„AIDS
wird von Jugendlichen verdrängt und unterschätzt“
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Erstes Seminar über Sexualität in der Scholl-Schule – Die Angst vor dem ersten MalZu Fragen der Sexualität fand erstmals in der Geschwister-Scholl-Schule ein Nachmittags-Seminar für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 statt. Informationen über Sexualität für 17- bis 18-Jährige - wissen die nicht schon längst alles? Dies meinten auch viele der jugendlichen Scholl-Schüler, als ihnen Studienrätin Gabriele Seeger die Planung für diesen Nachmittag vorstellte. Gabriele Seeger kennt sich aus mit den heimlichen Problemen vieler Schüler. Seit zwei Jahren ist sie als Beraterin im Bereich der Schulseelsorge tätig und sieht sich immer wieder mit Fragen und Problemen aus dem Bereich der Sexualität konfrontiert. Sie meint: „Die meisten Mädchen wissen recht gut über ihren eigenen Körper und Verhütungsmethoden Bescheid, mit ihren Freundinnen reden sie ziemlich offen darüber. Bei Jungen ist die Scheu, angemessen darüber zu reden, größer. Immer noch gibt es Jungs, die mächtig mit ihren vorgeblichen Heldentaten angeben, damit Gleichaltrige unter Druck setzen und Ängste auslösen.“ Selbst Biologie-Lehrer räumen ein, dass im Bio-Unterricht vornehmlich Fakten vermittelt werden, dass sich die Schülerinnen und Schüler dort aber oft nicht trauen, offen über persönliche und intime Probleme zu reden. Begierig informieren sich die Heranwachsenden aus allen Quellen – aus Jugendzeitschriften, Talk-Shows, dem Internet oder in Gesprächen – aber es herrscht doch viel Unsicherheit. Insgesamt, so sagt Herr Barmer, ein erfahrener Seminarleiter, „ist in diesem Bereich von Nicht-Wissen über Halb-Wissen zu Experten-Wissen unter Jugendlichen alles vertreten. Gefährlich ist, dass AIDS im Bewusstsein der Jugend immer weiter verdrängt wird. Die Gefahr von AIDS wird in dieser Altersgruppe völlig unterschätzt.“ So wurden die Schülerinnen und Schüler zunächst auch 1 ½ Stunden lang von Herrn Hönl-Fahle von der AIDS-Hilfe Darmstadt über die Risikolage bei AIDS und über den Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten informiert. Danach sprachen von der Bensheimer pro-familia-Beratungsstelle Herr Barmer mit den Jungen und Frau Vormweg mit den Mädchen über Themen wie Verhütungsmethoden, Schwangerschaft und den verantwortlichen Umgang mit Sexualität. Seitens der Schüler – auch von denen, die zuvor angeblich schon „alles“ gewusst hatten – gab es viele Fragen und eine konzentrierte, freie, offene Atmosphäre. Die Referenten seien sehr sympathische Leute, fanden die Scholl-Schüler, und sie hätten auch „die richtige Sprache“ gefunden. Nach 1 ½ Stunden wollten die Schüler nicht einmal in die vorgesehene Pause gehen, und am Ende mussten sie „rausgeworfen“ werden, weil der Hausmeister am Ende seines Arbeitstages die Schule abschließen wollte. Wie viele Informationen, die sie von den Referenten erhielten, waren neu für die Scholl-Schüler? „20 bis 30 Prozent“, sagen Tilman Reiser und Christian Wogatzke aus der Klasse 11e. Und sie fanden: „Es hat sich gelohnt.“ Dieses Ergebnis ermutigt Gabriele Seeger, die viel Unterstützung von Studiendirektorin Kohl erhält, der Leiterin der gymnasialen Oberstufe an der GSS. Nach diesem ersten Seminar strebt Frau Seeger eine enge, kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen der Scholl-Schule und den Beratern von pro familia an. Diese Berater sind sich sicher: Die 11. Klasse ist
genau die richtige Altersstufe, um offen über Partnerschaft und
das verantwortungsbewusste Handeln im Bereich der Sexualität
zu reden. Denn viele Schülerinnen und Schüler haben große
Angst vor dem `ersten Mal´. Und viel zu viele Schülerinnen
und Schüler sind offenbar bisher – trotz aller Gesprächsangebote
- nach der Aufklärung über die biologischen Zusammenhänge
mit ihren intimen persönlichen Problemen allein gelassen worden. |
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GSS Bensheim
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