Zwei Realschullehrer und eine Schulsekretärin pensioniert – Das
Gesicht der Scholl-Schule mitgeprägt
Drei „Urgesteine“ der Geschwister-Scholl-Schule –
zwei Realschullehrer und eine Schulsekretärin - , die in vielen
Dienstjahren das Gesicht der Schule mitgeprägt haben, wurden
Ende des Schuljahres verabschiedet. Es fällt schwer sich vorzustellen,
wie die Geschwister-Scholl-Schule ohne den Realschullehrer Rainer
Maschke geworden wäre. Er unterrichtete seit 1967 an den beiden
Vorläuferschulen der Scholl-Schule, nämlich der Rodensteinschule
und dem Aufbaugymnasium. Er war auch der erste Personalrats-Vorsitzende
der neu gegründeten Geschwister-Scholl-Schule. Insgesamt 17 Jahre
lang war er Mitglied des Personalrats, mit schöner Regelmäßigkeit
mit einer satten Zwei-Drittel-Mehrheit wiedergewählt.
So viel Zustimmung zeigt: Rainer Maschke war immer
ein allseits beliebter Kollege: stets humorvoll, freundlich, kompetent,
sehr intelligent und hilfsbereit - ein geselliger Mensch, ein Genießer,
immer mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen. Einen „richtigen
sunny-boy“, nannte ihn Henry Felber von der Gewerkschaft Erziehung
und Wissenschaft (GEW). Als Beleg führte er an: „Er ist gern
in Gesellschaft, er isst gern in Gesellschaft, und er trinkt gern
in Gesellschaft.“ „Ich bilde mir ein“, so sagte Rainer Maschke einmal
in einem Gespräch, dass ich zu dem bekanntermaßen hervorragenden
Klima unter den Lehrern der Scholl-Schule „etwas beigetragen“ habe.
Das ist keine Angeberei - das „etwas“ ist eine Untertreibung.
Er ist ein Mann des Ausgleichs, jedenfalls unter
den Kollegen. Zu den Schülern war er streng, aber herzlich. „Eine
laissez-faire-Haltung ist nicht gut. Die Schüler wollen gesagt
kriegen, wo´s lang geht,“ ist seine feste Überzeugung.
Mit vielen ehemaligen Schülern pflegt Realschullehrer Maschke,
der hauptsächlich Mathematik, Physik und Sozialkunde unterrichtete,
noch gute Kontakte. Eine Klasse, die er 25 Jahre zuvor unterrichtet
hatte, schrieb ihm zu seinem 60. Geburtstag einen Brief und legte
einen Gutschein für ein „tolles Essen“ bei.
Auch an seinem Wohnort Gronau ist er bekannt und
beliebt. Bei vielen Gelegenheiten spielt er Akkordeon und ist seit
vielen Jahren im Gronauer Gesangverein als Dirigent oder stellvertretender
Dirigent aktiv. Die Liedertafel in Auerbach dirigiert er seit 11 Jahren.
Als Lehrer war er ein wegweisender Pionier weit über
das Klassenzimmer hinaus. Das hessische Kultusministerium berief ihn
im Jahr 2000 in eine Arbeitsgruppe, die neue Lehrpläne für
das Fach Physik erstellte. Daneben war er Gutachter der Schulbuchfachkonferenz
und Berater beim Kultusministerium für die Zulassung von Schulbüchern.
Vor 35 Jahren setzte er für seine Schüler
das erste Betriebspraktikum in der Region durch. Heute sind berufsvorbereitende
Praktika nicht mehr aus der Schule wegzudenken. Damals jedoch, so
erinnert sich Rainer Maschke, sei er in den Betrieben auf viel Skepsis
gestoßen, weil man befürchtete, die Schüler würden
den geregelten Ablauf in den Firmen stören.

Arndt
Rettig und Rainer Maschke haben gut lachen (Bild: RaSch)
Einen großen Einsatz vor allem für benachteiligte
Schüler hat auch Realschullehrer Arndt Rettig immer wieder bewiesen.
Er habe „den Drang, Schülern zu helfen und für Schüler
Lösungen zu finden“, erklärte Karlheinz Nichell, der stellvertretende
Schulleiter.
So bemühte er sich intensiv um Schüler
mit Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) und war über 20 Jahre
lang Beratungslehrer in der Suchtprävention. Mit gefährdeten
Schülern führte er viele Gespräche, um ihre Persönlichkeit
zu stärken und sie so vor dem Abrutschen in die Drogenszene zu
bewahren. Daneben hat er eine Ausbildung zum Mediator und Streitschlichter
absolviert, um Streitigkeiten zwischen Schülern besser lösen
zu können. Selbst in der Ausbildung von Lehrern war er einige
Jahre tätig.
Seine eigene erste Anstellung erhielt er selbst im
Januar 1968 als Lehrer an einer Grundschule, der Hemsbergschule. Seit
1976 ist er an der Scholl-Schule, wo er vornehmlich Deutsch, Französisch
und Musik am Realschulzweig unterrichtete. Seine Fächerkombination
ermöglichte spannende Projekte. So produzierte er gerade mit
einer 10. Realschulklasse eine Lyrik-CD mit bekannten Gedichten und
Musikuntermalung in einem Hobby-Tonstudio. Er selbst spielt Schlagzeug
und andere Rhythmus-Instrumente, Geige und Gitarre.
Ähnlich vielseitig ist die Schulsekretärin
Theresia Hillenbrand, und wie an vielen Schulen war auch diese Sekretärin,
wie Martina Barnewold - die Leiterin des Realschulzweiges - urteilte,
„(fast) die wichtigste Person an einer Schule. Denn ohne sie läuft
nichts oder aber mindestens nicht viel, bzw. nicht viel richtig. Vor
allem laufen bei ihr alle Fäden zusammen, die sie dann auch meist
in der Hand hält.“ Sie ist eine resolute Dame, die sich auch
gegenüber schlecht erzogenen Schülern schnell Respekt zu
verschaffen wusste.

v.l.
Karlheinz Nichell, Hannelore Gruss, Arndt Rettig, Rainer Maschke,
Dieter Zangmeister, Theresia Hillenbrand (Bild oh)
Theresia Hillenbrand war viele Jahre lang die Seele
des Realschulzweiges, sie kannte alle Schüler, war immer „bestens
informiert, hatte phänomenale Kenntnisse, war effizient und entscheidungsfreudig“
– so ihre Rektorin Barnewold, die sich ihre eigene Arbeit ohne diese
Sekretärin nur schwer vorstellen kann, denn: „Sie waren für
mich die ganzen sechs Jahre lang, in denen ich jetzt an dieser Schule
bin, lebenswichtig, unersetzlich, unverzichtbar.“
Die Nachfolger der drei Neu-Pensionäre werden
sich anstrengen müssen.
R. Poggenhans
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