Ein kulturelles Zentrum der Schule


Geschwister-Scholl-Schule weiht Bibliothek ein / Viel Zeit, Arbeit und Geld investiert

Schüler einer sechsten Gymnasialklasse sind schon ganz unruhig. Wann endlich ist der offizielle Teil vorbei? Sie können es kaum erwarten, sich Leseausweise ausstellen zu lassen und die ersten Schmöker ausleihen zu können. Seit gestern haben die 1600 Schüler der Geschwister-Scholl-Schule die Möglichkeit, unter 1000 Büchern in einer schuleigenen Bibliothek auszuwählen.

"Wir haben ein sehr ansprechendes Angebot", betonte Barbara Fuchs-Schneeweiss. Die Pädagogin ist die "Initiatorin und Motor" der neuen Einrichtung, wie Schulleiter Dieter Zangmeister erwähnte.

Zur feierlichen Einweihung waren Schüler, Lehrer der verschiedenen Schulzweige und Eltern erschienen. Direktor Zangmeisters besonderer Gruß galt Bürgermeister Thorsten Herrmann, Stadtrat Matthias Schimpf und Vertreterinnen Bensheimer Buchhandlungen sowie der städtischen Bibliothek.

Die große Resonanz auf die Einweihung macht den hohen Stellenwert der Schulbibliothek deutlich, ist sie ein Ort des (sozialen) Lernens. Eine Schulbibliothek schafft die Voraussetzung für eine adäquate Leseförderung und sie bietet jede Menge Leseanreize. Als "Wissensspeicher" bezeichnete Bürgermeister Herrmann die Bibliothek. Wie wichtig es ist, Kinder zum Lesen zu animieren, ist seit der Pisa-Studie im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert.

Schon "vor Pisa" habe man an der Geschwister-Scholl-Schule die Idee geboren, eine Bibliothek zu realisieren, bemerkten Barbara Fuchs-Schneeweiss und Mitstreiterin Andrea Zernikow unisono. Gemeinsam mit anderen Kollegen, Eltern und Schülern stellten sie sich der Herausforderung. Sie sammelten Bücher, suchten Sponsoren, erstellten ein Konzept und besuchten Fortbildungsveranstaltungen in Sachen Bibliothekswesen.

Die Anstrengungen haben sich gelohnt: Die Bücherei ist gut bestückt, liebevoll und übersichtlich eingerichtet und lädt in einer bequem-gemütlichen Sitzecke zum Verweilen ein.

Barbara Fuchs-Schneeweiss sprach von einem "symbolischen Anfang", dem noch weitere Taten folgen sollen. Ziel ist es zum einen, das Buchsortiment noch deutlich aufzustocken, und zum anderen eine multimediale Bibliothek mit Internetplätzen zu realisieren.

Der dafür nötige Raum wird in einem Anbau geschaffen, mit dem noch in diesem Jahr begonnen werden soll, wie Schulleiter Zangmeister mitteilte. Läuft alles nach Plan, dann könnte der Umzug der Bibliothek in die neuen Räume bereits im nächsten Jahr erfolgen.

Musikalisch gestaltet wurde die Feierstunde von Miriam Täuber (Geige) und Eva Schaal (Gitarre). Jonathan Riedmüller und Lea Mayr präsentierten ihre Lieblingsbücher und gaben eine kurze Leseprobe. Animiert von einem Vokalgedicht von Ernst Jandl trugen Sechstklässler eigene - sehr gelungene - Werke vor. Die Oberstufenschülerinnen Katja Schmidt und Tanja Schumann zeigten einen selbst kreierten Videofilm, der sich mit dem Thema "Gewalt an Schulen" auseinander setzt. Das Schülerprogramm war Beispiel dafür, dass eine multimediale Bibliothek ein kulturelles Zentrum der Schule und ein Ort der Kommunikation ist.

Apropos Kommunikation: Kaum hatten die Schüler ihre Leseausweise, waren sie auch schon mit der Suche nach Büchern beschäftigt. Nach kurzem Blättern und erstem Probelesen tauschten sie sich mit Klassenkameraden über die verschiedenen Bücher aus.

Quelle: Bergsträßer Anzeiger - 01.07.2004


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