Mit Bergsträßer Wein zum Prüfungserfolg

Wie man das Angenehme mit dem Nützlichen verbindet

Die Annahme, dass man mit Alkohol gegen Prüfungsangst ankämpfen kann, ist sicherlich ein Irrtum, dennoch müssen sich ein guter Rotwein und ein Examen nicht a priori ausschließen. Das vor allem dann, wenn man so vorgeht wie dies Felix Spiecker aus der 10RA bei seiner Präsentationsprüfung zum Realschulabschluss im Fach Erdkunde getan hat.

Welche Zutaten benötigt man denn nun für eine gelungene Präsentation ? Da wäre zunächst einmal das Thema – es sollte kein Allerweltsthema sein, sondern das Interesse der Prüfungskommission und der Allgemeinheit erwecken und es sollte genügend speziell sein. Also nicht einfach Erdbeben, Vulkanismus, Städteplanung oder Weinbau sondern besser: „San Francisco – vor dem Jahrhundertbeben ?“, „Die italienischen Vulkane“, „Bensheim, eine Stadt mit Zukunft“ oder eben so wie bei Felix „Weinbau an der hessischen Bergstraße“. Hat man das Thema, findet man auch schnell das Fach und die passende Lehrkraft zur Beratung. Auch wenn es vielleicht nicht so aussieht, aber die Hausarbeit, obwohl sie nur mit max. 10% Anteil in die Prüfungsnote eingeht, ist ein entscheidender Wegweiser zum Erfolg. Dabei kommt der Gliederung des Themas enorme Bedeutung zu. Aus ihr sollte man den roten Faden des Themas erkennen können und neben der Einleitung, die eine Begründung für die Themenwahl enthalten sollte, ist es vernünftig im letzten Gliederungspunkt ein Fazit zu ziehen. Bei der Arbeit von Felix Spiecker liest sich das nun so:

Weinbau an der hessischen Bergstraße

Referat von Felix Spiecker 10 Ra, Geschwister Scholl Schule, Bensheim

1.   Einleitung
2.   Die geographische Lage der Bergstraße und ihr Umfeld in Deutschland
2.1 Deutschlands Weinanbaugebiete
2.2 Hessens Weinanbaugebiete
3.  Geschichte des Weinbaus an der Bergstraße
3.1 Wie und durch wen kam der Wein an die hessische Bergstraße
3.2 Entwicklung des Weinbaus von den Römern bis heute
3.3 Weinanbau und Weinausbautechnik
4.   Bergsträßer Weinbau im 21. Jahrhundert
4.1 Weinanbaugebiet„Hessische Bergstraße“, Großlagen und Einzellagen
4.2 Regionale Rebsorten
4.3 Böden und Witterung
4.4 Vorteile
4.5 Nachteile
5.  Ausblick in die Zukunft und Fazit
6.  Quellenangaben

Zwar darf die Hausarbeit laut Verordnung nicht mehr als 5-6 Seiten betragen, dennoch lohnt es sich für die Vorbereitung der Präsentation tiefer in das gewählte Thema einzusteigen, nicht zuletzt deshalb, um den Nachfragen der Prüfer Wissen über den Punkt hinaus entgegensetzen zu können. Die Wahl der Medien für eine erfolgreiche Präsentation ist hingegen weniger entscheidend als viele Schüler glauben. Ob ich nun mit selbstgestalteten Plakaten, Overheadfolien oder Computerdarbietungen arbeite ist zweitrangig. Wichtiger ist die Ansprache an das Publikum und die Sachkompetenz, die ich bei meinem Vortrag zeige. Klare deutliche Aussprache, Blickkontakt mit den Zuhörern und freie Rede runden eine gute Präsentation ab. Das Salz in Präsentations-Suppe sind allerdings die kleinen Dinge zum Anfassen, die das Dargebotene anschaulich unterstreichen. Felix wählte dazu einen edlen Tropfen aus dem Fürstenlager, den er durchaus gekonnt den Prüfern Herr Schulz, Frau Barnewold und Herrn Eckhardt zur Probe anbot.

Hier ein kurzer Einblick in die Präsentation „Weinbau an der hessischen Bergstraße“.


Das Weinanbaugebiet „Hessische Bergstraße“

Das Weinanbaugebiet „Hessische Bergstraße“ teilt sich in zwei Bereiche auf: Den größeren „Bereich Starkenburg“ entlang der Bergstrasse und den kleineren „Bereich Groß-Umstadt“ östlich von Darmstadt. Der Bereich Starkenburg besteht im Wesentlichen aus den folgenden 3 Großlagen: „Rott“ im Norden, „Wolfsmagen“ in der Mitte und „Schlossberg“ im Süden: Der Bereich Groß-Umstadt hat keine Großlagen.

3.1 Wie und durch wen kam der Wein an die Bergstraße ?
Bereits vor über 2000 Jahren entdeckten die Römer die Bergstraße, doch sie hatten damals für ihren Handelsweg an den Hängen des Odenwaldes einen viel klangvolleren Namen: ,,Strata Montana“Die Bergstraße diente den Römern nicht nur als Handelsweg, sondern sie beschlossen auch dort zu siedeln und Landwirtschaft zu treiben. Einen Beweis, dass die Römer sich hier vor rund 2000 Jahren niedergelassen haben hat man auch, denn Ende des 19. Jahrhunderts fand man hier in den Bergsträßer Weinbergen die Grundmauern einer römischen Villa. Demnach fanden einige Römer diese Region des Frühlings so beeindruckend, dass sie beschlossen, hier an den sonnigen Hängen der Bergstraße zu leben. Zum römischen Alltag gehörte schon damals auch der Wein. Es ist überliefert, dass römische Legionäre jeden Tag einen Liter Wein trinken sollten. Natürlich pflanzten Sie auch ihre in Italien heimischen Weinpflanzen hier an und so begann damals der Weinanbau an den Hängen der Bergstraße, der hier auch heute noch mit Ehrgeiz betrieben wird....

5. Ausblick in die Zukunft und Fazit
Der Bergsträßer Wein hat auch in Zukunft gute Aussichten. Man kann sogar sagen, dass der Weinbau zur Bergstraße dazu gehört, wie der Korken zur Weinflasche. Gerade deshalb glaube ich, dass der Weinbau hier weiterhin erhalten bleibt und er wird sich auch in Zukunft lohnen. Gerade jetzt wo der Bergsträßer Wein in ganz Deutschland bekannt und zu einer beliebten Rarität geworden ist.Wenn wir mal in die Zukunft blicken, werden wir natürlich merken, dass das Klima sich in ganz Deutschland und sogar auf der ganzen Erde verändert, dass heißt, es wird in der Bergsträßer Region vielleicht wärmer und trockener. Dies hätte großen Einfluss auf das Wachstum und den Reifepunkt der Traube.Das Problem mit den schlechten Bearbeitungsmöglichkeiten d.h. der Steillagen, das schlechte Wegesystem, sowie die kaputten Wege, wurden bereits seit Herbst letzten Jahres angefangen zu beseitigen. Man hat begonnen die Wege teilweise neu zu strukturieren und zu verbessern und wenn man in ein paar Jahren auch dieses Problem beseitigt hat, ist den Bergsträßer Winzern in jedem Fall gedient, denn Flurbereinigung ist und war dringend notwendig.Daher ziehe ich das Fazit, dass der Weinbau an der Bergstraße auf jeden Fall eine gesicherte Zukunft hat. Dies hat man mit Sicherheit auch den Winzern und ihren treuen Kunden zu verdanken, die den Wein an der hessischen Bergstraße zu einer echten Spezialität gemacht haben!


e.e 2005

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