Bunt, fröhlich, ausgelassen: großes Fest an der Scholl-Schule

Erweiterungsbau und Sanierung genehmigt – 1800 Euro für Hörgeschädigten-Schule gespendet

Das Schulfest der Geschwister-Scholl-Schule war bunt, fröhlich, manchmal auch laut und ausgelassen - obwohl einige der Beteiligten doch auch ein wenig müde und geschafft wirkten. Das lag nicht nur an dem schwülen Wetter, sondern wohl auch daran, dass nach dem langen Schuljahr viele ferienreif waren: Schüler, Lehrer und auch Eltern. Dennoch hatten letztere mal wieder kräftig für das Schulfest gearbeitet – Kuchen gebacken, Salate zubereitet, Waffelteig gerührt und vieles organisiert.

Das Schulfest entsprach seinem Motto „Jahrmarkt der Nationen“. Überall hatten die Klassen Stände zu vielen Ländern der Erde aufgebaut und priesen ihre Attraktionen an. „Kommen Sie zu uns, kaufen Sie, es ist für einen guten Zweck“, so oder ähnlich wurden die Besucher überall umworben.

Der gute Zweck war die Schule für taube und hörgeschädigte Kinder in Kairo, ein Projekt der Christoffel-Blindenmission (CBM), für das der Reingewinn aus dem Schulfest gespendet wurde. Am Ende konnte Oberstudienrat Jörn Borges verkünden, dass der Überschuss mehr als 1800 Euro beträgt, die nun an die CBM überwiesen werden.

Einen schönen Gewinn gab es auch für die Sieger des Wettbewerbes „Demokratisches Miteinander“. Seit drei Jahren gibt es diesen Förderpreis an der Geschwister-Scholl-Schule, mit dem Schüler ausgezeichnet werden, die sich für Benachteiligte innerhalb und außerhalb der Schule einsetzen.

Dieses Jahr ging der erste Preis, versehen mit einem Preisgeld von 300 Euro, an die Klasse 5Ga, die mit einer besonderen Aktion an die Opfer des Terroranschlages auf die Schule in Beslan erinnerten. Viele Kinder waren damals von tschetschenischen Terroristen gezwungen worden, ihre Kleider und Habseligkeiten auf Stühle zu legen, bevor sie schließlich umgebracht wurden. Die Scholl-Schüler versetzten sich in die Situation der armen Kinder aus dem Kaukasus. Sie legten Kinderkleidung, Puppen und ähnliches auf Stühle und stellten sie im Verwaltungstrakt der Scholl-Schule aus, um so die getöteten Schulkinder von Beslan zu ehren.

Einen weiteren Scheck ebenfalls über 300 Euro überreichte Rudolf Jochem, der Vorsitzende des Vereins „Freunde der Geschwister-Scholl-Schule“, an die zweiten Preisträger, die Klasse 9Ga. Diese Schüler hatten sich um das Thema `Obdachlosigkeit´ gekümmert und den Lebenslauf des Hein Lübbers erforscht, der vor 20 Jahren zu Weihnachten im Weinberg-Häusle erfroren war.

Offiziell eröffnet wurde das Schulfest mit einer stilvollen mittelalterlichen Prozession, bei der der Schulleiter Dieter Zangmeister auf einer Sänfte durch „sein Reich“ (die Schule) bis ins Forum getragen wurden. Dort huldigten ihm nicht nur seine Untertanen (Lehrer und Schüler). Auch einige hochrangige Ehrengäste wie Schulrätin Dr. Bordon, Stadtrat Schimpf und Landrat Wilkes bezeugten „König Dieter“ ihre Ehrerbietung und beteuerten, dass sie sich in seinem Reich immer besonders wohl fühlen. Sie hatten auch einige hoch willkommene Gastgeschenke für König Dieter, seinen Hofstaat und seine Untertanen mitgebracht.

Stadtrat Schimpf erklärte, dass der Magistrat ohne Gegenstimmen den Antrag der Scholl-Schule auf die Gewährung von 4000 Euro für die Anlage eines Streetball-Feldes zur Kenntnis genommen habe. Der Zuschuss soll gezahlt werden, weil das Streetball-Feld nachmittags auch für Schulfremde zur Verfügung stehen wird.

Zudem wird die Stadt Bensheim die Hälfte der Kosten für eine Sozialarbeiter-Stelle des Projektes „Schule und Betrieb“ tragen. Die Hauptschüler, die an diesem Projekt teilnehmen, gehen während ihres 8. und 9. Schuljahres drei Tage pro Woche in einen Ausbildungsbetrieb und zwei Tage zur Schule. Damit wollen die Stadt Bensheim und die Scholl-Schule auch lernschwachen Hauptschülern helfen, Ausbildungsplätze zu finden. Sehr zufrieden äußerte sich Stadtrat Schimpf auch über die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Scholl-Schule im Projekt „Paten für Ausbildung“, bei dem erfahrene Pensionäre den Hauptschülern helfen, eine Lehrstelle zu finden.

Landrat Wilkes verkündete die jüngsten Beschlüsse der Verantwortlichen des Kreises: Für den Erweiterungsbau der Geschwister-Scholl-Schule, in dem für das Ganztags-Angebot eine Mensa und eine Schulbibliothek sowie zusätzliche Klassenräume untergebracht werden sollen, wird der Bauantrag im Herbst dieses Jahres gestellt. In einem Jahr kann dann mit dem Bau begonnen werden, in zwei Jahren soll er fertiggestellt sein. Mit veranschlagten Kosten von mehr als 7 Millionen Euro wird unmittelbar nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus die Sanierung des ältesten Teils der Schule in Angriff genommen, die im Jahr 2010 abgeschlossen sein soll.

Mit der Genehmigung des Erweiterungsbaus und der Sanierung gehen zwei lang gehegte, große Wünsche der Schulgemeinde der Scholl-Schule in Erfüllung. Für viele war das ein Gefühl fast wie zu Weihnachten – und das mitten im Sommer.

R. Poggenhans

 

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