Die Oper ist sein Herzblut


Rolf Bladt bietet sehr günstige Fahrten zur Frankfurter Oper an


Gehören Sie auch zu den Leuten, die immer schon eine schöne Opern-Aufführung sehen wollten – wenn es nur nicht so umständlich und teuer wäre? Ihnen kann geholfen werden. Es gibt nämlich für Bergsträßer Opernfreunde eine kostengünstige und bequeme Möglichkeit, fünf interessante Inszenierungen in der Frankfurter Oper zu erleben. Busse fahren von Heppenheim oder Bensheim direkt zur Oper und zurück, und auf den ohnehin schon günstigen Preis für das Abo gibt es noch einmal 10% Ermäßigung.

Möglich macht dieses günstige Angebot der 65-jährige Rolf Bladt, der bis zu seiner Pensionierung vor wenigen Wochen an der Geschwister-Scholl-Schule vor allem das Fach Musik unterrichtete. Natürlich liebt er die Oper und als engagierter Lehrer wollte er stets auch seine Schüler davon begeistern. Deshalb organisiert er bereits seit 12 Jahren Fahrten zur Frankfurter Oper für Schüler und Erwachsene. Mittlerweile sind es 80 Personen, die regelmäßig per Bus von der Bergstraße nach Frankfurt fahren. In dem Bus, in dem Rolf Bladt selbst mitfährt, gibt er auf der Hinfahrt eine Einführung zur bevorstehenden Opern-Aufführung.

Seine Begeisterung für die Oper geht so weit, dass er auch nach seiner Pensionierung den Scholl-Schülern im Rahmen des Musikunterrichts weiterhin vier- bis sechswöchige Opern-Projekte anbietet: Dabei wird – in enger Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Opernhaus – eine bestimmte Oper im Unterricht sowohl inhaltlich als auch musikalisch erarbeitet.
Mehrmals fährt Rolf Bladt dann mit seinen Projekt-Schülern nach Frankfurt. Dort erleben sie, wie an einem großen Opernhaus gearbeitet wird: Die Schüler nehmen an einer Opernprobe teil und haben Gelegenheit, mit dem Regisseur und dem Dramaturgen über das Konzept der Inszenierung zu sprechen. In den Werkstätten erfahren sie, welchen enormen technischen und handwerklichen Aufwand eine Opernaufführung erfordert. Die Scholl-Schüler stehen selbst einmal auf der Bühne des Opernhauses, und der Bühnenmeister erklärt ihnen die faszinierende Technik. Höhepunkt des Projektes ist schließlich der Besuch der Aufführung.

So viel Engagement für die Oper muss belohnt werden, meinte man in Frankfurt. Deshalb bekommen in diesem Jahr erstmals alle Besucher, die ihr Abo über Rolf Bladt beziehen, eine Art „Mengenrabatt“ von 10%. Angesichts der ohnedies schon günstigen Preise für die Schüler- und Familien-Abonnements bedeutet dies, dass Schüler oder Studenten in den sieben Preisgruppen zwischen 20 € und 110 € und Erwachsene von 34,20 € bis 180 € bezahlen.

Dafür kann man fünf Opernaufführungen sehen, und zwar „Die Entführung aus dem Serail“ (Mozart) am 15.10., „Roméo et Juliette“ (Charles Gounod) am 15.12., „Die Frau ohne Schatten (Richard Strauss) am 10.2., „Chowanschtschina“ ( Modest Mussorgski) am 21.4. und „The Turn of the Screw“ (Benjamin Britten) am 27.5.

Wenn man bedenkt, wie teuer und aufwändig Opern-Inszenierungen sind, wird klar, wie günstig diese Angebote sind. Grob gerechnet müsste jeder Opern-Sitzplatz bei jeder Aufführung im Schnitt etwa 200 € kosten, um alle Aufwendungen zu decken. Da man mit solch hohen Eintrittspreisen auf Dauer kein Opernhaus füllen könnte, springt der Staat mit hohen Subventionen ein.

Die Busse zu den Aufführungen fahren vom Heppenheimer Starkenburg-Gymnasium und vom Bensheimer Bahnhof ab und kosten für fünf Hin- und Rückfahrten 37 € für Erwachsene und 28 € für Schüler. Diejenigen, die privat nach Frankfurt fahren, zahlen einen Unkostenbeitrag von 5 € pro Abo, um den nicht kostendeckenden Fahrpreis für die Schüler zu ermöglichen.

Rolf Bladt verdient an der Organisation der Opernfahrten nichts, selbst den Projektunterricht in der Scholl-Schule erteilt der Ruheständler kostenlos. Die Oper ist sein Herzblut, damit will er kein Geld verdienen.

Bisher fuhren hauptsächlich Mitglieder der Schulgemeinde der Geschwister-Scholl-Schule zu den Aufführungen, doch Rolf Bladt sind alle Opernfreunde – Jugendliche wie Erwachsene – herzlich willkommen. Wer mitfahren möchte, sollte sich bis zum 30.9. im Sekretariat der Scholl-Schule oder bei Rolf Bladt (Tel: 06251-39524) melden.

R. Poggenhans

 

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