfeld,
gelang ihnen schnell die 1:0-Führung durch Andreas Krämer.
Dank einer großartigen, mannschaftlich geschlossenen Leistung
schafften sie in der zweiten Hälfte die 2:0 – Führung,
erzielt durch einen souverän verwandelten Foulelfmeter von Eric
Schaaf. Einige sich danach einschleichende Unaufmerksamkeiten führten
zwar noch zu einem Gegentreffer, jedoch zu keiner ernsthaften Gefährdung
des Sieges.
Mit einem klaren 4:0 bezwangen die einmal mehr glänzend aufgelegten GSS-Spieler mit großem Einsatz auch den zweiten Gruppengegner, die Tilemannschule aus Limburg. Dabei setzten sich neben dem immer extrem torgefährlichen Andreas Krämer mit zwei Treffern auch die technisch und taktisch souverän auftrumpfenden Toni Muca, Ankido David und Eric Schaaf besonders gut in Szene. Als Gruppen-Erster mussten die Bensheimer noch gegen den Gruppen-Zweiten der Gruppe 1, die Berta-von-Suttner-Schule aus Mörfelden-Walldorf, bestehen, um ins Finale des Landesentscheids einzuziehen. Mit einem relativ frühen Tor starteten die GSS-Mannen optimal ins Spiel, leider wurden anschließend jedoch viele Chancen vergeben, um das Spiel vorzeitig zu entscheiden, unter anderem ein verschossener Foulelfmeter. Doch auf die Abwehr, allen voran Tobias Vögtlin, Marco Tripkovic und Tormann Benjamin Hilbert war auch diesmal Verlass, und so wurde das 1:0 relativ sicher über die verbleibende Spielzeit gebracht. Die nach Abpfiff ausbrechenden Freudenstürme der Spieler waren verständlich, hatten sie sich doch bis dahin tatsächlich ungeschlagen bis ins Finale des Landesentscheids Fußball vorgekämpft – Berlin war zu diesem Zeitpunkt für die Jungs von der Bergstraße zum Greifen nah... Doch der Gegner, mit dem sie es nun zu tun hatten, war von „galaktischem“ Kaliber: die Carl-von-Weinberg-Schule aus Frankfurt. Das ist eine Schule „mit fußballerischem Schwerpunkt“. Nur Kinder und Jugendliche mit herausragenden fußballerischen Fähigkeiten werden hier aufgenommen und dann optimal trainiert. In den letzten Jahren, als der DFB erkannte, dass in den Top-Vereinen der Bundesliga immer mehr ausländische Spieler eingesetzt wurden und die Personalreserven der deutschen Nationalmannschaft schrumpften, investierte man viel Geld in Institute wie die Carl-von-Weinberg-Schule. Der große Aufwand trägt offenbar Früchte: In der Mannschaft der Weinberg-Schule, auf die die Scholl-Schule im Finale traf, spielten nicht weniger fünf aktive B1-Jugendspieler von Eintracht Frankfurt mit. Klar, dass eine solche Mannschaft zu einem wichtigen Turnier wie der Hessen-Meisterschaft nicht nur mit einem Trainer anreist: Ein professionelles Trainerteam von fünf Leuten wuselte bei den Spielen der Weinberg-Schule an der Seitenlinie herum. Das sind Bedingungen, von denen der Einzelkämpfer Martin Enenkel, fußballbegeisterter Sportlehrer und exzellenter Motivator an der Scholl-Schule, nur träumen kann. So kam es, wie es kommen musste: Trotz einer hervorragenden kämpferischen und spielerischen Leistung aller Spieler der Scholl-Mannschaft gab es für die tapferen Jungs leider keine Chance, dieses ungleiche Spiel zu gewinnen. Zu stark war vor allem die taktische und physische Übermacht des Gegners, und so verloren sie das Finale schließlich klar mit 0:4. Immerhin: Unter mehr als hundert teilnehmenden Schulen mit mehr als 3000 teilnehmenden Schülern hatten es die Jungs von der Scholl immerhin bis ins Finale gebracht. Obwohl die Träume über eine Teilnahme am Bundesentscheid in Berlin leider geplatzt waren, dauerte die Frustration über die erste Niederlage nicht allzu lange. Hessischer Vizemeister ist ja schließlich auch nicht wenig. Mit berechtigtem Stolz auf die eigene Leistung und sportlich fair wurde die Niederlage akzeptiert und die Silbermedaille, eine Urkunde und ein Fußball-T-Shirt des Landes Hessen in Empfang genommen. Vielleicht bis zum nächsten Mal in Grünberg, denn die Bergsträßer Jungs haben ihren großen Traum immer noch nicht ganz aufgegeben: Schließlich zeigt sich ja immer wieder: Auch andere „galaktische“ Teams – wie Real Madrid oder Brasilien – sind nicht unbesiegbar. (en/ph) |
GSS Bensheim |